Social Icons

facebook twitter google plus google plus google plus email

bewegte Bilder - Reviews, etc

Freitag, 2. März 2018

Dampfen – sag ja zur Freiheit von Gericht verboten?

… vor Gericht und auf hoher See ist alles möglich …


Seit gestern Abend ist auf den Webseiten der Phönix Handelsgruppe dieser Text zu lesen:

e-dampfzigarette.at

„Werte Kunden!

Das Landesgericht Wr. Neustadt hat uns aufgetragen, Werbung für verwandte Erzeugnisse
(also neuartige Tabakerzeugnisse, pflanzliche Raucherzeugnisse, elektronische Zigaretten und deren Liquids) im Sinne des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes zu unterlassen.

Dieser Beschluss ist nicht rechtskräftig, aber vorläufig von uns zu beachten. „

und auf phoenix-shop.eu - der Seite der tschechischen Partnerfirma (!):

„Die Seite wird derzeit überarbeitet„

Der Shop ist nicht mehr erreichbar …

Eine Entscheidung des Gerichts: so viel Meinung bei so wenig Ahnung ...


Was ist passiert?

Kurz gesagt, das Landesgericht Wr. Neustadt hat auf Antrag des Schutzverbandes gegen unlauteren Wettbewerb eine sogenannte einstweilige Verfügung erlassen, die es dem Shopbetreiber untersagt, Werbung für seine Produkte zu machen. (Das Urteil liegt der Redaktion zur Einsicht vor.)



Glaubwürdigen Informationen zufolge soll hinter der Klage die Vertretung der Trafikanten in der Wirtschaftskammer stehen – also der Monopolist in Sachen Tabakwaren.

Bei dieser einstweiligen Verfügung handelt es sich um eine vorübergehende Maßnahme für die Dauer des Rechtsstreites an sich – also solange, bis das Hauptverfahren rechtskräftig entschieden ist. Und das kann dauern ….

Auszug aus dem Beschluss...

Vorgeworfen wird dem Shopbetreiber, dass er den Versandhandel mit verwandten Erzeugnissen im Sinne des Tabak- und NichtraucherInnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetzes betreibt, bzw. bewirbt und dass er:

„Werbung für verwandte Erzeugnisse im Sinne des Tabak- und NichtraucherInnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetzes - TNRSG idgF (oder einer an die Stelle dieses Gesetzes tretenden gesetzlichen Bestimmung) entgegen dem gesetzlichen Werbeverbot betreibt, insbesondere Werbung über einen E-Dampfzigaretten- Shop unter der Domain www.e-dampfzigarette.at und/oder einer an die Stelle dieser Website tretenden Website, welche Website bzw. Onlineshop der direkten oder indirekten Verkaufsförderung von verwandten Erzeugnissen im Sinne des § 11 Abs 1 TNRSG dient.“

auf der Unternehmenswebseite betreibt.

Das Betreiben des Versandhandels wird dabei gleichgesetzt mit der Bewerbung der Möglichkeit, als Kunde sich seine Waren bei einer Abholstation (also im Offliner und/oder bei einer Privatperson des Vertrauens) abzuholen.

Also im Klartext:
Dem Shopbetreiber wird schlicht nicht nur der üblich bekannte Versandhandel (Kunde bestellt im Online-Shop, wählt zum Beispiel einen Paketzusteller aus und lässt sich die Ware liefern) verboten – den er tatsächlich gar nicht betreibt weil eben verboten und es gibt tatsächlich auch gar keine Möglichkeit, sich als Kunde die Waren zuschicken (versenden) zu lassen - ,  sondern auch die Möglichkeit, die zuvor ausgesuchte Ware im Offliner abzuholen – oder bei einer Privatperson (also einem anderen Kunden, oder dem Bruder des Kunden, etc...).

Das sieht das Gericht bereits als Bewerbung des „Versandhandel“ an. Genauer: als „Versandkette“.

Die angebliche Verletzung des Werbeverbots hängt sich vor allem darauf auf, dass es Bilder im Onlineshop zu sehen gab, die Waren zeigen, die dem Werbe-Verbot des TNRSG unterliegen. Also Liquids, Akkuträger, Verdampferköpfe, etc... - auch, wenn diese Waren a) in einem Shop zu sehen waren, der nicht in Österreich beheimatet ist (!) und b) diese Waren nicht kaufbar waren (keine Möglichkeit via Online-Shop diese Waren zu ordern, etc...).

