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Dienstag, 6. Dezember 2016

Ein Leserbrief

geht ja ….. muss noch mehr werden ;-)


Update am Ende des Beitrags!

Der Rainer von V.I.E.L.D. hat mir eben eine Mail weitergeleitet, die einen Leserbrief im Anhang hat.

Ich stelle gleich mal den Link dazu hier rein: https://dampfdruck-presse.de/%ef%bb%bfdas-liest-jetzt-eh-wieder-keiner/
Ein guter Beitrag von der Dampfdruckpresse, weil er sich inhaltlich gut mit dem Thema auseinandersetzt.
Auch die Kurbelursel – die ich immer wieder gerne lese (mir gefällt der Stil) hat einen interessanten Beitrag zu meinem letzten Artikel geschrieben, auf den ich gerne verlinke:
http://www.mered.de/forum/allgemeine-diskussion/kommunikation-dampferszene-aussen

Lasst mich kurz ein paar Worte dazu sagen:

Yep, ich bin auch Teil der Echokammer im Internet. Ja, ich verweise auch auf Blogs. Aber: mir ist das bewusst und ich bin nicht nur in einer Filterblase gefangen ;-)

... mein täglicher Weg in die Blase .... ;-)


Ursel schreibt, dass nach Ihrer Erfahrung Leserbriefe im Nirwana landen, höflich abgetan oder aber nicht richtig gelesen werden.

Also, wie das in anderen Redaktionen zugeht (wie wohl meine Fantasie mir da schon einiges ahnen lässt) kann ich nicht sagen. Bei uns wird tatsächlich kein einziger Leserbrief unbeachtet gelöscht.
Wahr ist, dass schon aufgrund der unglaublichen Zahl an täglichen Rückmeldungen die Lesequalität zu wünschen übrig lässt. Wenn da nicht ein Redakteur / eine Redakteurin ein besonderes oder persönliches Interesse am Thema hat, oder es nicht gerade zum perfekten Zeitpunkt rein kommt, wo das Thema an sich schon im Gespräch ist, dann gibt es dann natürlich auch nicht die Beachtung, die wir Dampfer uns wünschen würden.

Allerdings:
Wenn da jetzt 500 Leserbriefe pro Woche reinkommen – und zwar alle zum Thema Dampfen – aber hallo, da gibt es dann nicht nur gesteigertes Interesse, da wird das dann innerhalb weniger Tage zu einem echten Thema, das auch eine Chance hat in eine Redaktionssitzung zu gelangen.

Das unser Werkzeug das freie Internet ist – da stimme ich zu. Aber auch hier muss ich präzisieren:
Meinungsblasen und Filterblasen – oder auch Echokammern genannt -  haben wenig mit freiem Internet zu tun.

Wir müssen die Dampfer schon längst nicht mehr vom Dampfen überzeugen und wir müssen der eingefleischten Genussgemeinde auch nicht mehr erklären, wer unsere Gegner sind.

Wir müssen aber alle diejenigen erreichen, die nicht dampfen, die EinsteigerInnen sind und die sich von sich aus schon mal informieren wollen.

Da helfen uns die geschlossenen Gruppen in den sozialen Medien nicht unbedingt weiter.

Da müssen wir die Tagesmedien einbinden und diese Plattformen nützen.

Natürlich ist mir klar, dass es für viele ein gewagter Schritt ist, seine/ihre Meinung öffentlich kund zu tun – und zwar öffentlich im Sinne von einer breiten Masse kritisch gegenüber zu stehen.
Als Beispiel nehme ich hier einen zugegeben interessensgesteuerten Artikel der letzten Wochen in der Kronen Zeitung.
Der war so was von contra Dampfen, dass man meinen könnte, dahinter steckt irgendein größerer Auftrag, um gegen das Dampfen mobil zu machen.
(Tatsache ist, dass dieser Artikel die Meinung in der Redaktion widerspiegelt und zwar mangels vielfacher Gegenargumente....)
Während bei Artikeln über den letzten Nachbarschaftsstreit, oder politischen Thema die Zahl der Kommentare unter dem Artikel in das hundertfache geht, waren es beim Anti-Dampfartikel nicht einmal zwei Dutzend und zwei davon Eigenwerbung.

Das ist aber der Spiegel, auf den die Redaktion reagiert. (Neben Inseratengeldern und Werbeeinschaltungen, aber diese Wege sind uns ja versperrt....)

Solange sich zum Beispiel hier nichts ändert, wird es schlicht und einfach auch kein Umdenken in der dafür zuständigen Redaktion geben – wobei das Thema Dampfen aktuell sogar zwischen zwei Redaktionen hin- und herpendelt (Gesundheit und Wissen) und noch kein wirkliches „zu Hause“ gefunden hat.

Ja, es ist ganz sicher so, dass ein Großteil der von mir erhofften Leserbriefe keine explizite Erwähnung finden würde. Liegt in der Natur der Sache: der Platz für Artikel ist begrenzt....
Ja, es ist auch ganz sicher so, dass es nicht beim ersten Schwall der von mir geforderten Leserbriefe zu einem besonders positiven Beitrag kommen wird.

Wie auch? Über Jahre hinweg haben wir alle übersehen – und konnten es auch nicht im Geringsten einschätzen – dass die Gegenseite mit viel Kapital und einem großen Interesse ausgestattet sehr erfolgreich agiert. Wer soll denn gegen die WHO auftreten?
Wir können diesen Kommunikationsvorsprung nicht in ein paar Wochen egalisieren oder mit Aktionismus, der nur in den eigenen Reihen stattfindet, entgegentreten.

Wir – und damit meine ich die große Anzahl an Dampfern und Dampferinnen, die nicht Händler, Importeur; Hersteller oder in Vereinen organisiert sind – sind uns schlicht nicht bewusst darüber, dass zum Beispiel nur eine einzige konzentrierte Leserbriefaktion zu einem Erdbeben in den Redaktionen führen würde.
Wenn heute zum Beispiel 1500 Leserbriefe, Mails oder auch Kommentare im Forum der Krone mit kritischen Texten aufschlagen, dann verdrängt das für den Augenblick jede andere Meldung.

Ich schlage da gleich mal ein Thema vor:
„Warum ich dampfe!“
Eigentlich ziemlich einfach, nicht wahr? Gibt's ja auch schon auf diversen Seiten im Netz – jetzt muss das alles nur noch in die Tagesmedien geschickt werden.

Die gesamte Gemeinde könnte aber zum Beispiel auch auf diesen Artikel von heute Nachmittag reagieren:
http://www.krone.at/wissen/schon-wenige-zigaretten-pro-tag-verkuerzen-leben-us-studie-zeigt-story-542861 und versuchen mit Kommentaren allen Lesern, die rauchen, einen Weg aufzuzeigen. Wär ja was, nicht wahr?
Wenn dadurch nur ein einziger Mit-Leser zum Dampfen wechselt ... wow!

Ein sehr guter Ansatz ist dieser hier, wo Elisabeth Eder einen offenen Brief an die Redaktion von Puls4 geschrieben hat:
https://lilithssite.wordpress.com/2016/12/06/offener-brief-an-puls-4-pro-und-contra/
Respekt!

Warum ich dafür bin, dass man keine Einschränkung bei der Formulierung von Kritik auferlegen soll:
Weil es authentisch ist. Dampfer kommen aus allen Einkommens-, Bildungs- und Altersschichten. Genauso vielfältig ist der Zugang dazu und genauso vielfältig ist die Meinungsäußerung dazu.
Ich kann und darf doch nicht jemand von der Meinungsäußerung ausschließen, nur weil mir der Wortstil nicht passt!
Und ich bin überzeugt davon, dass extreme Ausfälligkeiten bei Leserbriefen in der Minderheit sein werden.
Was passiert nun, wenn – als extremes Beispiel – so ein von Schimpfwörtern strotzender, vielleicht sogar zutiefst beleidigender Leserbrief eintrudeln würde?
Die Angst davor, dass dann die ganze Community als „was-auch-immer“ dargestellt werden würde ist an den Haaren herbeigezogen:
Jeden Tag kommen solche Wutbriefe in alle Redaktionen. Manches Mal sind welche dabei, wo Redakteure persönlich ganz tief angegriffen und auch mit dem Unmöglichsten bedroht werden, etc....
Seltsamerweise liest man nichts davon (außer es handelt sich um eine Drohung gegen Leib und Leben des Redakteurs)......
Zur Befürchtung, dass solche Radau-Briefe dann als Brandmal für die gesamte Dampfergemeinde herhalten würden, die ist schlicht unbegründet:
Wir in der Redaktionen wissen doch auch, wo die Grenze des Geschmacks entlangläuft und was man den Lesern nicht zumuten wird. Ganz so blöd sind wir nun ja auch nicht ;-)

Nein ich bleibe dabei: eine selbstauferlegte Zensur – egal aus welchen Gründen auch immer – verfälscht das tatsächlich Empfinden über ein Thema.
Mir ist viel lieber, dass es ein Leserbrief in die Öffentlichkeit schafft, der dann zu Diskursen anregt, als wenn es überhaupt keine Meinungsäußerung von uns Dampfern in den öffentlichen Medien gibt.

Ich stelle eine andere provokante Frage:

Alle bisherigen Versuche, mit unseren Meinungen in die Medien zu kommen sind bis auf ein paar kleine Ausnahmen und bis auf Fachmedien, die uns gewogen sind, schlichtweg gescheitert.
Wir werden nicht gehört.
Und ja, ich habe darauf schön öfter hingewiesen und werde das auch immer wieder tun.

Warum also – das ist jetzt meine Frage – versuchen wir dann nicht, unser eigenes Handeln zu überdenken? Ein Nein haben wir – ein Ja können wir bekommen.

In eigener Sache: warum ich keine Kommentarfunktion in meinem Blog habe.
Ihr könnt mir Mails schreiben ;-)

Kompliment noch einmal an die Dampfdruckpresse und Kurbelursel, die sich mit dem Thema dampfen gut auseinandersetzen und mir auch immer wieder etwas in Erinnerung rufen: wir stehen erst am Anfang und haben noch viel zu tun ;-)
Vape on!

UPDATE:

Mittlerweile ist auf den von mir oben erwähnten Artikel in der Kronen Zeitung ein Kommentar aus der Community gepostet worden. Sehr gut! Einer ist um ein Vielfaches besser als bislang keiner! Wenn erst einmal der Anfang gemacht ist......
Klar wird dieser eine Kommentar in der Redaktion maximal zur Kenntnis genommen und ob der Zusammenhang verstandne wird, na, das lassen wir mal so stehen ;-)
Generell wurde der erwähnte Artikel bis heute (07.12.2016 - 20:00 Uhr) nur 18 mal kommentiert.....



