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bewegte Bilder - Reviews, etc

Dienstag, 13. Oktober 2015

O Captain! My Captain!

… our fearful trip is done (the next will come) … 


Frei nach Walt Whitman (1819 – 1892) nehme ich heute Anleihen bei einem Gedicht, das die Rückkehr eines Schiffs nach einer siegreichen Schlacht beschreibt. Anders als im Gedicht allerdings, wird unser heutiger Interviewpartner wohl nicht an den Folgen der Schlacht sterben, die er geschlagen hat. Aber sie hat Spuren hinterlassen und wirft dunkle Schatten voraus....

Sein Name ist Thomas Baburek – ein Mittvierziger, der vom Transportunternehmer und Kampfraucher (60 Pyros pro Tag...) zum Dampfshopbesitzer und Obmann des VFFED (Verein der Fachhändler zur Förderung elektrischer Dampfgeräte) – zum Captain – mutiert ist.

Seine Geschichte ist geradezu 'klassisch-kitschig' nach dem Motto: alles ist möglich.


Als starker Raucher, der während einer 1000km Tour mit seinem Brummi schon mal drei Packungen Lungentorpedos wegputzte, kam er erstmals 2012 mit einer Art Cigalike in Kontakt: ein Freund dampfte im Büro das „ich-wäre-gerne-eine-Zigarette-geworden“-Teil und weckte Thomas' Neugier und wohl zum ersten Mal auch den HWV in ihm.

„Ich habe meinen Freund gefragt: was ist das, was kann das und darf ich es probieren?“, erzählt er und weiter: „Dann hatte ich auch schon meine erste Dampfe und bin seit diesem Augenblick begeistert davon!“

Der Cigalike folgten die ersten mit Wattedepots ausgestatteten Verdampfer und Kollegen und Freunde fragten auf einmal in gleicher Manier wie zuvor Thomas bei seinem Freund nun auch nach den 'E-Zigaretten'.

Nach der ersten zwanzig Anfragen, ob die beiden solche Geräte besorgen würden, fasste Thomas einen Entschluss und sagte schlicht: „Nein – alles ausverkauft. In vier Wochen wieder.“ und erklärte seinem Freund, der darüber verwundert war:
„Vier Wochen sind die Zeit, die wir brauchen, um das Gewerbe anzumelden, einen Onlineshop einzurichten und Ware auf Lager einzukaufen.“
Das Lager war damals noch ein einzelnes Regal in der Abstellkammer, einige Wochen danach war es schon die ganze Abstellkammer und nach rund einem halben Jahr wurde die Garage adaptiert, um die Menge an Waren aufnehmen und lagern zu können, die mittlerweile online geordert wurde.

Aber auch die Garage wurde schon bald darauf zu klein und die Beratung vor Ort zu intensiv: immer mehr Leute kamen nun auch schon direkt zur Garage – ohne zuvor online bestellt zu haben – um sich beraten zu lassen. Der reine Abholshop war überholt, die Nachfrage riesig.

Der nächste Schritt war dann vor etwa mehr als einem Jahr die Eröffnung des Flagshipstores 'e-dampfzigarette.at' in Hirtenberg in Niederösterreich.




Und die Erfolgsstory geht weiter:
In wenigen Wochen wird die nächste Filiale in Graz eröffnet und bis 2017 kommen noch zwei weitere Filialen dazu.
Der Kurs steht auf Expansion und dem Unternehmer ist klar, dass die gesamte Branche erst ganz am Anfang steht und die Entwicklung des Kundenpotentials noch nicht einmal richtig begonnen hat.

„Jetzt haben wir rund 1,5 Millionen Raucher und ca 300.000 Dampfer. In fünfzehn Jahren werden wir 300.000 Raucher und 1,5 Millionen Dampfer haben. Und das ist gut so, denn jeder, der durch das Dampfen zu rauchen aufhört, tut sich und seiner Gesundheit etwas Gutes und spart obendrein eine Menge Geld! Nicht nur bei sich selbst, denn jeder durch das Rauchen an einer Lungenerkrankung erkrankt und medizinische Hilfe, Therapie oder gar Operationen benötigt, muss finanziell durch die Behandlung durchbegleitet werden.“

Obmann des VFFED und Händler Thomas Baburek im Interview

Da hat Thomas nicht unrecht: die Kosten durch Gesundheitsschäden bei Raucherinnen und Rauchern sind sogar um ein vielfaches höher als die Einnahmen durch die Tabaksteuer. 2014 gab es dazu in Deutschland eine sehr interessante Auswertung, die in Zahlen versucht die Staatsausgaben für die Folgen des Tabakkonsums zu erfassen.
Zu den Kosten werden die medizinische Behandlung von Krankheiten, die durch das Rauchen entstehen sowie Arbeitsunfähigkeit und früheren Rentenbeginn aufgrund von Erkrankungen und schlechterer Leistungsfähigkeit als bei Nichtrauchenden gezählt. In Geld ausgedrückt bedeutet dies Kosten von fast 21 Milliarden Euro, gegenüber rund 14 Milliarden Euro, als eingenommen wurden.

(Quelle: statistisches Bundesamt und die Drogenbeauftrage der Bundesregierung Deutschland)

Und da sind wir dann auch schon bei einem Thema angekommen, dass die Gemüter erhitzt und (noch) viele Fragen offen lässt:

Die Regulierungsvorhaben der Regierung(en).

