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Posts mit dem Label Christian Köhbach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Samstag, 10. Oktober 2015

Klon oder kein Klon – das ist hier die Frage

... das Original – der teurere Nachbau? 


Ich will gleich am Anfang dieses Artikels die Frage in der Überschrift beantworten – damit sich die Anzahl der aufgeregten Leser in Grenzen hält:

Nein, natürlich nicht.

Alles wieder gut? Blutdruck bei den Verfechtern von Originalität wieder auf Normalniveau?

Gut, denn hier kommt die nächste Überschrift:

der Klon – der Ruin für die Hersteller...


Und jetzt bitte auch die Fraktion der Klon-Besitzer wieder durchatmen und zur Ruhe kommen – sonst versäumt ihr die dritte Überschrift:

Klon oder Original – egal! Hauptsache es dampft!


Und das liebe Leserinnen und Leser, das ist es, was Dampfer im Großen und Ganzen interessiert.

Wenn ich bei einer lustigen Runde ein wenig Feuer machen will, dann reicht es für gewöhnlich, wenn ich das Gespräch auf das Thema „Klone“ lenke.
Da spalten sich dann nicht nur Meinungen und erhitzen sich Gemüter: manches Mal habe ich den Eindruck, als würden Atome gespalten und Kilometer von Claptons aufgeheizt – so emotional wird da debattiert.

Und mit was für Argumenten....
Plötzlich machen sich Dampfer Sorgen um die Hersteller (?), weil die dann ja fast verarmen würden und zusperren müssten.
Fälschungen seien das (die Klone) und angezeigt muss das werden und überhaupt: Händler die Klone verkaufen sind ja so was von schlecht.
Quatsch, sagen die Klone-Befürworter: wer sich das Original um € 200,00 nicht leisten kann und sich deswegen einen Klon kauft, ist ohnehin kein Kunde für  das teurere Original.




Und dann mach ich so meinen Blick in die Runde und sehe da einen Flash V3 Nachbau, dort einen Kayfun Clone, und bei dem, der am lautesten gemeckert hat, finde ich gleich mal  einen MK2 Nachbau – den er dann auch schon mal „super“ findet.

Was sagen die Hersteller dazu?
Ich habe mit einigen geredet und die Meinungen sind dort genauso unterschiedlich, wie bei den Dampfern selbst:
einigen sind die Klone ein Dorn im Auge und die bieten dann sogar Prämien in Form von Originalware an, wenn man einen Händler meldet, der Klone der eigenen Ware verkauft und andere wieder sehen es als zusätzliche Werbung und finden, dass die Klientel, die billigere Klone kauft, in Zukunft vielleicht sogar zur Originalware greifen wird.

Wie sieht's da eigentlich rechtlich aus? Ist es verboten, Klone zu verkaufen?
Nein. Solange klar gemacht wird, dass es sich bei der angebotenen Ware um einen Nachbau handelt und nicht um das Original, gibt es rechtlich keinen Grund, den Nachbau nicht zu verkaufen.
Wenn der Nachbau allerdings als Original angeboten und als Original verkauft wird, dann könnte man hier sogar den kausalen Zusammenhang von Täuschung und Schädigungsabsicht herausarbeiten und dann wäre es schlicht Betrug.
Und natürlich ist es auch verboten, patent- oder markenrechtlich geschützte Produkte zu fälschen und in den Verkauf zu bringen. Allerdings gibt es da nicht besonders viele Hersteller und noch viel weniger Produkte, die unter solch einen Schutz fallen, wie die Recherchen gezeigt haben.

Das hängt auch ein wenig mit der extrem schnellen Entwicklung zusammen, die wir erleben: nahezu wöchentlich kommen neue, innovativere und „bessere“ Produkte auf den Markt. Oft ist es sogar so, dass Händler ein neues Produkt bestellen, dann bis zu sechs Wochen auf die Lieferung warten müssen und während der Wartezeit vom Hersteller eine verbesserte Variante, oder sogar schon der Nachfolger präsentiert wird.

Das betrifft vor allem die Hersteller aus China, die hier richtig inflationär wöchentlich mit dem nächsten neuesten Teil in den Startlöchern stehen.

Das Reich der Mitte ist zudem auch der größte Umschlagplatz für Klonhersteller, die dann über Plattformen wie Fasttech, oder auch Gearbest an die DampferInnen gebracht werden.

Die zufällige Nähe der Standorte von Original- und Klonherstellern hat in China fast schon Tradition und nicht selten gibt es auch eine Art von Gentlemen's Agreement, aus denen dann beide Parteien einen Nutzen ziehen.

Anders verhält es sich bei Herstellern aus den USA, den Philippinen und aus Europa.
Während amerikanische Hersteller zu einem großen Teil sofort vor Gericht ziehen, wenn sie eines Nachbaus gewahr werden, kümmern sich die meisten Modhersteller des fünftgrößten Inselstaates der Welt wenig bis gar nicht um Klone. Einige davon stellen sogar – quasi nebenbei – selbst Klone anderer Hersteller her.
Und Europa ist wieder anders.
Hier gibt es eine Reihe von Herstellern, die ihre Produkte marken- und patentrechtlich geschützt haben und bedacht darauf sind, dass ihre Produkte nicht kopiert und als Originale verkauft werden.

Aber was hilft das alles?

Sehen wir uns das Beispiel des neuen und hochgelobten Genius² Verdampfers an, dann muss ich feststellen, dass es schon wenige Tage nach der offiziellen Auslieferung an die Händler, einen Nachbau gab, der nur ein Achtel des Preises des Original kostet.
Der trägt den Namenszusatz „Style“ und sieht im Design zumindest so ähnlich aus, wie der Edelverdampfer von German Stil Vapor. Der Händler führt dazu auch aus, dass es sich um einen 1:1 Klon handeln soll.