Text: Felix Huber
Bilder: tumbler




Sonntag, 4. Dezember 2016

Wenn der Tropfen den Stein nicht trifft

Aufstand in der Schule – Diskussionen im Schulhof



BREAKING NEWS:

Dampfdorf.  Wie uns aus verlässlicher Quelle (Schulwart) zugetragen wurde, ist es heute Vormittag im Pausenhof des Sacre Dampf zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei Schülergruppen gekommen:
Thema des Streits war, dass sich einige Schüler der achten Klasse vehement für das Dampfen mit Titandraht ausgesprochen haben und die Vertreter des Wickelns mit Edelstahldraht verächtlich als „Alteisenbieger“ beschimpft haben.
Wir haben die Schulleitung dazu befragt und folgende Antwort bekommen:
„Uns ist ein derartiger Vorfall nicht bekannt, aber schon generalpräventiven Gründen werden wir ab sofort eine Sonderbeauftragte zur Regelung des Sprachverkehrs im Schulhof einsetzen – damit so etwas nicht wieder passiert.“
Die Schulsprecherin, die für eine Aufarbeitung des Grundsatzproblems in der Öffentlichkeit eintritt sagt dazu, dass sie darüber nachdenkt, bei der nächsten Schulsprecherversammlung das Thema anzusprechen.

BREAKING NEWS ENDE


Wenn die Schüler streiten ....


Die Welt, ja nicht einmal die sechste Klasse in derselben Schule haben davon etwas mitbekommen und die Schulzeitung hat nichts darüber geschrieben.
Thema erledigt – nichts geschehen.
Übrigens ist in der nächsten Pause der nächste Streit vom Zaun gebrochen – dieses Mal ging es um „Subohmdampfen vs. Backendampfen mit 1,8 Ohm“.

Tja Leute, wenn ihr Euch jetzt die Frage stellt: sauft der Felix heimlich – was schreibt der da für einen Blödsinn? …....

Ich zeichne ein Abbild der Dampferszene – etwas überspitzt, zugegeben, aber treffend wie ich meine.
Immer wieder lese ich in sehr vielen Beiträgen in den sozialen Netzwerken und auch in den diversen Blogs (und da gibt es ein paar, die sind wirklich hervorragend geschrieben), wie sehr das aufregt, dass in der Zeitung X wieder einmal der Bashingartikel Y geschrieben wurde und dann folgt auch schon unweigerlich der Aufruf: „Kommentieren!“.
Das Ganze spielt sich zu 99,5% in den sozialen Netzwerken in geschlossenen Gruppen ab.
Das ist die Schule, von der ich geschrieben habe.
Wir Dampfer haben uns da in den letzten Jahren eine bequeme Filterblase geschaffen, in der wir alles Mögliche und Unmögliche ablassen.
Mir liegt hier das Wort „Wutdampfer“ auf der Zunge – analog zum „Wutbürger“ - mit dem feinen aber wichtigen Unterschied, dass der „Wutdampfer“ sich fast nur und ausschließlich in seiner Social-Media-Blase austobt.

unsere kleine heile Welt ....


Mit einigen wenigen Ausnahmen – zum Beispiel die rund 500 Stellungnahmen zur Petition in Österreich – bleibt jede Kritik, jedes Argument, jede Meinung in dieser selbst erschaffenen Meinungsblase hängen.

Die Medien, ja nicht einmal die Nachbarn erfahren etwas von der oft tatsächlich wichtigen Auseinandersetzung mit dem Thema Dampfen.

Ich habe einmal die Redaktion der Tageszeitung für die ich (auch, aber nicht nur) arbeite hergenommen und den Versuch gestartet, die Zahl der Leserbriefe zum Thema Dampfen herauszufinden und auch, welchen Wissensstand und welches Interesse meine Kollegen zu dem Thema entwickelt haben.

Im Zeitraum von 2011 bis heute bin ich auf unglaubliche 17 Stück gekommen.....
Die KollegInnen wissen inhaltlich nicht viel über das Thema (außer durch meine Erzählungen) und halten sich an die offiziellen Aussendungen, die vom Gesundheitsministerium kommen.

Hallo?

Immer wieder lese ich in den diversen Social-Media-Blasen über die Sauerei, dass einseitig berichtet wird, es keinen Widerstand gibt, nur die Dampfgegner zu Wort kommen, etc....

Auch bei den Stammtischen regt man sich über dieselben Ungerechtigkeiten auf....

In meiner eingangs erzählten Analogie wären die Stammtische dann so was wie das Zusammensitzen in der Freistunde....

Noch ein Kuriosum:
Kommt ein vermeintlich schlechter Artikel zum Thema Dampfen (wir dürfen nie vergessen, dass Dampfen nicht gesund ist!), wird der Artikel und das Medium gebasht! Dann gibt es wieder die Ratschläge – nein besser gesagt: die Aufforderung, diese Artikel keinesfalls direkt in den sozialen Medien zu verlinken...
Was soll das bringen? Dass der zu beschwerende Artikel innerhalb der selbst erschaffenen Blase bleibt – und damit die Kritik daran auch?
Als wenn es den Verlag X in irgendeiner Art und Weise interessieren würde – oder gar schaden könnte, oder auch nur am Rande stören würde, dass es nun um hundert Klicks weniger auf der Seite gibt...

Das ist die Art von Kommunikation, die seit Jahren gepflegt wird: Jammern und Maulen innerhalb der Community (in meinem Fall der Schule), sich gegen seitig auf die Schulter klopfen, wie schlimm die bösen Medien alle sind und dass man ja nicht nach außen hin darüber reden soll – als wenn das etwas helfen würde, wenn die diversen Artikel schon online und/oder gedruckt sind.

Leute, ihr schließt Euch damit nicht nur selbst von einem Diskurs aus, sondern nehmt auch allen am Thema Dampfen interessierten Menschen Möglichkeiten, sich zu informieren!

Oder glaubt ihr tatsächlich, dass ein Nicht-Dampfer (gilt gleichermaßen auch für Nicht-Dampferinnen) von sich aus die Idee kommt im Internet nach dem ÖDC zu suchen – oder nach wem auch immer – wenn die ersten Sucheinträge zum Thema fast ausschließlich kritikbehaftete sind und um eines draufzusetzen: fast ausschließlich in den sozialen Medien zu finden sind?
Echt jetzt?

Fast unsere gesamte Kommunikation zu dem Thema findet sich in einer Blase wieder, die nahezu keine Außenwirkung auf die Nicht-DamferInnen-Gemeinde hat.

Wir streiten, diskutieren und wälzen unsere Anliegen fast ausschließlich in unserer von der Außenwelt abgeschnittenen Schule im Pausenhof.

Dabei wäre das alles so einfach zu lösen:

Medien reagieren auf Leserbriefe. In einem weitaus größeren Ausmaß, als man sich gemeinhin vorstellen mag.
Weil das Kunden sind – Konsumenten, die die bezahlte Werbung in den Medien aufs Auge gedrückt bekommen und das ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Medienlandschaft überhaupt.
Mehr Leser – mehr Einnahmen.
Wenn ein Thema nun polarisiert, dann kommt es auch in den Tagesablauf – unweigerlich. Egal, ob es sich um den Hund des Nachbarn handelt oder wie in unserem Fall das Dampfen.

Wenn Ihr Eure Energie darauf verwenden würdet uns in den Redaktionen mit Leserbriefen zu bombardieren (Themen gäbe es ja weiß Gott mehr als genug...), dann ist das die einzige Garantie, dass Euer/unser Thema auch dementsprechend behandelt wird.
Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass in Zukunft nur mehr positiv über das Dampfen berichtet wird (das wäre auch nicht sinnvoll), aber es bedeutet mit Sicherheit, dass man sich in den Redaktionen damit auseinandersetzt.
Das geschieht natürlich auch nicht von einem Tag auf den anderen!
Jeden Tag ein Leserbrief (per Mail) an die diversen Redaktionen (kann auch derselbe Brief an mehrere Redaktionen sein!) für zum Beispiel ein Monat lang – aber hallo! Da reagieren Redakteure und Medienbesitzer wie von der Tarantel gestochen – wenn die Anzahl der Leserbriefe auch dementsprechend ist.
Noch klarer gesagt: drei Briefchen gehen in den virtuellen Mistkübel – dreihundert hingegen …..!
Und bei dreitausend Leserbriefen – na, da ändern sich dann urplötzlich festgefahrene Meinungen.

Wichtig ist dabei auch, dass es vollkommen egal ist, ob ihr Eurem Zorn freien Lauf lässt, oder Euren Leserbrief in sachlicher Form verfasst: Es zählt die Zahl der Reaktionen!

Ich kann daher auch nicht mit den Argumenten der selbsternannten Facebook-Profis einhergehen, die sich daran stoßen, dass der eine oder die andere Dampferin vielleicht in einem Kommentar zu schimpfen beginnen könnte und deshalb darauf pochen, nur sachlich, oder gleich gar nicht zu argumentieren.



Wie bitte?
Mit Verlaub gesagt: geschissen darauf!

Diese pseudointellektuelle Arroganz, die gleich mal vorschreiben will, wie man kommentieren soll ist einer der Grabsteine in der Kommunikation.
Solche Argumentationen gehen soweit an der Realität vorbei, dass es schon wieder schmerzt: „Bitte kommentieren, aber nicht schimpfen und nicht unterste Schublade.. das schadet der Bewegung mehr, als es nutzt!“.

Und damit reduziert sich dann alles auf die Schulsprecherin, die das Thema dann bei der nächsten Versammlung auf den Tisch legen will.

Freunde, das ist schlicht falsch!

Das ganze Thema ist nicht nur durch fachliche Argumentation transportierbar! Da gibt es wenig medial leicht zu transportierende Argumente, die für das Dampfen sprechen!
Und diese wenigen Argumente, die außerhalb der wissenschaftlichen Welt schlecht bis gar nicht lesbar wahrgenommen werden, reichen nicht aus, um ein Umdenken herbeizuführen!
Dampfen ist Leidenschaft, Emotion, ein Genuss und nicht das Herunterbrechen auf einen inhaltlichen Streit um die Harm Reduction!
Und genau das sollte und muss auch transportiert werden:
Emotion, Leidenschaft, eine Vorliebe, eine Einstellung – das sollte in jedem Leserbrief stehen.
Fach- und Sachbriefe können dann das untermauernde Werk sein und werden – aber für sich alleine regt das keine Redaktion dazu an, sich damit auseinanderzusetzen.

Daher auch zur These: „Wir müssen nur lange genug darauf hinweisen, dass das Dampfen weniger schädlich ist....“...
Jo eh.
Dieser stete Tropfen, der den Stein des Widerstandes höhlen soll ist wertlos, wenn er den Stein nicht trifft.
Anders gesagt:
Die ganzen Aktionen, wo gute Berichte und Artikel auf diversen Blogs damit konterkariert werden, in dem sie dann auf einen anderen Blog verweisen, oder auf den x-te in Englisch gehaltenen Text im Internet (mit dem Hinweis, doch google zum Übersetzen zu benutzen) sind wertlos verschossenes Pulver und dienen in Wahrheit nur den Streicheleinheiten der eigenen Community.
Schreibt Eure Artikel doch als Mail an die Redaktionen!
Verweist nicht innerhalb dieser „Schulgemeinde“ von der Klasse 7a auf die 7c und umgekehrt! Das hört und liest außerhalb der Schule niemand!
Und damit weiß es auch schlicht niemand....

Leute, auch ich habe als Redakteur und Journalist nicht die „Allmacht“ meinem Herausgeber vorzuschreiben, was jetzt kommen soll. Genauso wenig, wie meine KollegInnen in allen Medienhäusern.
Gegen Gesundheit wird niemand schreiben (dürfen) – aber wir können über einen heftigen Diskurs schreiben, der über ein bestimmtes Thema herrscht.
Dazu braucht es aber eben diesen Diskurs, der sich nicht nur in den Filter- und Meinungsblasen der diversen social media Gruppen abspielen darf.