Und ganz kurios:
Das Gericht sieht es auch als Werbung an, dass auf der Webseite der Slogan der politischen Arbeit – nämlich „Dampfen – sag ja zur Freiheit“ - stand. Das sei ebenfalls Werbung, auch wenn es politischer Aktivismus ist, diene es der Verkaufsförderung....

Das ist neu: politischer Aktivismus ist eine "verkaufsfördernde Maßnahme" und deshalb verboten ...

Dieser Urteilsspruch – diese einstweilige Verfügung – ist nun erst einmal nichts anderes, als eben eine vorübergehende Maßnahme des Gerichts auf Antrag der Gegenseite, die sich hier geschädigt sieht, um vorsichtshalber eventuelle Rechtsverletzungen zu unterbinden – bis zur endgültigen Entscheidung im sogenannten Hauptverfahren, wo dann alle Beweise und Argumente vorgebracht werden, etc....

Für den Shopbetreiber heißt das jetzt, dass er – obwohl er sich nach gängiger Rechtsmeinung an das geltende Recht gehalten hat, präventiv einmal abgestraft wird.
Weil die Trafikantenlobby sich einem unlauteren Wettbewerb ausgesetzt fühlt?

Alter Schwede, wie krank ist das: der monopolgeschützte Bereich der Trafikanten setzt über den Kontakt bei der Wirtschaftskammer (die übrigens mit denselben Beitragszahlungen auch aus der Dampferbranche gefüttert wird....) den Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb in Bewegung und lässt so über Umwege der „Konkurrenz“ (wie soll das gehen bei einem Monopolisten?) ein wenig „Macht“ spüren?

Das Kuriosum setzt sich dann noch fort, in dem die fiktive „Organisation“ V.I.E.L.D. (eine reine Fan-Fiction Geschichte von privaten Dampfern...) als Teil der Versandkette bezeichnet wird, weil das Logo auf der Webseite zu finden war und der Initiator von V.I.E.L.D. in seiner Freizeit und auf eigene Kosten dem einen oder anderen Dampfer von seinen eigenen Einkäufen etwas mitgebracht hat …

Obwohl das Gericht hier keine Gewerbstätigkeit festgestellt hat, stellt diese nicht-existente und private Fangruppe einen Teil der Versandkette dar, die es ohnehin nicht gibt, weil der Shop schon seit langem keinen Versand mehr anbietet?

Ok, auf hoher See und vor Gericht ist ja wirklich alles möglich. Aber das fällt dann wohl schon in die Kategorie absurd.

Noch dazu, wo die Vorsitzende schon im Vorfeld zu erkennen gegeben hat, dass sie grundsätzlich gegen einen „leichten“ Zugang zu E-Zigaretten ist.

Wow, das hat eine neue negative Qualität: politischer Aktivismus ist Werbung für eine Handelsunternehmen, die eigene Kammer fällt Dir als Unternehmer in den Rücken und schützt durch Untätigkeit einen Monopolisten, Privatpersonen, die mobil inaktiven DampferInnen ihre Waren (ohne Bezahlung!) mitnehmen sind Teil einer nicht existenten Versandkette?

Das riecht doch alles schon so streng nach politisch-ideologischer Einflussnahme durch „übergeordnete“ Behörden, dass einem durch den Gestank übel wird.

„Zufällig“ deckt sich diese Vorgehensweise fast 1:1 mit der Meinung des allseits geliebten Dr. Pietsch, der am liebsten alles verbieten möchte, was man sich in den Mund stecken kann und das dampft …

Nun denn, wie geht es in dieser Causa weiter? Was unternimmt der Shop, was ist bei Gericht zu erwarten?

Der Shop ist nun erst einmal gezwungen, die Webseiten umzugestalten (der Betrieb einer Homepage wurde explizit nicht untersagt).

Danach geht es in das Hauptverfahren, wo die Parteien ihre Argumente und Beweise vortragen werden – die von Seiten des Shopbetreibers durchaus als massiv bezeichnet werden können.
Das Ziel ist es jedenfalls, diese Geschichte über alle Instanzen durchzufechten, um Rechtssicherheit zu bekommen.
Denn das ist hier die große Falle:
Das geltende Recht beinhaltet dermaßen viele Lücken und Interpretationsspielraum, dass es für keinen Händler Sicherheit gibt.