„Den VFFED haben wir damals gegründet, um eine Plattform für die Verfassungsklage gegen das irrwitzige Tabakmonopolgesetz zu haben. Alleine hätte das keiner von uns Händler stemmen können. Miteinander haben wir es dann geschafft!“, sagt Thomas dazu und wirkt dabei auch etwas emotional:

„Es regt mich auf, dass einerseits viele Händler – und es waren ja alle, egal ob Onlineshop, oder Offlineshop, von dem Wahnsinn betroffen – vor der Klage lauthals darum gerufen haben, dass wir etwas unternehmen sollen und alle haben bekundet, dass sie ihren Teil dazu beitragen werden und andererseits von den vielen Ja-Sagern dann nur mehr ganz wenige übrig geblieben sind, die die finanzielle und organisatorische Last für alle getragen haben. Ich muss jetzt sogar mittels eines Anwaltsschreibens die restlichen ausständigen Beitragszahlungen einfordern, weil einige sich schlicht davor drücken. Da geht es aber nicht um tausende von Euros!“
Dabei stört ihn weniger, dass es eben einige gibt, die gar nicht Teil der Klage sein wollten und denen das schlicht egal war, sondern die Händler, die sich nun teilweise sogar verleugnen lassen.

„Da geht’s bei einigen um € 500, die offen sind und die schlicht nicht zahlen wollen. Wenn einer nicht zahlen kann, weil das Geschäft schlecht geht – oder aus welchen Gründen auch immer – dann soll er doch bitte zum Telefon greifen und mich anrufen und wir werden eine Lösung finden. Aber sich gar nicht rühren – das geht nicht.“

Und die Klage gegen das Tabakmonopolgesetz ist ja nur ein Etappensieg, denn es stehen sowohl die Arbeiten gegen die irrwitzige TPD2 an, die sehr umfangreich und aufwendig sind, als auch die bereits jetzt beschlossene Klage gegen das Nichtraucherschutzgesetz, weil es schlicht ein Versuch des Gesetzgebers ist, durch die Hintertür doch noch die Dampfwaren den Tabakwaren gleich zu stellen.
„Da muss man jetzt was tun, sonst müssen wir unsere Waren ab dann auf der Straße verkaufen, weil nirgends mehr Dampf abgelassen werden darf.“, so Thomas dazu.

Baburek ist entschlossen für sein Business zu kämpfen

Auch, oder besser gerade bei der TPD2, wo viele Händler auch aus Unwissenheit heraus der Meinung waren: 'Nein, so wird die sicher nicht umgesetzt, da mache ich mir keine Sorgen“, etc.. setzt jetzt doch ein Umdenken und eine massive Bewegung ein, weil aus den Nachbarländern erkennbar ist, dass die möglichen kommenden Regulierungen das Sterben einer ganzen Branche bedeuten würde.

Ein guter Captain – und als solchen sehe ich Thomas Baburek in seiner Funktion als Obmann des VFFED – sucht sich auch eine gute Mannschaft für die Reise aus. Und zum Glück gibt es gute Steuermänner und Deckoffiziere, die das „Dampfschiff“ gemeinsam und strategisch gut ausgerichtet in eine hoffentlich für alle dampfreiche Zukunft führen können.

Unsere Aufgabe als Verbraucher bei diesen Vorhaben ist eigentlich ganz einfach: Dampfer bleiben und einkaufen – that's it.

Apropos einkaufen …. der Offlineshop in Hirtenberg sollte nicht unerwähnt bleiben:
Freundlich und sauber breiten sich auf gefühlten 100m² Fläche vom Wühltisch mit allerlei Aktionsware bis hin zum € 500 Edelgerät von Crovape jede Menge an Stoff aus, um den 'Haben-Will-Virus“ zu besänftigen.
Vom Einsteiger bis hin zum passionierten Profidampfer findet hier jede Dampferin und jeder Dampfer was. Und damit die Ware nicht ausgeht gibt es noch ein großes Lager nebenan das gut gefüllt ist.






Nicht zuletzt fallen auch die sehr freundlichen Mitarbeiter positiv auf, die einem nicht um jeden Preis alles auf's Auge drücken wollen, sondern durchaus auch einmal von einem Kauf abraten und statt dessen lieber einen Kunden haben, der gerne wieder kommt.

Unser Besuch bei Thomas Baburek und seinem Shop (e-dampfzigarette.at) macht uns als Dampfer Mut:
Nicht alle sind Glücksritter, die zufällig und nebenbei auf eine Goldmine gestoßen sind und denen die wirklichen Anliegen egal sind, weil sie ohnehin bald wieder zusperren.
Einige sind Kämpfer, Streiter und Visionäre für eine gemeinsame Sache. Und die setzen sich aktiv dafür ein, dass wir unsere Leidenschaft auch in Zukunft noch ausleben werden dürfen, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

Und eines scheint mir gewiss:

O Captain! My Captain!
… our fearful trip is done ….

mag im Gedicht des Walt Whitman stimmen, aber in unserer Version der Geschichte wird der Captain überleben, gesund nach Hause kommen und noch zahlreiche Schlachten führen – und gewinnen.

Wir werden ihn und alle, die dabei mitmachen unterstützen.

Wie immer gebe ich an dieser Stelle keine Empfehlung für den Dampfshop, heute "e-dampfzigarette.at", ab – meine Eindrücke sind subjektiv und was mir gefällt, kann für Euch schon nicht mehr passend sein .

In diesem Sinne, mit Volldampf voraus und bis zum nächsten Mal, wenn es dann heißt:

Politische Lügen – wie man als Journalist mit ein wenig Aufwand die Arroganz und auch die Dummheit derer offenbart, die für uns arbeiten (sollten).

Und gleich darauf: der 'dampfende Reporter' – ein Kollege auf Fact-findig Tour unterwegs.

Bilder: Felix und Monique
Text: Felix und Monique

Kommentare:

  1. Bevor Fragen aufkommen ... der blaue Plexiglasmod ist von www.daltonboxmods.com in kooperation mit e-dampfzigarette.

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