Schreibt Eure Meinung zum Thema Dampfen, Regulierung, Verbote, Unwahrheiten, etc... an die Redaktionen der Zeitungen in diesem Land.

Dann können und werden die Journalisten und vor allem die Herausgeber darauf reagieren.

In diesem Sinne:
ned raunzen – tut was, schreibt Eure Meinung und kommt in die Gänge!
Vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber




Samstag, 19. November 2016

Money makes the world go round

oder: die Bankrotterklärung eines Staates



Morgen, am 20. November 2016  läuft eine wichtige Frist für Hersteller und auch Importeure von E-Zigaretten und verwandter Produkte aus: bis zu diesem Tag sollen alle Produkte gemeldet werden. Dazu gibt es sogar ein eigenes österreichisches Gesetz, dass die Richtlinie der EU aushebelt... nur: es gibt weder Rahmenbedingungen dazu, noch eine Schnittstelle und auch keine einzige Vorschrift zu dem Verfahren an sich...
Auch auf mehrmalige Nachfrage und Intervention gelang es nicht einmal eine Antwort auf die simple Frage: "Wo sollen wir unsere Sachen melden?" zu bekommen.
Im Gegenteil, auf Anfrage bei der AGES (vom Gesetz mit der Durchsetzung der Vorschriften beauftragt) bekommt man folgende Antwort:
„Wir haben kein Meldesystem, melden Sie doch nach Brüssel.“ ?? Echt jetzt?
Dass jetzt einige Händler von sich aus begonnen haben, in Brüssel zu melden, ist wohl nur eine Fleißaufgabe.
Der Gesetzgeber weiß schlicht nicht, wie er sein Gesetz umsetzen soll....
Österreich hat sich also ein Gesetz gegönnt, dass nicht exekutiert werden kann - was läuft da und vor allem warum, schief?
Gibt es hier vielleicht ganz andere Interessen, als die, die uns immer wieder vorgekaut worden sind (Vorsorgeprinizp, etc....)?

Blicken wir ein wenig zurück und sehen wir uns einmal das Vorhaben „Mehr Steuern für den Staat“ in einem Auszug an (ich habe hier nur einige wenige Eckpunkte zur Veranschaulichung gewählt, die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig und dient nur dazu, ein Sinnbild zu schaffen).

21. Juni 2011 - Brüssel - die Richtlinie 2011/64/EU wird vom Rat beschlossen:

Diese Richtlinie regelt in erster Linie die Verbrauchssteuern auf Tabakwaren, definiert die Kategorien von Tabakwaren, legt die Struktur und die Mindestsätze der Steuern auf Tabakwaren fest.
In dieser Richtlinie ist noch keine Rede von E-Zigaretten....

Im Jahr 2011 wird der Pharma-Markt auf die schnell wachsende Branche der E-Zigaretten-Hersteller aufmerksam.

Jänner 2012 - Brüssel - die Ramboll-Tobacco-Studie wird von der EU in Auftrag gegeben:
(link zur Studie: ideas.repec.org - Ramboll Tobacco Studie )

Das Ziel dieser Studie ist es, die Kommission über die wirtschaftlichen Informationen zu informieren, um eine Politik zu verfolgen und die wahrscheinlichen Auswirkungen dieser künftigen Politik zur Überarbeitung der Richtlinie 2011/64 / EU zwischen 2014 und 2016 zu bewerten.
Hier wird bereits über eine Überarbeitung der Richtlinie in Zusammenhang mit der bereits in Ausarbeitung befindlichen TPD2 Richtlinie nachgedacht: wie können die neuartigen Dampfgeräte eingebunden werden …..

2012: Big Tobacco kauft weltweit kleinere E-Zigaretten-Hersteller auf und steigt in den Markt ein.
2012: das DKFZ betritt im Namen der WHO die Bühne und etabliert sich als wichtigster Gegner des Dampfens.
2012: erste Analysen und Wachstumsprognosen bescheinigen dem neuen Markt ein unglaubliches Wachstumspotential. Die Steigerungsraten bei den Umsteigern von der herkömmlichen Tabakzigarette zur E-Zigarette liegen auch bei den langfristigen Prognosen im zweistelligen Prozentbereich.

Zwischen 2012 und 2016 wird das Dampfen endgültig weltweit durchgehend populär. Die Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern des Dampfens nehmen außergewöhnliche Formen an und reichen bis hin zu Klagen der Industrie gegen einzelne Staaten (Klage des VFFED gegen die Republik Österreich vor dem VfGH im Jahr 2015).

Millionen von Dampfern bedeuten für die Staaten der EU erhebliche Einbußen bei der Verbrauchersteuer auf Tabakwaren.
Österreich im Speziellen reagiert darauf mit dem Versuch, die E-Zigarette unter das Tabakmonopol zu stellen und scheitert an der Klage des VFFED.

2014: die TPD 2 wird nachgeschärft – die E-Zigarette wird als „Tabakverwandtes“ Produkt definiert und wird teilweise noch stärker reguliert als herkömmliche Tabakwaren. Eine Monopolisierung durch die Hintertür steht im Raum.

2015: Eingliederung der E-Zigarette in das österreichische Tabakmonopolgesetz wird verhindert.

2016: Finanzdaten in Österreich liegen vor. Der Fiskus verliert pro Jahr rund 250 Millionen Euro an Tabaksteuern durch den rasanten Anstieg an Dampfern.

Die Tabaksteuer ist nach der Mineralölsteuer die zweithöchste Steuereinnahmequelle des Staates: rund 1,8 Milliarden Euro werden jährlich in die Kassen des Fiskus durch den Verkauf von herkömmlichen Tabakwaren gespült.

Österreich drängt in Brüssel auf schnelle Entscheidungen bezüglich der Besteuerung von E-Zigaretten, die mittlerweile in der Ramboll Studie Einzug gehalten haben.

08. März 2016 - Brüssel - Pressemitteilung 109/16  - Thema Wirtschaft und Finanzen:

"ERKLÄRUNG ÖSTERREICHS, IRLANDS, FINNLANDS, FRANKREICHS UND SCHWEDENS

Österreich, Irland, Finnland, Frankreich und Schweden rufen in Erinnerung, dass die Steuervorschriften der Union für Tabakwaren das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes und gleichzeitig ein hohes Gesundheitsschutzniveau gewährleisten müssen.
Österreich, Irland, Finnland, Frankreich und Schweden betonen, dass zu diesem Zweck eine stärkere Annäherung der Verbrauchsteuern auf Tabakwaren an den höchsten gemeinsamen Nenner nötig ist.

Da die Kommission zunächst Untersuchungen anstellen und einschlägige technische Analysen, öffentliche Konsultationen und Folgenabschätzungen durchführen muss, bevor sie dem Rat einen geeigneten Gesetzgebungsvorschlag vorlegt, halten Österreich, Irland, Finnland, Frankreich und Schweden es für erforderlich, unverzüglich mit den Arbeiten an einer künftigen Überarbeitung der Mindestsätze zu beginnen."

20. Mai 2016: das neue Tabakgesetz tritt in Kraft.

16. Juni 2016: die „Roadmap“ zur Umsetzung der geplanten EU-weiten Steuer auf Tabakwaren und die E-Zigarette liegt vor.
Geplant ist die Umsetzung im ersten Quartal 2017....
Allerdings gibt es bis dato noch keinen veröffentlichten Steuersatz für die E-Zigaretten …..

20. November 2016: bis zu diesem Tag sollten alle Produkte laut Tabakgesetz neu angemeldet werden, um auch in Zukunft verkauft werden zu dürfen.
Allerdings gibt es bis zum heutigen Tag (19. November 2016) weder die Strukturen dazu, noch irgendeine Art des Anmeldeverfahrens (in Österreich nach geltendem Recht), noch irgendeine andere Art von Vorschrift dazu, die über allgemeine und damit nicht exekutierbare Phrasen hinausgeht.....

Es ging also in Wirklichkeit niemals um die immer wieder vorgeschobene Sorge um unsere Gesundheit.... Auszug aus den Schlussfolgerungen des Rates (EU) über die Struktur und sie Sätze bei Verbrauchersteuern auf Tabakwaren:



„Der Rat (Wirtschaft und Finanzen …..

2. WEIST DARAUF HIN, dass die Steuervorschriften der Union für Tabakwaren das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes und gleichzeitig ein hohes Gesundheitsschutzniveau gemäß Artikel168 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union gewährleisten sollten, und zwar unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Konsum von Tabakwaren schwere gesundheitliche Schäden verursacht; „
(link zum Originaldokument: consilium.europa.eu)

Schon die Tatsache, dass hier der Rat für Wirtschaft und Finanzen die Steuerung innehat, zeigt unmissverständlich, aus welcher Feder der Entwurf stammt und welche Intention dahinter steckt. Die Schutzbehauptung, dass es hier um ein hohes Gesundheitsniveau geht ist in diesem licht mehr als nur zynisch und wirft die berechtigte Frage auf, mit wie viel Steuer-Euros der Rat der EU ein Menschenleben bewertet …

Betrachtet man nun die gesamte TPD 2 Richtlinie unter dem Aspekt, dass der Antrieb für diesen Wildwuchs in einem Mehr an Steuereinnahmen liegt und die Gesundheitsvorsorge zweitrangig (wenn überhaupt..) ist, dann ergeben sich zwangsläufig logische Erklärungen für das doch streckenweise sehr seltsame Argumentationsmuster der diversen Gegner von E-Zigaretten.

Nehmen wir Österreich als Beispiel....

Österreich hat einen realen Schuldenstand von fast 293 Milliarden Euro. Pro Tag steigt der Schuldenpegel um knapp 7,8 Millionen Euro an (Quelle: DI Viktor Krammer – TU Wien, auf Basis der Daten der Nationalbank). Das reale Defizit liegt bei mehr als 85 Prozent des BIP. Viele Bereiche des Budgets werden mittlerweile schwer finanzierbar – ein Ausfall der Tabaksteuer wäre ein Worstcase-Szenario für den Finanzminister und würde unmittelbar zu Erhöhungen in anderen Bereichen führen.
Schon der Budgetplan der letzten Jahre hat gezeigt, dass es immer schwieriger wird, die Ausgaben zu finanzieren. Österreich hat zwar kein Einnahmeproblem (extrem hohe Steuerlast), aber ein Ausgabeproblem, dass wir nicht in den Griff bekommen.
Tatsächlich ist daher der drohende Verlust der Tabaksteuer ein Szenario, das sowohl im Finanzministerium, als auch in den abhängigen Bereichen Angst hervorruft.
Dazu kommt, dass der Aufschwung und die Popularität der E-Zigarette völlig unterschätzt wurde. Nahezu alle bisher gesetzten Maßnahmen der Regierung sind übereilte und aus Angst geborene, unausgegorene Reaktionen auf eine Marktentwicklung, die Steuern kostet.
Es fehlt den Verantwortlich sowohl an Weitsicht, als auch an Einsicht – und an Wissen, um geeignete Rahmenbedingungen für das Phänomen E-Zigarette zu schaffen.
Das Unterschätzen des Potentials der Dampfe hat auch dazu geführt, dass anstatt ordentlich überdachter und praktikabler Gesetze eine ganze Reihe von Kurzschlusshandlungen als Gesetz verabschiedet wurden, die nun tatsächlich in der Form gar nicht exekutierbar sind.