Welches Bild aus der Webseite ist nun schon Werbung?
Welcher Slogan darf noch verwendet werden?
Gibt es in Zukunft überhaupt noch die Möglichkeit außer der Adresse des Handelsunternehmen etwas anders auf der Webseite abzubilden?
Wie ist das, wenn der Kunde aus dem Shop etwas für den Bruder mitnimmt und das gegenüber dem Verkäufer und Offline-Shop auch so sagt: “Ich nehm' das für meinen Bruder mit.“, oder aus dem Offliner zu Hause bei der Frau Gemahlin anruft und die im sagt: „Das Liquid XY nimm mir auch bitte mit.“ - ist das dann schon eine Versandkette, oder nicht?

Und: wie steht die Politik zu dem Verhalten des Monopolisten?

Wir bleiben dran und können auf jeden Fall Entwarnung für die Kunden des Shops geben: Der Betreiber wird auch in Zukunft nicht klein beigeben.

Für alle anderen Shopbetreiber gilt: holt Euch Infos über das Verfahren!

Vape on!


Text und Bilder: Felix Huber

Samstag, 10. Februar 2018

Qualität – Quantität

… vom Hype getrieben oder von der Vernunft geleitet?


In den letzten Wochen gab es leider wenig Zeit für das Dampfcafe: eine neue Regierung ist eingezogen, die jede Menge an Aufmerksamkeit und Berichterstattung für meinen Brotberuf forderte und ein neues Medienprojekt ist gestartet, das ebenfalls eine Menge an Arbeit mit sich bringt.

Zeit für einen Blick hinter die Kulissen gab und gibt es trotzdem immer wieder.

Ein Thema, das bei meinen „Kamingesprächen“ mit befreundeten Händlern immer wieder aufkocht ist die Produktvielfalt und damit verbunden auch die Einkaufspolitik.

Während die DampferInnen das zumeist begrüßen – dass es immer mehr und in immer kürzeren Abständen die nächste „beste“ Hardware gibt – stellt die Produktpolitik einiger Hersteller die Marktteilnehmer im Handel auf eine ordentliche Probe.

„Ein Sauhaufen sondergleichen, wo die Dampfer als Testobjekte missbraucht werden“ ist da schon mal zu hören und tatsächlich scheint es bei einigen Herstellern Usus geworden zu sein, Produkte zu lancieren, die direkt vom Reißbrett in die Produktionsanlage gesprungen sind und dann gleich in den Handel geworfen werden. Ohne Testverfahren, ohne Feedback einzuholen und ohne Rücksicht auf mögliche Mängel im ersten Patch.

Das war zwar auch schon vor einigen Jahren so, aber nicht in dem Ausmaß, wie wir es heute beobachten können.

Ich erinnere mich an meine eigenen Erfahrungen mit der Efusion von Lost Vape:
Mein Haben-Will-Virus  und der damals noch relativ neue DNA 200 Chip haben mich zu einem regelrechten Massenankauf verführt. Das Teil musste ich haben.
Ein halbes Jahr – und etliche Reklamationen – später, war ich zumindest von dieser einen Box geheilt. Ohne dass ich etwas daraus gelernt hatte.
Produkte der Firma Lost Vape zogen wieder bei mir ein und sorgten wieder für Unmut – bis hin zur letzten Episode mit der wunderschönen, aber zickigen Paranormal mit dem DNA 75 c Chip.

Bei all diesen Produkten hatte ich immer wieder den Eindruck, dass es dem Hersteller eigentlich vollkommen egal ist, wie ich als Dampfer damit zu Recht komme und auch, dass diese Produkte wohl weder eine Testphase durchlaufen haben, noch vor Auslieferung einem ordentlichen Qualitätscheck unterzogen werden.

Acht Boxen – acht Mal Ärger und Totalausfälle.

Ich bin anscheinend lernresistent ….

Das ist nur ein Beispiel aus meiner kleinen Welt, aber wie mir meine Händlerfreunde bestätigen, scheint das ein Problem zu sein, das mehrere Hersteller und viele Produkte betrifft. Einige der Händler, mit denen ich über dieses Thema gesprochen haben, haben da auch die Notbremse gezogen und Hersteller deswegen aus dem Programm gestrichen.