Dem Drang, Steuergelder nicht zu verlieren wurde alles untergeordnet – auch mit falschen Angaben, unter der Verwendung polemischer und nichtwissenschaftlicher „Argumente“ von selbsternannten Experten und Expertinnen, die in die Gesetzgebung deshalb Einzug gefunden haben, weil sie zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung nichts anders als dienlich waren. Diese „Experten“ haben schließlich wider besseren Wissens das gesagt und postuliert, was man gerade als opportun in der Argumentation, warum die E-Zigarette schlecht ist, brauchen konnte.

Und niemand in den verantwortlichen Stellen hatte damit gerechnet, dass ausgerechnet in dem kleinen Österreich, wo man seit Jahrzehnten gewohnt ist, dass der Steuerzahler zwar motzt, aber nicht aktiv reagiert, es einen organisierten und professionellen Widerstand gibt, der noch dazu das recht auf seiner Seite hat.

Als der erste Widerstand spürbar wurde (die Klage vor dem VFFED vor dem VfGH im Jahre 2015) wurde aber nicht vernünftig reagiert, sondern im höchsten Maß panisch und wieder unüberlegt:
Die Umsetzung der TPD 2 geriet europaweit zu einer regelrechten Missgeburt.

Das österreichische Tabakgesetz neu ist schlicht nichts anderes, als der nächste Versuch, die E-Zigarette in das Tabakmonopol ein zu kippen. Zwar mit anderen Worten und Umschreibungen ausgekleidet, aber um keinen Deut besser, oder auch nur anders, als der Versuch im Jahre 2015.
Im März diesen Jahres hat die österreichische Regierung auf das drohende Waterloo bei der nächsten Klage reagiert und sich schlicht an die EU gewandt mit dem dringenden Ersuchen, in der Steuerfrage zur E-Zigarette schnell zu reagieren.
Auch dieser Schritt ist im Lichte des Slogans „Money makes the world go round“ zwingend logisch:
Erlässt die EU ein entsprechende Steuerrichtlinie wird Österreich a) eines der ersten Länder sein, dass diese Richtlinie umsetzt und b) in der Argumentation die Hände heben und folgerichtig rausposaunen:
„...... das ist eine Richtlinie der EU, das sind uns die Hände gebunden, denn wenn wir das nicht umsetzten, dann …...“

Die gesundheitlichen Vorteile, die marktwirtschaftlichen Aspekte (Arbeitsplätze, etc...) werden dann nicht einmal mehr angesprochen: das immer wieder als Totschlagargument hervorgekramte „Vorsorgeprinzip“ (das immer wieder missbräuchlich verwendet wird) hat ausgedient, weil die mittlerweile sehr zahlreich vorliegenden Studien genau das Gegenteil aussagen von dem, was sich unsere Regierung geradezu wünschen würde: eine Reduzierung der Schädigung um 95% ist in der Argumentation contra E-Zigarette nicht hilfreich.
Das geht soweit, dass mittlerweile schon zur Abstinenz aufgerufen wird - Ministerin Oberhauser wörtlich bei einer Pressekonferenz:


„Alles was dampft und man sich in den Mund stecken kann, muss verboten werden.“

In einem nicht vom Schuldenstand regierten Österreich wäre diese Argumentation wohl kaum beachtet worden.
Jetzt allerdings wo Feuer am Dach ist und die Steuereinnahmen prognostiziert bis zum Jahr 2020 um mehr als 750 Millionen Euro druch den Verlust von Einnahmen der Tabaksteuer zurück gehen könnten, da wird selbst so ein verbaler Dünnschiss ein handfestes Argument.

Wir kämpfen hier also nicht nur einen Kampf gegen eine tatsächlich schwachsinnige Überregulierung sondern auch gegen ein marodes System, das täglich um das Überleben kämpft.
Wie wichtig das Thema tatsächlich ist, zeigt auch der Umgang damit: die Verhandlungen sind Chefsache geworden.
Minister wenden sich mit Interventionswünschen (höflich ausgedrückt) an Kammervorsitzende, das Bundeskanzleramt nimmt Stellung außerhalb der gewöhnlichen Informations- und Nachrichtenwege und zu guter Letzt kommt dann die Regierung auf die Branche mit der Bitte um Hilfe zu.
Und zwar mit der Bitte, der Regierung dabei zu helfen das Gesetz umzusetzen, das die Branche eigentlich vernichtet.

Und in allen Gesprächen, Verhandlungen und Interventionen geht es nur um ein Thema: Geld …..

Der Mensch, die Gesundheit, das Potential, dass die E-Zigarette die historisch größte Errungenschaft im Kampf gegen den durch das Zigarettenrauchen ausgelösten Krebs ist – all das findet sich in keiner Argumentation der Regierungsvertreter wieder.

Meine Frage: wie viel Steuereuros bin ich dann wert? Mit welchem Betrag schätzt das Finanzministerium mein Leben ein? Ist das so wenig, dass es gar keine Beachtung mehr findet – bin ich nur mehr eine Eurozahl in einer ungerechten Gleichung?

Merkt Euch: wenn es um die Staatsfinanzen geht gelten andere Regeln. Vernunft bekommt eine andere Definition und das Ohr der Regierenden für diejenigen, die Geld bringen (zum Beispiel die Pharmalobby) ist weit geöffnet.
Wir zählen da nur mehr, wenn wir als Masse auftreten und nachdrückliche Zeichen setzen. Mit einem Shitstorm auf facebook oder einer Entrüstungswelle am Stammtisch ist vielleicht ein Anfang gemacht – aber mehr auch nicht.
Das einzige Mittel, mit dem wir die Leute im Parlament zwingen können, uns zu zu hören, ist unsere Stimme bei Wahlen. Nur davor haben sie Angst.

Seht Euch zum Beispiel " A Billion Lives" an - eine ausgesprochen klare Dokumentation - und eine Bewegung, die Mut macht.




Vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber, Attention Era Media



Montag, 24. Oktober 2016

Ist da jemand?

Im Gespräch mit einem Hydranten – oder: warum es keine Antworten gibt


So, oder so ähnlich fühlt es sich an, wenn man versucht, für die Leidenschaft des Dampfens Gehör zu finden.
Als würde man seine Argumente pro dampfen gegen eine Mauer reden, oder eben mit einem Hydranten darüber diskutieren wollen.

Ich werde immer wieder dieselben Fragen gefragt:

„Warum lesen die Politiker nicht den Beitrag XY? - Wieso informieren sich die nicht?“
„Wieso steht nichts Positives in den Medien über das Dampfen? Wieso steht – wenn überhaupt nur negatives in den Medien?“
Bis hin zu:
„Wieso wird das Gesetz nicht längst geändert, wenn doch ohnehin schon alle wissen, dass das Dampfen viel weniger schädlich ist, als das Rauchen? Liest denn niemand den Cochran-Report?“

Und da kann man sich als dampfender Aktivist dann schon so vorkommen, als ob man im Parlament stünde, eine Rede schwingt und keiner ist da.....

Wenn du was sagst und keiner ist da .... österreichisches Parlament im Betrieb

Es sind eigentlich immer wieder dieselben Themen, die gefragt werden und man könnte diese Themen allesamt auf einen Nenner bringen:
Wieso werden wir nicht gehört?

Nun, ganz so stimmt das ja dann doch nicht.....

Gehört werden wir schon ein wenig – auch ein bisschen wahrgenommen. Aber: das reicht halt noch lange nicht, um etwas in Bewegung zu setzen.

Nehmen wir als Beispiel den Cochrane-Report. (Hier der Link zum Report: cochrane.org )

Eine der Autorinnen dieses Reports, der ein update eines Reviews aus dem Jahre 2014 ist, schreibt dazu selbst in einem Artikel im Guardian, dass selbst in der wissenschaftlichen Welt die Meinungen über das Thema dampfen auseinander gehen. (Quelle: Guardian )
Im extremen gibt es in der Welt der Dampfer die eine Seite, die fast schon euphorisch darauf pocht, dass das Dampfen das Allheilmittel gegen das Tabakzigarettenrauchen sein kann und dann gibt es die andere Seite, die wieder der Meinung ist, dass das Dampfen sogar schlechter und schädlicher als das Rauchen von herkömmlichen Zigaretten sein könnte.
Die Autorin des Artikels - Jamie Hartmann-Boyce - findet die Erklärung zu diesem Phänomen vor allem darin, dass es auch immer auf die Fragestellung, oder Aufgabenstellung bei den Studien ankommt und auch auf die Art der Studie generell, wie etwas betrachtet und erforscht wird.
Genauso unterschiedlich sind dann auch die einzelnen Ergebnisse zu sehen und zu bewerten – auch dann, wenn wie hier alle im selben Boot sitzen und eine nachhaltige Reduzierung der Schädigung durch das Rauchen erreichen wollen.

Und so ist es auch bei der Betrachtung solcher Studien und deren Interpretation – wenn man nicht gerade selbst Wissenschaftler(in) ist und dem Geschreibsel des Boulevard folgen muss: die Bewertung der Folgen daraus ist tatsächlich immer eine sehr persönliche für den Leser. (Es gibt ja auch Leute, die prinzipiell gegen, oder für etwas sind – egal was dann bei einer Studie rauskommt: die festgefahrene Meinung dieser Menschen ist auch dann nicht zu erschüttern....) Diese Bewertung muss dann gar nicht mit der Mainstream-Meinung übereinstimmen .....

Wir als Dampfer und Dampferinnen haben dabei naturgemäß eine etwas andere Sicht auf diese Dinge als zum Beispiel die Beauftragten des deutschen Krebsforschungszentrums.

Auf der einen Seite gibt es also eine Reihe von hochspezialisierten und renommierten Einrichtungen veröffentlichten Studien, die sich nicht explizit gegen das Dampfen aussprechen und auf der anderen Seite eine ungleich höhere Zahl an Publikationen, die das Dampfen verteufeln.

Eine fatale Situation …. wem soll man da jetzt Glauben schenken?

Vor allem für Politiker, die sich einen Teil ihrer Meinung durch Medienberichte bilden (müssen) und sich selbst mit der Materie nicht auseinandersetzen.
Auch deren Referenten und Sachbearbeiter sind auf die Mitteilungen in offiziellen Kanälen angewiesen, die dann zum Beispiel mit solchen Headlines aufwarten:

Das deutsche "Ärzteblatt" verlangt gar die völlige Abstinenz... wie krass daneben ist das denn?

Da wird dann gleich mal "festgestellt", dass die Abstinenz in Gefahr ist! Wie krass ist denn so ein Schwachsinn - der aber leider gelesen wird....

Allerdings muss auch klar sein: Dampfen ist nicht gesund und wie soll man zum Beispiel die Gesundheitsministerin dazu gewinnen, etwas gut zu heißen, das nicht gesund ist?
Für die zählt schlicht nur, dass das Rauchen vollkommen verboten wird und das Dampfen erst gar nicht in Mode kommt.....

Bitte mich richtig zu verstehen: ich versuche jetzt nicht eine Lanze für die Entscheidungen der Regierung zu brechen – ich will hingegen aufmerksam machen, dass es eine Welt außerhalb der Dampfercommunity gibt, die sich mit dem Thema dampfen bei weitem nicht so intensiv auseinandersetzt, wie die Dampfer selbst.

Und dort werden die Entscheidungen getroffen – nach ganz anderen Vorgaben und Maßstäben, wie wir es am Stammtisch tun.
In einem Fall wie diesen – wo es um schwerwiegende Fragen der Gesundheits- und Finanzpolitik geht, werden dann natürlich – vor allem wenn dann noch innenpolitische Fragen oder Klubzwänge mitspielen – die „Expertisen“ der weltweit anerkannten Einrichtungen herangezogen, wie zum Beispiel der WHO und auch deren kooperativen Einheiten (DKFZ) und weniger die Fachberichte und einzelne Fachpublikationen, die ohne einer genauen Recherche der breiten Öffentlichkeit gar nicht einfach zugänglich wären. (Wer zum Beispiel hat von Euch schon zuvor von der non-profit Organisation Cochrane gehört?)

Zu guter Letzt wird dann noch das „Vorsorgeprinzip“ (besser verbieten oder strengstens regulieren, als freigeben und Schäden nicht ausschließen können) über jede Verhältnismäßigkeit strapaziert, als Totschlagargument herangezogen und eine Entscheidung getroffen.

Mit ein paar persönlichen Befindlichkeiten - oder auch Interessensabwägungen - der EntscheidungsträgerInnen gespickt, haben wir auch schon eine von der TPD2 abwärts in die nationalen Parlamente nach unten relativierte und nivellierte Entscheidung, mit der die Politik leben kann.
Dazu dann nächstes Jahr noch schnell eine kleine Steuer, damit der Ausfall der Tabaksteuer (das ist in Österreich der zweitgrößte Batzen an Steuergeldern, die vom Fiskus eingenommen wird - gleich nach der Mineralölsteuer...) nicht so schmerzt und vorbei ist der Zauber.

Was noch dazu kommt: die teilweise völlig schräge und auch falsche Informationspolitik des DKFZ, das uns immer wieder mit neuen Aussagen überrascht.

Das ist kein Mitarbeiter des DKFZ

Als da wäre der ewige Argumentationshammer mit der Abhängigkeit von Nikotin.
Geht für mich einher mit meiner Sucht nach dem nächsten Glas Nutella, oder viel einfacher noch: mein morgendlicher Kaffee - ich bin süchtig danach! Mein Gott: ich bin abhängig!
Die Aussagen vom DKFZ zu diesem Thema, die mit jeder Menge „steht im Verdacht“, „könnte sein“ gespickt sind, sind reinste Polemik.
Liebes DKFZ, merke: eine Abhängigkeit ist noch keine Krankheit und macht auch nicht zwangsläufig krank!
Ich denke, dass es wenige Menschen gibt, die nicht (von was auch immer) abhängig sind.

Das DKFZ meint dann auch, dass die Tabakproduktrichtlinie nur E-Zigaretten reguliert, die Nikotin enthalten.
Na, auch das ist Schwachsinn: in meinem Akkuträger und in meinem Tröpfler ist beim Kauf tatsächlich einmal kein Nikotin enthalten und trotzdem wird auch die Hardware reguliert - mit diesem Argument?


Noch ein Punkt:
Das immer wieder heraufbeschworene und verbesserte Ineinandergreifen des europäischen Binnenmarktes unter gleichen Wettbewerbsbedingungen ist zwar laut DKFZ vorhanden in der Realität aber schlicht eine glatte Lüge: Rechtschaos wohin man blickt. Vom Verbot des Versandhandels bei uns in Österreich bis hin zu unterschiedlichen Steuern und Abgaben, Aromenverbote, etc... gibt der reale Markt in allen Ländern alles her, was wettbewerbsverzerrend und auf keinen Fall harmonisierend ist.

Das alles weiß allerdings auch die Politik möchte ich jetzt einmal in den Raum stellen …. spätestens seit der letzten Klage des VFFED vor dem Verfassungsgerichtshof....

Noch ein krasses Beispiel für die Nichtkommunikation in Sachen E-Zigarette:
Die Meldepflicht steht ins Haus. Hersteller, Importeure und unter gewissen Voraussetzungen auch Händler müssen in sehr naher Zukunft die Ware anmelden, bevor se sie verkaufen dürfen.
Dazu hat der Gesetzgeber ein Gesetz erlassen.
Da bis zum heutigen Tag weder das Prozedere, noch der Umfang geklärt ist was nun genau gemeldet werden muss und auch nicht geklärt ist, an wen in welcher Form was gemeldet werden muss, sind die dafür zuständigen Stellen und Ministerien aufgefordert worden, die Verfahrensrichtlinien und Meldestellen bekannt zu geben.
Weil man ansonsten nicht dem Auftrag des Gesetzes folgen könnte und sich strafbar machen würde, wenn man trotzdem Ware in den Verkehr bringt.

Schon zuvor gab es dazu Gespräche mit den Vertretern der Behörden, wobei die Vertreter dieser Behörden einzig die Frage hatten, wie viel Geld sie nun für die Einrichtung der Meldestelle bekommen. Tatsächlich wussten die Profis des Ministerium keine einzige Frage zu beantworten....
Und es ist auch bis heute kein Antwort auf die Anfrage gekommen... obwohl es hier eine Frist gibt, die schon in Kürze abgelaufen sein wird.
Was denkt das Ministerium? Etwa, dass es möglich ist innerhalb weniger Tage auf gut Glück in ein System einzupflegen, das es noch gar nicht gibt?
Hier hat man viel zu weit über das Ziel hinausgeschossen und weiß jetzt tatsächlich nicht, wie man damit umgehen soll - also sagt man einmal gar nichts...

Nun, das beantwortet noch nicht die Frage: warum hört uns – Dampfer – niemand?

Sieht denn niemand, dass ich nur dampfe? Sieht mich denn überhaupt jemand?!


Das ist gar nicht so schwer zu beantworten:

Wir sind schlecht wahrnehmbar. Wir sind in kleinen, mittleren und größeren – zumeist geschlossenen – Gruppen in den sozialen Medien organisiert und bleiben dort.
Unsere Diskussionen und Hangouts sind meistens nur intern angelegt (teilweise auch da noch beschränkt auf einige wenige Mitglieder – was ich überhaupt nicht verstehe) und die Stammtische eben nur der ohnehin schon eigenen Klientel bekannt und werden auch nicht von außenstehenden besucht.
Wir reden also eigentlich nur im Kreis herum ….
Nach außen dringt von allen den Argumenten, Sorgen und Wünschen weder an die Regierung noch an die Öffentlichkeit etwas.
Und selbst diese Gruppen sind nicht homogen genug, um daraus einen kommunikativen Vorteil herausschlagen zu können: viel zu oft sind die Gruppen untereinander zerstritten und es bilden sich regelrechte Lager – was die Kommunikation nach außen hin auch nicht gerade erleichtert...

Es hört uns schlicht deshalb niemand (zumindest die nicht, die wir ja erreichen wollen), weil es nicht nach außen kommunizieren.
„Die da oben“ wissen vielleicht dass es uns gibt und dass wir bestimmte Vorstellungen davon, was nicht geht, aber das war es dann auch schon.

Ein Stefan Wölflinger und ein Thomas Baburek sind da halt dann doch auf die Möglichkeiten von zwei Aktivisten und deren Organisationen eingeschränkt – mehr geht da nicht.

Viel mehr liegt die Verantwortung für die Verbreitung unserer ureigenen Wünsche und Vorstellungen (egal, wie die jetzt aussehen) bei uns selbst.
Wir sind das beste Medium – wenn wir von uns Gebrauch machen und jedem/r erzählen, wie wir zum Dampfen stehen, warum wir das überhaupt tun, was dampfen eigentlich ist (aber bitte nur Fakten) und was wir damit erreichen wollen.
Das können und sollten wir zum Beispiel regelmäßig in Leserbriefen an die Tageszeitungen schreiben. Da reicht ein Mail an die Redaktion (die Mailadresse findet man im Allgemeinen im Impressum und wenn dort nichts steht, dann hilft es immer, einfach an redaktion@...der Name der Zeitung, oder an lokales@... der Name der Zeitung zu schreiben).

So gesehen sind der Titel und die Headline dieses Beitrags anders zu beantworten:
Ist da jemand?
Ja klar! Jede Menge an Leuten – halt außerhalb der selbst auferlegten Beschränkungen durch geschlossene Facebook-Gruppen ;-)
und:
Im Gespräch mit einem Hydranten – oder: warum es keine Antworten gibt
Die Antworten gibt es dann, wenn die Fragen an diejenigen Menschen, Einrichtungen und Medien gestellt werden, die sich außerhalb der Community befinden.

Warum man uns nicht hört?

Weil wir in den falschen Wald und noch dazu viel zu leise schreien!

Also. Ran an die Tastatur! Schreibt Euren Leserbrief! Schreibt den Abgeordneten!
Mindestens einmal die Woche!


Vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber



Sonntag, 25. September 2016

Dampfer im Parlament

Antrag abgelehnt – es lebe der nächste Antrag!


Mittwoch, 21. September 2016 im Parlament:

Es ist der erste reguläre Plenartag des Nationalrates und es stehen eine Menge Punkte auf der Tagesordnung, die die Republik bewegen.

Der letzte Tagesordnungspunkt (TO3) ist für uns Dampfer von besonderem Interesse.
Es geht um die Petition 65, die am 17.02.2016 von Thomas Baburek (Präsident des VFFED) eingebracht wurde.

Titel und Inhalt der Petition ist:

Parlamentarische Bürgerinitiative betreffend Abänderung des Entwurfs zur Änderung des Tabakgesetzes.


Diese Petition nahm bis dahin schon einen interessanten Verlauf:

  • Am 25.02.2016 wurde sie als in den Petitionsausschuss eingegangen vermerkt.
  • Am 02.03.2016 wurde die Petition in der 11. Sitzung des Petitionsausschusses behandelt und jeweils vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, sowie vom Bundesministerium für Gesundheit eine Stellungnahme verlangt.
Das Verlangen des Ausschusses an das Finanzministerium zu einer Stellungnahme wurde von den Regierungsparteien abgelehnt....

  • Die Stellungnahme vom Wirtschaftsministerium (dem Vizekanzler Mitterlehner vorsteht) kam dann auch relativ rasch, nämlich am 05. April 2016:
Zuständigkeitshalber wird auf die Stellungnahme des Gesundheitsministerium verwiesen, die zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht vorlag.

  • Am 13. April wurde im Gesundheitsausschuss die (eigentlich von der Petition beschwerte und betroffene) des Parlaments das neue Tabakgesetz beschlossen und zur Vorlage im Nationalrat abgesegnet.
  • Zwei Tage später kam dann - gerade noch in der Frist für eine Beantwortung zur Stellungnahme betreffend des Verlangens des Petitionsausschusses - die Stellungnahme des Gesundheitsministeriums an den Petitionsausschuss:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Unter Bezugnahme auf das Schreiben vom 2. März 2016, Zl. 65/PET-NR/2016, teilt das Bundesministerium für Gesundheit zu der im Betreff genannten Petition Folgendes mit:

Die Petition ist im Hinblick auf die Beschlussfassung des Gesundheitsausschusses am 13. April 2016 obsolet.“

Man hat sich hier also zwar durchaus legal aber dennoch sehr unfein um eine Stellungnahme zu den Vorhaltungen der Petition einfach gesagt gedrückt.