„Da verkaufst Du 100 Boxen und kriegst fast hundert Prozent als Reklamation zurück – das kann nicht sein!“ resümiert ein Händler und gibt auch gleich zu, dass sich in der Einkaufspolitik einiges ändern muss und wird:
„Wir jagen da immer dem nächsten künstlichen Hype hinterher – je bunter und greller desto besser. Das ist falsch.“

Die Kunden werden immer öfter zu Testpersonen degradiert, die teures Geld dafür ausgeben, um in der Art Hardware-Lotterie mitzuspielen. Manche Teile funktionieren dann auch tatsächlich auf Anhieb und manche stellen sich schon nach kurzer Zeit als Dauerbaustelle heraus.
Klappernde Tasten, ausfallende Displays, Gehäusefarbe, die überall anders zu finden ist, nur nicht mehr dort, wo sie sein soll, und so weiter ….

Eine Entscheidung, die eigentlich nicht schwer ist ....


Der Händler erklärt mir auch, warum das Nachjagen nach dem nächsten bunten und grellen Hype für sein Unternehmen gelinde gesagt suboptimal ist und warum er diese Reise nicht mehr mitmacht:

„Es sind ja nicht nur die Dampfer, die sich mit halbfertigen Teilen herumschlagen und ärgern müssen. Auch wir leiden darunter, wenn wir solche Ware auf dem Markt lassen. Die Kunden sind zurecht sauer, wenn sie 80 oder 100 Euro in ein Gerät investieren, dass außer bunt zu blinken nur Stress macht. Die Zeit die wir dann investieren müssen und der Aufwand, den wir betreiben müssen und der notwendig ist, um das Vertrauen wieder herzustellen – das steht in keiner Relation. Wir wollen zufriedene Kunden, keine Reklamationen und nicht den Kopf für Hersteller hinhalten, die nicht gewillt sind, gute Qualität abzuliefern.“

Er erzählt dann auch, dass sich viele auf dem Markt von der Geiz-ist-geil Mentalität haben anstecken lassen und billige Produkte den Markt überschwemmen.
Billig bedeutet hier: man kauft dann zweimal. Einmal billig und unter Umständen bunten Ramsch und einmal dann Qualitätsware, die sich bewährt hat.

„Das will ich ausschalten. Besser einmal etwas teurer gekauft und Ruhe in der Hütte – für die Dampfer und auch für mich.“

Es scheint, als würde sich der Markt ein wenig konsolidieren und Boden unter die Füße bekommen.
Das wäre wünschenswert: mehr Qualität, weniger Ramsch.

Vape on!


Text: Felix Huber

Sonntag, 7. Januar 2018

Chinaladen vs Händler vor Ort

… Geiz ist geil - stimmt nicht


Immer wieder kommen mir Beiträge in den sozialen Netzwerken unter, in denen gegen die Offlinehändler hergezogen wird. Zu hohe Preise werden da zumeist als Argument genannt – und immer wieder wird der Vergleich mit Internetportalen, die Chinawaren direkt verkaufen strapaziert. Das nervt …..

Gerade in der Dampferszene sind Waren aus China nicht weg zu denken:
mehr als 40 Prozent der am Markt erhältlichen Hardware hat ihren Ursprung im Land der aufgehenden Sonne.

Shenzhen stellt dabei so etwas wie einen Hotspot dar: die Stadt liegt im Süden der Provinz Guandong, grenzt an die Verwaltungszone Hongkong und hat den Status einer Sonderverwaltungszone inne. Die Elektronik- und Telekommunikationsindustrie sind die wichtigsten Wirtschaftsbereiche Shenzhens, so der Eintrag auf Wikipedia.

Shenzhen


Ein Auszug der Firmen aus dem Bereich der Dampferbranche, die von Shenzhen aus operieren und sich auch in der „Shenzhen Electronic Vaporizer Industry Association“ zusammengeschlossen haben, um ein massives Gegengewicht gegen die ANTZ-Lobby zu bilden:

Shenzhen Yongdeli Technology Co. Ltd
Dongguan huijian hardware products co. LTD
Shenzhen Tenscen Technology Co. ltd
Shenzhen chiptech Technology Co. ltd
Shenzhen A-touch Electronic Co.  Ltd.
Shenzhen estronsmoke technology co. ltd
Shenzhen G-Taste Technology Co.  Ltd
Shenzhen hekvapor Co.  Ltd
Shenzhen kingciger technology co.ltd
Shenzhen kingarea Technology Co. Ltd
Shenzhen Kingway Ecigs Technology Co. Ltd
Shenzhen Ecigcreate Technology Co.Ltd
Shenzhen qihai technology co. ltd
Shenzhen SMOK Technology Co. Ltd
EnjoyLife Technology CO. LTD
Samsonpower technology co ltd
Shenzhen Everzon Technology Co.  Ltd.
ShenZhen ejoy technology co ltd
Shenzhen Everbright Shidai Technologies Co. Ltd
Shenzhen Fucig Technology Co.  Ltd.
ShenZhen hekvapor Technology Co. LTD
Shenzhen Hcigar Technology co. ltd
Shenzhen Joecig Technology Co Ltd
Shenzhen Kangleer Technology Co.  LTD
Shenzhen Kangside Technology co ltd
Shenzhen Linktrend Technology CO. LTD
Eternal Energy Co. Ltd JiangMen Power Electronic Co. LTD
Shenzhen Youshun Electronics Co.  Ltd.
Shenzhen Buddy Technology Co.  Ltd.
Shenzhen Elego Technology Co. Ltd
Shenzhen Eigate Technology Co.  Ltd
Shanghai Green vaper Technology Co. Ltd
Shanghai heavengifts Technology Co. Ltd
Shenzhen JSB Technology Co.  Ltd.
ShenZhen Kanger Technology Co. Ltd
Shenzhen Wanna Technology Co.  Ltd.
Shenzhen Wotofo Technology Co.  Ltd.
ShenZhen Innokin Technology Co. Ltd

Das ist schon eine ordentliche Hausnummer....

China – und speziell diesen Teil von China – könnte man also als Geburtsstätte des Dampfens betrachten.

Zwangsläufig bestellen die Großhändler und Händler aus aller Welt bei diesen Firmen oder bei sogenannten Sales-Agents, die den Service anbieten, die gewünschten Waren vor Ort zu organisieren und an den Abnehmer zu versenden.
Ob das nun kleine Unternehmen sind, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben, oder große und weltweit bekannte Versandhändler – wie Heavengifts, AliExpress (Alibaba), Amazon, GearBest, etc.. - ist Makulatur: der Vorgang ist derselbe.
Der Händler aus Österreich bestellt beim Sales-Agent und bezahlt dafür.

Warum einzelne Händler (nicht Großhändler!) nicht direkt beim Hersteller bestellen, hängt unter anderem auch mit der TPD-Regelung zusammen: da ist man ganz schnell der Importeur der Waren und trägt nicht nur die gesamte Haftung, sondern auch das ganze finanzielle und rechtliche Risiko bei der Anmeldung, Zulassung, etc...
Für einen normalen Händler, der vielleicht zwei oder drei Offliner betreibt, ein zu großer Aufwand, der sich nicht rentiert.

Natürlich verkaufen die Hersteller aus China ihre Waren auch selbst über große Marktplätze.

Dass es da zu teilweise sehr großen Preisunterschieden zwischen dem Offliner in Österreich und dem Hersteller, der bei AliExpress direkt verkauft kommt, liegt in der Natur der Sache.

Da wären einmal die enormen Unterschiede bei den Lohnkosten:
Während in Shenzhen zum Beispiel der gesetzlich festgelegte Mindestlohn bei umgerechnet 273 Euro liegt (!) - und Shenzhen ist hier der Spitzenreiter in China – liegt der in Österreich bei rund 1600 Euro (brutto) im Handel.
Das und viele andere – durch EU-Regelungen und nationale Gesetze verankerten – Produktnebenkosten führen dazu, dass ein Hersteller seine Waren mitsamt Gewinnspanne im Direktverkauf in China deutlich billiger anbieten kann, als schon der Einkaufspreis eines Händlers in Österreich ausfällt.
Dann kommt noch dazu, dass es durchaus eine ganze Reihe von Chinahändlern gibt, die sich um Steuern und Abgaben einen Dreck scheren und einfach einmal Zollabgaben nicht zahlen – siehe das jüngste Beispiel Amazon und der deutsche Fiskus.

Der Fiskus in Deutschland geht gegen Chinahändler vor...
Schon jetzt muss jedem klar sein: ein direkter Vergleich zwischen den Preisen die ein Hersteller im Direktverkauf bei einem China-Onlinehändler verlangt und den Preisen, die für dieselbe Ware bei einem Offliner in Österreich verlangt werden (müssen) ist schlicht nicht sinnhaft und verzerrt die Realität.

Das sagt einem eigentlich schon der Hausverstand....