Zwei Fraktionen im Petitionsausschuss gaben sich damit aber nicht zufrieden und luden Baburek zu einer Anhörung im Ausschuss ein.
Diese Anhörung fand dann am 30. Juni 2016 statt und war eigentlich ein unglaublicher Erfolg, weil bis auf die einzementierte SPÖ alle Fraktionen mehr oder weniger geschlossen dafür waren, dass die Petition Erfolg haben muss.

Das muss man sich jetzt auf der Zunge zergehen lassen:

Im Petitionsausschuss waren NEOS, FPÖ, GRÜNE, Team Stronach und Teile der ÖVP dafür, dass unser Anliegen noch einmal im Nationalrat behandelt wird und die dazu nötigen Entschliessungsanträge eingebracht werden.

Thomas Baburek bei der Anhörung im Petitionsausschuss


Die nächsten drei Monate bis zum 21. September wurden dann auch alle Fraktionen im Parlament immer wieder mit den neuesten Fakten zum Dampfen versorgt, alle (!) Abgeordneten regelmäßig mit Mails und Anschreiben auf den letzten Stand der Dinge gebracht, eine Vielzahl an Presseaussendungen ausgesendet, eine Reihe von Sitzungen mit der Leitung der Wirtschaftskammer im Beisein von Vertretern des Gesundheits- und des Finanzministeriums abgehalten, und noch vieles mehr getan, um den Boden für diese eine Plenarsitzung aufzubereiten.

Sogar der ORF brachte eine eigentlich sehr ausgewogene Berichterstattung darüber.

Zeitgleich klagt der VFFED gegen die tatsächlich irrsinnige Überregulierung des neuen Gesetzes vor dem Verfassungsgerichtshof.

Uns war die ganze Zeit über aber auch klar, dass unser Anliegen zu einer Zerreißprobe für die regierenden Parteien werden könnte und die Chancen für eine tatsächliche Änderung des umstrittenen Gesetzes maximal theoretisch vorhanden waren:
zu viele andere, die Regierung belastenden, Entscheidungen waren und sind zu fällen, wo jede der Koalitionsparteien ein Stück nachgeben muss.
Wenn jetzt zum Beispiel die ÖVP alleine auf unsere Linie eingeschwungen wäre, dann wäre schlicht der Koalitionsvertrag geplatzt.

Trotzdem haben wir versucht, das Maximum herauszuholen:

Stefan Wölflinger vom ÖDC hat nach Bekanntwerden der Tagesordnung dafür gesorgt, dass möglichst viele Dampfer zur Verlesung und Abstimmung ins Parlament kommen.




Thomas Baburek hat die in den letzten Monaten entstanden politischen Kontakte aufgescheucht und eingestimmt und gemeinsam haben die beiden im Vorfeld der Abstimmung Informationsflyer und Informationsblätter (zB die Studie der Public Health) in die jeweiligen Klubs der Parlamentsparteien gebracht – und das begleitet von Fotografen und Presseleuten.










"A Billion Lives" im Plenum!

Der ÖDC hat dann noch einmal alle (!) Abgeordneten per Mail über die anstehende Abstimmung und Verlesung informiert und Entscheidungshilfen mitgesendet.
52 Abgeordnete haben das Mail auch tatsächlich geöffnet.

Die Verlesung, die Einbringung des Entschliessungsantrages, das Gesetz neuerlich zu überarbeiten und schließlich die Abstimmung darüber waren also von unserer Seite bestens vorbereitet worden.

Was dann tatsächlich folgte, war für viele eine Farce, eine Beleidigung und ein Schlag ins Gesicht.

Für uns allerdings nicht unbedingt ein völliges Desaster:

Die Medien sind aufmerksam geworden, der Antrag wurde – obwohl abgelehnt – NICHT beeinsprucht und damit im stenografischen Protokoll in Stein gemeißelt und die Dampfer haben selbst miterlebt, dass die vielen Versprechungen diverser Parteigänger und angeblicher "Insider" nichts wert sind und dass einige Parteien in diesem Land es schaffen, auch im Liegen noch umzufallen.

Damit sind Fronten geklärt und Tatsachen geschaffen worden (es gilt seit dem 21.09.2016 als unwidersprochen protokolliert, dass das Dampfen nicht als gesundheitsschädlich anzusehen ist!), die in Hinkunft widerlegt werden müssen (!) und im Hinblick auf kommende Abänderungsanträge sind eine Menge an Hürden beseitigt worden.

Der Parlamentarismus in Österreich genießt einige Eigenheiten, die – wenn man sie kennt – durchaus von Vorteil sein können.

Zum Beispiel steht das Gesundheitsministerium vor dem Problem, dass bis zum heutigen Tag keine einzige vom Gesetz verlangte Regelung umgesetzt werden kann.
Es fehlt an allem: am Know-How, an den Einrichtungen, an den Strukturen und Vorschreibungen.
Das führt dazu, dass in absehbarer Zeit neue Anträge vom Ministerium im Parlament eingebracht werden müssen. Anträge, die verlesen, diskutiert und beschlossen werden sollen, um zum Beispiel eine Frist zu verlängern, etc....

Oder Anträge, die nicht durch die Verordnungsermächtigung gedeckt sind.

Das gibt dann wieder die Gelegenheit, mit eben jenen unwidersprochenen Fakten, die am Mittwoch protokolliert worden sind dagegen zu arbeiten, ohne langwierige Prozesse der Meinungsbildung in Anspruch nehmen zu müssen.

Mühsam?

Yep.

Aber wir haben schlicht keine anderen Instrumentarien (außer dem Gerichtsweg) zur Verfügung.

An dieser Stelle möchten wir uns beim ÖDC und beim VFFED ganz herzlich bedanken. Insbesondere bei Stefan Wölflinger und Thomas Baburek.

Vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber, Franz Schobesberger



Sonntag, 11. September 2016

Onkel Toms Hütte

Meuterei auf der Bounty?

Ein Gastbeitrag von Thomas Baburek

Diese Zeilen spiegeln keine persönliche Befindlichkeit des Autors wieder – es ist eine romaneske Erzählung über täglich wiederkehrende Ereignisse und Erlebnisse rund um meine Arbeit als Vorsitzender des Händlerverbandes VFFED im Kampf gegen die immer noch drohende Überregulierung und Kriminalisierung des Dampfens.
Wenn sich der/die eine oder andere Händler/in in der Erzählung wiedererkennt, sei ihm/ihr freigestellt sich seine/ihre Schublade auszusuchen ;-)

Rückblende – vor einem Jahr.....

„Der Wolf hetzt die Meute“, dieser Filmtitel passte im Vorjahr sehr gut zu den Vorgängen rund um die von der Regierung geplante „Eingliederung“ der Dampferei in das Tabakmonopol.

Das hätte schlicht das sofortige Aus für die Händlerschaft und auch den größten Teil der Produzenten in Österreich bedeutet. Auch die Dampfergemeinde wäre von einem Moment auf den anderen vor dem buchstäblichen Nichts gestanden:
Die so wichtige Vielfalt an Hard- und Software (Liquids) wäre von einem Tag auf den anderen schlicht nicht mehr vorhanden gewesen – mit allen Konsequenzen.

Also haben wir uns zusammengeschlossen, den Verband gegründet und sich einmal vorrangig darum gekümmert, dass das drohende Gesetz vor dem Verfassungsgerichtshof als das erkannt wird, was es ist – nämlich rechtswidrig – und gekippt wird.
Wir haben die Regierung vor uns hergetrieben und dafür gesorgt, dass ein starkes Zeichen auch über unsere Landesgrenzen hinaus gesendet wird: so nicht!







Schon damals war aber auch klar, dass es nicht bei dieser einen Auseinandersetzung bleiben wird und die noch kommenden und zu erwartenden schwieriger und umfangreicher werden.

Heute, ein Jahr später, gibt wieder eine Klage vor dem Verfassungsgerichtshof gegen den Überregulierungswahn der Regierung und einen neuen Filmtitel: „Meuterei auf der Bounty“....

Bligh und die loyal gebliebenen Seeleute verlassen die Bounty - (Bild von Wikimedia)

Nun gut, Meuterei stimmt vielleicht nicht ganz und die historische Übereinstimmung mit den Geschehnissen rund um Kapitän Bligh hinken wohl auch mehr, als es denn eine Vergleich sein könnte (wir haben das Schiff nicht verlassen ;-) ), aber wie steht es wirklich um die Bereitschaft der österreichischen Händlerschaft für ihr Recht zu kämpfen und ihre eigene Sache zu unterstützen?
Ich möchte bei der Analogie mit dem Schiff auf hoher See noch ein Weilchen bleiben....
In den durchaus gefährlichen politischen Gewässern ist der VFFED für viele von uns eine Art von zweiter Heimat geworden - so auch für mich.


Der Erfolg und das Überleben in dieser rauen See hängt vor allem davon ab, dass Kapitän und Mannschaft einander blind vertrauen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Wenn auch nur einer aus dieser Symbiose ausbricht, droht das Chaos und schlimmstenfalls der Untergang.
Und das wollen wir ja nicht.
Aber wie kann es dann sein, dass nicht alle an einem Strang ziehen? Wer könnte Interesse daran haben, sein Unternehmen schließen zu müssen, oder in Zukunft nicht, oder nur mit erheblichen Hindernissen befrachtet dampfen zu dürfen?

Ich habe mir erlaubt, das Umfeld auf meinem fiktiven Schiff - meiner "Bounty" zu schubladisieren:

„Die Kämpfer“ – sie kennen keine Furcht vor dem Unbekannten, gehen ihren Weg und versuchen anderen den Weg zu ebnen, ohne dabei nach eigenen Vorteilen zu suchen.
Sie opfern Freizeit, Geld und persönliches Vorankommen um fast Unmögliches möglich zu machen.

„Der Wegbegleiter“- so etwas wie ein guter Freund! Möchte sich nicht in der ersten Reihe sehen aber dennoch überall dabei sein. Beratend und hilfsbereit, im Hintergrund abwartend bis Hilfe von Nöten ist um auf Knopfdruck sofort loslegen zu können.

„Die Mitläufer“- ohne eigenem Antrieb und ohne dem Wunsch, selbst Hand anzulegen, allerdings jederzeit bereit finanzielle Unterstützung zu gewähren. Eigentlich sind das sehr angenehme Mitstreiter die Veränderungen möchten und großes Vertrauen mitbringt – aber eben nicht in der Rolle des Aktivisten stehen.