Umso mehr wurmt mich dann, wenn ich in sozialen Medien Beiträge lese, in denen Offline-Händlern vorgeworfen wird, dass sie „utopische „Preise verlangen würden, etc...

Ein Beispiel aus Facebook von heute (Text ist rauskopiert und nicht korrigiert):

„China vs Deutschland

Eins wollte ich hier mal loswerden. Ich kann diesen blinden support für deutsche offline Händler nicht nachvollziehen. Die Preise sind teils utopisch. Das gleiche gilt aber auch für deutsche Versandhändler. Die Preise für Hardware sind eine Frechheit, von liquid und Aromen fange ich besser erst gar nicht an. Mir ist bewusst, das so ein Shop natürlich ganz andere kosten hat aber die Gewinnspanne speziell bei liquids ist gigantisch. Ich finde offis gerade für Einsteiger wichtig und kann verstehen das man diese etwas unterstützen will. Ich würde dies auch tun wenn der Aufpreis nicht so enorm wäre. Manche Händler machen mit eurem “support” ein Vermögen.
Hier mal meine Hardware direkt aus China, falls sich der ein oder andere nicht im Klaren ist wie groß der Unterschied wirklich ist. (Alle Artikel wurden gecheckt und sind 100% original)

Unimax 25 18€
IStick Pico + Melo 3 mini 17€
Eleaf icare 5€
Joyetech ego aio 10€
Wismec Theorem 6€

Ich glaube wenn nicht alle blind einkaufen würden, könnten sich die Preise etwas normalisieren.

Nur meine Meinung“

so viel Meinung .. mit so wenig Wissen ...


Der Verfasser schreibt dann in einigen weiteren Kommentaren unter diesem Eintrag noch dazu, er kenne sich aus, komme selbst aus dem Bereich des Imports und zieht so richtig gegen die „vermögenden“ Händler vom Leder.

Na ja, das mit dem „alles gecheckt und 100% original“ - das stelle ich jetzt einmal in die Ecke „Wunschdenken“ ab.
How ever, ich habe mir als Beispiel die Einkaufspreise für die Ego AIO angesehen und muss sagen: da muss man als Händler in Österreich draufzahlen, wenn man die in Europa um diesen Preis verkaufen möchte. Das geht schlicht nicht. Da gibt es dann keine Gewinnspanne, sondern eine Verlustzone ….

Was alle diejenigen, die unter diesem Beitrag auf Facebook in das Bashing gegen die Offliner fleißig eingestimmt haben, zudem vollkommen außer Acht lassen:

Reklamationen, Garantie, Gewährleistung, Support, zigtausende Arbeitsplätze die in diesem Markt entstanden sind und erhalten werden wollen und noch vieles mehr, das mit einfließt in eine ordentliche Preisgestaltung.

Mir ist diese „Geiz ist geil“-Mentalität zuwider.

Und ich bin sehr zufrieden damit, dass der Fiskus gegen die Zollabgabenhinterzieher radikal vorgeht – vielleicht „normalisiert“ sich der Markt ja dann wieder etwas?
Damit wäre dem Poster auf Facebook ja ein Wunsch in Erfüllung gegangen ….

Liebe Leute, unterstützt die heimischen Händler und Hersteller durch einen Einkauf beim Offliner.
Die bieten nicht nur einen Support, den ihr bei einem China-Onlinehändler nicht bekommt, sondern darüber hinaus gibt es einen funktionierenden Verbraucherschutz, zugelassene Waren, eine aktive Lobby gegen die ANTZ in Österreich und ihr sichert damit nicht nur bestehende Arbeitsplätze, sondern trägt auch mit Eurem Einkauf dazu bei, dass neue Arbeitsplätze entstehen, sich die Qualität im Support ständig verbessert und eine flächendeckende Versorgung möglich wird.

Den Händler in China interessiert es wohl nicht so sehr, ob ihr mit Eurem Gerät zufrieden seid – der Offliner um die Ecke wird sich um Euer Anliegen kümmern.

Vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: reporter.co.at,ArchDaily

 

Impressum

Erstellung und Verantwortlich für den Inhalt:
ÖFJ - Österreichische Fotojournalistinnen und Fotojournalisten
Zuständigkeit: Landespolizeidirektion Wien, Referat Vereins-, Versammlungs- und Medienrechtsangelegenheiten
ZVR 549473704

Disclaimer

Informationen zum Haftungsausschluss finden Sie hier:
http://www.reporter.co.at/impressum.php