„Der Drückeberger (oder auch Blender genannt)“- eine eigenartige Spezies! Schulterklopfend, vertrauensvoll redend und dabei sinnentleert, träumerisch vom großen Geld und Markteinfluss sprechend, jedoch kein Blatt im Sack. Vergleichbar mit einem Freizeit-Kapitän auf einer Segeljolle als One-Man-Show, der bei Windstärke 2 bereits den nächsten sicheren Hafen anlaufen muss (und die Hafengebühr schuldig bleibt) - gleich gefolgt von:

„Der Ignorant (auch als Schmarotzer bekannt)“- keine Kategorie, in die man bekennend gesteckt werden möchte - und dennoch tummeln sich hier die meisten Besatzungsmitglieder herum. Für das Erreichen des gemeinsamen Ziels so nutzlos wie Möwen am Fischmarkt:
Sie greifen sich große Teile des Profits auf Kosten der hart arbeitenden Fischer (welche auch noch große Ausgaben hatten um ihren Erfolg einzufahren) und tauchen dann wieder im Dunkel des Laderaums unter, um auf den nächsten Beutezug zu warten.
Ihr Anteil am Erfolg ist endend wollend  - aber selbst sie haben ihre Rolle, denn wenn man diese Schmarotzer nun verjagt oder anprangert, rufen sie am lautesten um Hilfe und verlassen sich darauf, dass der nächste Vogelschützer einschreitet und Vogelfutter verteilt. Und das weckt zumindest ein klein wenig Öffentlichkeitsinteresse.

Zu guter Letzt findet sich in meiner Wahrnehmung noch eine letzte Kategorie:

„Die Schiffsratte“- Ohja! Das gierigste Individuum an Bord! Ob an Deck oder im Hafen, immer dabei um Schaden anzurichten. Die Pestverbreiter und Zerstörer – und wenn es einmal heikel wird:
die ersten, die von Bord springen.
Zu Wohlbefinden reicht ihnen der Müll und der Abfall aller anderen – und wenn es keinen gibt, dann wird Müll produziert, die Schiffsmannschaft angezeigt und gehofft, dass etwas Nahrung (Geld) dabei abfällt.
Gott sei Dank gibt es wenige Ratten auf meinem Schiff ;-)

Dann gibt es da noch die diversen Hafenmeister die unser Anlegen am Pier verhindern möchten.
Allerdings: mit den richtigen Frachtpapieren (Urteile und Erkenntnisse) ausgestattet, nehmen wir auch diese Hürden mit Bravour.

Wo aber liegt jetzt das Problem einiger österreichischer Händler und Produzenten, gemeinsam an einer Lösung für die vielen Herausforderungen zu arbeiten?

Hmmm…. Bleiben wir bei unserem Schwenk und fahren diese Geschichte im Stile von Asterix und Obelix bei den Patriziern fort:
Unser Dreimaster „VFFED“ liegt im pannonischen Binnenmeer vor der Pirateninsel „TPD – Version X“ vor Anker.
Die Piraten (angeführt von den ANTZ) greifen das Schiff an.

Mannschaft: „Captain, wir werden angegriffen, was sollen wir tun“?
Captain: „ladet die Kanonen“!
Mannschaft: „YEAHHH!“ ….. „Aber Captain, wir haben keine Kanonen“!

Captain: „Dann kaufen wir Kanonen“!
Mannschaft: „YEAHHH!“ …. „Aber Captain, wir haben zu wenig Geld“!

Captain: „Dann nehmen wir die Schwerter und verteidigen uns“!
Mannschaft:“ YEAHHH!“ …... „Aber Captain, wir haben auch keine Schwerter“!

Captain: „Dann kaufen wir Schwerter“!
Mannschaft: „YEAHHH!“ …... „Aber Captain, wir haben noch immer zu wenig Geld“!

Captain: „Ok, ok -  nehmt die Löffel, nehmt die verdammten Löffel“!

Eigentlich eine traurige Comicmetapher - aber hey- that´s  life!
In unserer Gemeinschaft herrscht leider noch immer zu einem großen Teil das: „Das machen schon die anderen“ vor.
Ein relativ kleiner Teil der Händler und Produzenten trägt die Last (finanziell, administrativ und legistisch) für alle anderen in der Branche – ohne dafür in irgendeiner Form etwas zurück zu bekommen - oft nicht einmal eine wichtige Form der Unterstützung: die Anerkennung.

Aber keine Sorge: das hält uns nicht auf ;-)

Mein Schlusssatz:
Die „Meuterei auf der Bounty“ ist abgesagt – der Wolf hetzt noch immer die Meute und wir werden auch noch im nächsten Jahr dampfen wie wir es wollen.
Ob es dann allerdings noch den einen oder anderen „Händler“ und/oder „Produzenten“ gibt?
Merke: das schnelle Geld ist auch schnell wieder weg und das kurz gekaufte Glück schnell vergangen – spätestens dann, wenn die nächste Leasingrate nicht mehr bezahlt werden kann. Wir müssen an einem Strang ziehen, um auch in Zukunft eine Zukunft zu haben.

Vape on!


Text: Thomas Baburek
Bilder: Felix Huber, Wikimedia



Montag, 29. August 2016

Alles gut in Österreich

kein kleinster gemeinsamer Nenner

Mit großem Interesse habe ich in den letzten Wochen die offen geführte Auseinandersetzung zwischen der IG-ED und dem Blogger vapers.guru verfolgt.

Abgesehen vom Unterhaltungswert dieser Kontroverse, birgt der Dialog auch eine Menge Lernpotential, wie die Community in den sozialen Netzwerken damit umgeht.

Ich möchte heute auf einen der letzten Artikel und einen Kommentar eines facebook-Users dazu eingehen.
Vapers.guru Initiator und Autor Joey Hoffmann schrieb über seinen Blog einen offenen Brief an die IG-ED.
In dieser Replik auf einen Artikel der IG-ED einen Tag zuvor, geht Hoffmann mit der IG-ED (Interessengemeinschaft E-Dampfen e.V. ) hart ins Gericht und wirft ihr unter anderem vor, dass die IG-ED nur zum Selbstzweck existiert und eigentlich nur ein virtueller Stammtisch ist, der sich maximal in einer Entscheidungsfindung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen kann, etc...

Die Auseinandersetzung an sich möchte ich jetzt keinesfalls zur Diskussion stellen. Auch nicht die Inhalte, oder wie sie geführt wurde.

Aber ich möchte auf einen Kommentar eines Users auf facebook dazu eingehen, der da schreibt:
„Da wir ja gestern so ein Thema hatten & Generell spricht dieser enorm gute Artikel auch viele Leute in Ö an.“

Nun, da es in dem Artikel auf vapers.guru nun einmal überwiegend darum geht, die IG-ED zu kritisieren und die Sinnhaftigkeit der Einrichtung in Frage zu stellen, müsste das ja bedeuten, dass wir ein zumindest ähnliches System in Österreich haben.

Kurz gesagt: das haben wir nicht.

Wir haben keine Interessensgemeinschaft, die so agiert, wie im Artikel beschrieben. Wir haben statt dessen den ÖDC und den VFFED.

Nach außen hin unterscheiden sich die beiden Verbände dadurch, dass der eine (ÖDC) hauptsächlich für die Interessen der Dampfer eintritt und der andere (VFFED) für die Interessen der Unternehmerinnen und Unternehmer.
Tatsächlich aber, arbeiten die beiden Verbände Hand in Hand an einem gemeinsamen Ziel, helfen sich gegenseitig ohne Befindlichkeiten aus, treten gemeinsam vor die Kameras und Mikrofone der Presse, unterstützen dieselben Vorhaben im Kampf gegen die Überregulierung und versuchen zum Teil sehr erfolgreich, die Interessen aller unter einem Hut zu bringen.

All das, was der IG-ED vorgeworfen wird (ohne jetzt die Vorwürfe einer objektiven Recherche unterzogen zu haben), trifft auf keinen der beiden österreichischen Verbände zu.
Entscheidungen werden schnell und auf Basis möglichst umfangreicher Informationen getroffen, die Entscheidungsfindung muss sich nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen, die beiden Vorstände sind persönlich und ständig im realen Leben unterwegs um Gespräche zu führen, an Verhandlungen teilzunehmen und aktiv für die gemeinsame Sache zu arbeiten.
Ob im Parlament, vor Ausschüssen, in der Normierungstelle, in der Gesetzwerdungsphase, etc.... es gibt Dutzende Beispiele, an denen klar erkennbar ist, dass die beiden Einrichtungen sich nicht alleine auf die virtuelle Welt, sondern überwiegend auf reale Begegnungen verlassen.

Thomas Baburek - Präsident des VFFED

Stefan Wölflinger - Präsident des ÖDC

mit vereinten Kräften im Parlament

Thomas Baburek vor der Anhörung im Ausschuss



Stefan Wölflinger – Präsident des ÖDC – tourt von einem Stammtisch zum nächsten und informiert vor Ort darüber, was ansteht, was geplant ist und was noch alles an Aktivitäten folgen muss, um das Dampfen in seiner Vielfalt zu erhalten. Braucht es juristischen Rat kann er auf die Ressourcen des VFFED zurückgreifen, wo Thomas Baburek als Präsident vorsteht.
Beide gemeinsam vertreten dann auch die Dampfercommunity bei Gesprächen mit der Regierung, den Kammern und den übrigen Einrichtungen, die dem Dampfen negativ gegenüberstehen.
Und das gut gebrieft, geschult und nicht aus der Hüfte heraus.

Beide haben sehr rasch verstanden, dass nur ein gemeinsames Vorgehen Erfolg haben kann und der wirkliche Kampf um das Genussmittel Dampfen nicht in den Foren dieser Welt, sondern an den Verhandlungstischen der Gesetzgeber und deren Vertreter geführt wird.
Mit Fakten und Zahlen, mit gut recherchierten Studien und mit viel „Klinkenputzen“ statt motzen.

Ich denke, dass man hier keinen Vergleich zwischen Österreich und den Vorgängen in Deutschland ziehen kann - sofern diese Vorhaltungen überhaupt stimmen.
Zu unterschiedlich sind die Herangehensweisen und auch die tatsächlichen Erfolge, die erzielt wurden (ich denke hier zum Beispiel an die gewonnene Klage vor dem Verfassungsgerichtshof).

Anhörung vor dem Verfassungsgerichtshof
Nein, lieber facebook-User, in Österreich haben wir keine derartige Situation ;-)

Virtuelle soziale Netzwerke wie zum Beispiel facebook, whats app und vk.com sind mit Abstand der größte Tummelplatz der Dampfergemeinde. Tausende User in hunderten Gruppen und Foren geben ihr Bestes, um meinungsbildend zu sein.
Leider entstehen dabei regelmäßig auch Blogs mit alten, längst widerlegten Inhalten – nicht selten im einfachsten copy&paste -Verfahren und oft klar erkennbar nur dazu da, um die eigene Wichtigkeit herauszuarbeiten, ohne auf den Inhalt Rücksicht zu nehmen.
Blogs, die sich zum Beispiel mit juristischen Feinheiten auseinandersetzen, ohne das nötige juristische Rüstzeug dafür zu besitzen, oder auch nur die einfachsten Regeln einer Recherche zu kennen, geschweige denn auch anzuwenden.
Blogs, die sich selber ernster nehmen, als das grundlegende Thema an sich und vermeintliche Wahrheiten, jedoch ohne Tatsachensubstrat dahinter, als das neue Evangelium verbreiten.
Angstmacher-Blogs, die das Ende des Dampfens an sich heraufbeschwören und dabei wissentlich oder unwissentlich den tatsächlichen Gegnern in die Hände spielen.

Gott sei Dank sind diese Blogs eher die Ausnahme und nicht die Regel in der virtuellen Welt der Dampfer.
Aber es gibt sie und sie werden gelesen, verbreitet und tragen ihren Teil dazu bei, das eigentliche Ziel, das Dampfen als Genussmittel zu etablieren ein wenig weiter in die Ferne zu rücken.

Mein Appell und auch Schlusswort für heute lautet daher: Liebe Dampfer, seid ein wenig kritischer, hinterfragt ein wenig mehr wenn es wieder irgendwo zu lesen gibt, dass das Dampfen und alles, was damit zu tun hat vor dem endgültigen Aus steht. Das stimmt nicht einmal im Ansatz.

Noch ein Zusatz, damit keine Irritationen aufkommen:

Ich bashe NICHT gegen die IG-ED und nehme an keinen Auseinandersetzungen teil und ergreife in dem vorliegendem Fall keinerlei Position ausser meiner eigenen als Mitleser und Zuhörer.

In diesem Sinne: vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber



Sonntag, 21. August 2016

Orakeln um jeden Preis

Kaffeesudlesen und andere übersinnliche Methoden

In den letzten Wochen wurde ich sehr oft gefragt: „Und? Weisst schon was? Was wird kommen? Geht die Klage durch?“, oder: „Soll ich weitermachen?“.
Ganz so, als wüsste ich etwas.

Dabei weiß ich genau so wenig oder so viel, wie alle, die sich mit der Materie befassen. Ich lese auch nur die Nachrichten, Beiträge, Presseaussendungen, die alle anderen auch lesen (könnten).
Und auch die Interna aus dem Parlament machen mich da nicht zum allwissenden Wunderwuzzi.

Also kann ich all diese Fragen nur mit der Methode aus dem Klassiker „40 Wagen westwärts“ beantworten ;-)

Orakel Jones - "40 Wagen westwärts"

Als da wäre:
Die Klage ….. vor Gericht und auf hoher See ist alles möglich. Erst dann, wenn es ein Erkenntnis gibt, haben wir eine aussagekräftige und endgültige Entscheidung. Ob dabei die überaus gefährliche Verordnungsermächtigung fällt, oder der Versandhandel?
Mein Kaffeesud sagt ja – das Gericht ….?

Was wird kommen ….. keine Ahnung. Wünschen würde ich mir den nächsten Sprung in der Liquidherstellung und da weiß ich zufällig, dass sich schon ein paar kluge Köpfe damit beschäftigen.
Technisch kann ich überhaupt nichts abschätzen, weil sich die Hersteller mit Ankündigungen fast überwerfen: jeden Tag kommt DAS neue und beste Gerät auf den Markt, etc....
In der Akkutechnologie könnte sich bald etwas tun – aber auch das ist noch nicht mehr als eine übersinnliche Wahrnehmung.
Soll ich weitermachen ….. Nein, natürlich nicht - zumindest nicht so, wie bisher, denn das würde bedeuten, dass derselbe Wahnsinn auch in Zukunft geschieht. Aber auch das ist nur meine persönliche Meinung (siehe etwas weiter unten im Artikel).

Das einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es neue Gesetze geben wird. Neue Regulierungen und neue Steuern. Das ist eigentlich schon beschlossene Sache in den Ministerien und es ist nur eine Frage der Zeit, wann es die Vorlagen in das Parlament schaffen und nicht mehr, ob etwas kommt.

Ansonsten denke ich da nicht all zu viel über solche Fragen nach. Und das aus sehr pragmatischen Gründen: ich sehe auf meinen Kontoauszügen nur Ausgänge an Händler und bin an wirtschaftlichen Ergüssen aus der Branche nicht beteiligt. Anders gesagt: es gibt da keine Eingänge auf meinem Konto, die ein tiefgründiges Befassen mit den Sorgen der Branche rechtfertigen würden ;-)

Mehr Gedanken mache ich mir dagegen über die Realität, die sich mir wie folgt darstellt:

Zwei Monate lang habe ich jetzt dem Posteingang in der Redaktion der Tageszeitung für die ich arbeite ein besonderes Augenmerk gewidmet.
Alles, was mit dem Dampfen zu tun hat, sollte auf meinen Tisch.

Ich war guter Dinge und habe eine ganze Reihe von Mails, Schreiben, Anrufnotizen, oder Kommentaren zu ähnlichen Themen erwartet.

…. eine Mail ist die magere Ausbeute.....

Im Vergleich dazu habe ich im selben Zeitraum (wie eingangs schon geschrieben) etwas mehr als 130 Mails zu meinem (diesem) Blog hier bekommen.

Also habe ich ein wenig telefoniert und wollte bei KollegInnen anderer Redaktionen herausfinden, ob die Post, Mails oder was auch immer zu dem Thema bekommen haben.

Auch hier war das Ergebnis nicht meinen Erwartungen entsprechend: gerade mal das eine Blatt, das leider bald für immer seine Pforten schließen wird und ein paar Beiträge zum Dampfen gebracht hatte, konnte ein paar Reaktionen vermelden.

(Dazu muss ich sagen, dass das Thema generell keine besonders große Sympathie in den Redaktionen erfährt.... es könnte natürlich sein, dass etwaige Nachrichten zu diesem Thema einfach untergegangen sind.)

Also, auf der einen Seite gibt es immer wieder Fragen von DampferInnen, wie es denn nun weitergeht, warum sich nichts tut, niemand darüber schreibt, etc... und auf der anderen Seite gibt aber offenbar kein Interesse daran, die eigene Meinung, den vielleicht vorhandenen Frust, oder auch Fragen an die Tageszeitungen zu schreiben.

Hm..... wenn ich mir die letzten aktuellen Zahlen ansehe, dann ist das kaum vorstellbar: über 48 Millionen Menschen allein in Europa sollen das Dampfen schon zumindest ausprobiert haben und mehr als sechs Millionen durch das Dampfen mit dem Rauchen aufgehört haben.
Und die aktuell publizierte Arbeit von Bernd Mayer, Peter Hajek und Joanna Miller, wo eine Umfrage mit einem aussagekräftigem Sample zum Effekt des Rauchstopps mittels Ecig auf die Häufigkeit von Erkältungskrankheiten erstellt wurde und die sehr positiv für das Dampfen ist, hat ein unglaubliches Echo in den sozialen Medien erfahren.
Eigentlich müssten da die Postfächer übergehen.

Univ.-Prof. Dr. Bernhard-Michael Mayer - Danke an dieser Stelle!

Sehr strange, dachte ich zuerst – bis ich meinen Denkfehler erkannt habe:

Einerseits handelt es sich bei den Fragestellern (und manches Mal auch Motzern) immer um die gleichen üblichen Verdächtigen und andererseits habe ich es mit Ex-Zigarettenrauchern zu tun.
Und die haben – so wie ich auch – selten bis gar nichts hinterfragt, was mit dem Rauchen zu tun hatte.
Die wenigsten von uns Ex-Rauchern wussten, was alles in der Zigarette drin ist, woher der Tabak kommt und oft nicht einmal, dass eine exorbitant hohe Steuer auf den Glimmstengeln aufgeschlagen ist.

Warum also, sollte sich das jetzt geändert haben? Es sind ja noch immer dieselben Menschen, die jetzt statt rauchen eben dampfen – aber sonst hat sich nicht viel geändert. Die Mentalität des „das machen schon die anderen“ und des „da findet sich schon jemand“ ist ja geblieben.

Ja, es hat sich zwar eine Art von Community entwickelt – aber die ergeht sich hauptsächlich in passiven Aktionen, wie zusehen, mitlesen und zuhören. Ein geschlossenes aktives Mitwirken ist noch nicht merkbar. Abgesehen von ein paar Einzelaktionen, die dafür umso mächtigere Lebenszeichen aussenden, ergeht sich die Community in einem stillen Dahinsiechen.

Und wenn nicht gerade aktuell die Kacke am Dampfen ist, dann zerfleischen sich verbal auch die Shops wieder untereinander, oder zeigen sich gegenseitig an (die Geburtsstunde der Dampfratte).

Dabei gibt es in Wahrheit jetzt noch viel mehr Grund, um noch näher zusammenzurücken und gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten.
Es werden weitere Gesetze, Verordnungen und Erlässe folgen, die uns das Dampfen in der Form, wie wir es jetzt kennen und lieben gelernt haben, fast unmöglich machen werden.

Dabei hat die Regierung hier nicht nur einen unglaublichen Vorteil, sondern auch die gesamte Macht des Staatsapparates auf ihrer Seite: sie macht die Gesetze und das ohne unser Zutun.

Der Vorteil der Regierung? Nun, das sind gleich mehrere: sie muss sich nicht von dem Business mit den Dampfgeräten und Liquids ernähren, sie muss sich unter dem Deckmantel verschiedenster Begründungen nicht um unsere Meinung kümmern (weil es noch immer keine gut ausgestattete Lobby gibt....) und agiert völlig emotionslos.

Mein persönliches und vorläufiges Fazit: Die Community ist über das soziale Medium noch immer nicht hinausgewachsen, einzelne Shopbetreiber agieren - ob aus Dummheit, aus Arroganz oder einfach aus Dummheit heraus - vollkommen gegen die eigene Branche und meinen, sie würden alleine überleben können (was für ein Größenwahn...) und die für uns so wichtige Wissenschaft, die als einzige die Beweise erbringen kann, die wir auch in Zukunft bitter nötig haben werden, wird noch immer nicht in dem Ausmaß von der Branche gefördert und unterstützt, wie es sein sollte.

Und das Lobbying ….. nun, das gibt es – ich möchte fast sagen „natürlich“ - noch immer nicht.
Es wird schlicht kein Cent für die PR-Arbeit freigemacht. Eigentlich unfassbar, dass hier die eigene Gier und der eigene Geiz der Branche einem Erfolg im Weg steht.
Jeder Greissler weiß, dass es notwendig ist, sich professionell zu positionieren, um überhaupt eine Chance aufs wirtschaftliche Überleben zu haben.
In dieser ganz speziellen Branche allerdings gelten offenbar andere Grundsätze – oder besser gesagt: ein anderer Glaube, weil mit wirtschaftlichen Grundsätzen hat das nicht viel zu tun.
Oft ist es so, dass anstatt mit Hilfe einer professionellen Agentur, alles in Eigenregie (ohne der entsprechenden Ausbildung und vor allem ohne dem notwendigen Netzwerk) abgearbeitet wird. Dazu stellt man dann einfach jemanden ein, der zum Beispiel branchenfremd ist und auch nicht über das Netzwerk, oder das professionelle Know-How verfügt. Weil es um einen Ticken günstiger ist.
Aber selbst das ist ein Trugschluss: wer hier spart, zahlt mindestens zwei Mal und wird vielleicht sogar hier und da über den Tisch gezogen.

Das Glück, dass die Branche hat, ist schlicht das momentan anhaltende Wachstum – sonst nicht viel mehr. Und hier muss ich noch einmal den Kaffeesud bemühen:

Viele, die jetzt nicht gegensteuern und ihr Unternehmen zukunftsorientiert orientieren, wird es in zwei Jahren nicht mehr geben. Und wir werden nicht traurig sein darüber.

In diesem Sinne: vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber und "40 Wagen westwärts"



 

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