Und ich darf dazu einen Eintrag aus einem Forum zitieren:

„Wir haben ihn sogar schon bestellt letzte Woche - da wir ja an die Originale nicht dran kommen..“

Und aus einem anderen Forum:

„Gibt es schon einen clone von dem genialen GENIUS²? Würde gerne erst einen Clone testen, bevor ich viel Geld für das Original ausgebe.
Das mir diese Frage nicht alle zu Freunden macht, ist mir schon klar.
Aber ich bin noch in der "Findungsphase" und kann nicht 200€ für einen Verdampfer ausgeben, außer er überzeugt mich vollkommen.
Der Genesis V2 MkII hat es geschafft, da kommt jetzt ein Original. Der Kayfun V4 hingegen nicht. Hier hätte ich mich sehr geärgert ein Orignal gekauft zu haben. Daher will ich erst Testen, dann Geld ausgeben. “


Und das spiegelt sehr schön den tatsächlichen Umgang der Community mit dem Thema Klone wieder: schmerzfrei.

Wie stehen die Händler dazu, die ich schon interviewt habe (einige Interviews sind noch nicht veröffentlicht...)?
Auch hier gibt es eine Bandbreite von „geht gar nicht“ bis hin zu „die Kunden wünschen das so“.

Hm, das ist mir alles keine Hilfe. Die Frage, ob Klon oder nicht Klon lässt sich wohl nicht so einfach beantworten. Da gibt es nicht nur schwarz und weiß, oder gut und schlecht.

Ich selber habe auch zwei Klone in meiner Sammlung. Nachbauten von mechanischen Mods, die im Original nicht mehr hergestellt werden und einfach nicht zu kriegen waren. Das Design gefällt aber so gut, dass ich mir bei meinem Händler Tipps geben habe lassen, welche Klonhersteller gut verarbeiten und welche man besser auslassen sollte. Und dann habe ich die beiden Mods gekauft.
Was soll ich sagen? Mittlerweile sind die beiden nicht nur mehr Vitrinenstücke: ich habe sie auch regelmäßig in Gebrauch. Die Verarbeitung passt, da klemmt nichts, klappert nichts und sie liefern Strom an den Verdampfer.

Und ehrlich: meine originale Nookie habe ich um eine Menge Euros bekommen – Wochen später habe ich einen Nachbau gesehen, der erstens nur ein Fünftel gekostet hat und Fehler, die meine originale Box hat, einfach nicht mehr hat. Dass das Endfinish beim Klon tatsächlich meilenweit vom Original entfernt ist und (das sagt zumindest mein Händler des Vertrauens) der Reinheitsgehalt des Kupfers beim Klon nicht so toll sein wird – na ja, da kann ich dann schon verstehen, dass der eine oder andere Verbraucher das in Kauf nimmt.

Und eines ist für mich klar:

Wenn ein Klon dafür quasi verantwortlich sein könnte, dass es einen Zigarettenraucher weniger gibt – und damit auch ein potentielles Mordopfer der Tabakindustrie – dann bin ich ein überzeugter Befürworter von Nachbauten.

Ich bin aber auch genauso klar gegen alle jene Händler, die Nachbauten als Originale verkaufen.

Solange unmissverständlich darauf hingewiesen wird, dass es sich um Nachbauten handelt, eventuelle Nachteile gegenüber dem Original (von der Garantie weg bis hin zur Funktionsweise) offen erklärt werden und eine mögliche Gefährdung von Verbrauchern durch Benutzung eines Nachbaus ausgeschlossen wird, werden wir mit den Klonen leben.

Klon, oder nicht Klon bleibt daher eine individuelle Entscheidung sowohl der Händler (wenn sie sich an die Spielregeln halten) als auch der DampferInnen.

Es gibt von mir zwar keine Empfehlung für Klone, aber Verständnis.

Wir lesen uns in Kürze wieder, weil die TPD2 zu einem Sorgenkind auch im Bewusstsein der Community geworden ist und erste Reaktionen sowohl von den Händlern, als auch von den Verbrauchern darauf schließen lassen, dass endlich Bewegung in die Sache kommt.

Beachtet bitte die Aktion des 1. Österreichischen Dampfertalks, der eine Mailaktion gestartet hat, die sehr interessant zu werden verspricht..... (link zu der Aktion: Mailaktion 1.ÖDT)

Nächste  Woche gibt es jedenfalls ein von mit mit Spannung erwartetes Interview mit Thomas Baburek: „O Captain! My Captain!“ - viele Opfer für eine gute Sache – aber mit einem guten Ausgang?

Bilder:
Felix Huber
Amazon

Freitag, 2. Oktober 2015

KuK – Innovatives - made in Austria

... ein Käfig voller Dampf 

Mein heutiger Interviewpartner:

180 kg verteilt auf 1m 96cm, getragen von zwei Säulen, die in Schuhen mit der Größe 47 1/2 untergebracht sind. Dazu ein knallrotes Shirt, das Mühe hat, den Giganten einzuhüllen.
Hände, so groß, dass meine X Cube II darin aussieht, als wäre es eine Miniaturversion eines Mini-iSticks.
Ganz klar:
Christian in da House!



Christian Köhbach, 34, arbeitet bei der ÖBB und ist zuerst einmal: Dampfer. Und Produzent/Co-Produzent des „1. Österreichischen Dampfertalk“ - einer Sendung von und für Dampfer (Eigenbeschreibung auf Facebook), die in regelmäßigen Abständen live (!) über die Bühne geht, dann ist da noch sein Engagement bei einigen Händler und Herstellern, wo er sich als eine Art Mediator zwischen Verbrauchern und dem Vertrieb sieht und nicht zuletzt:

Er ist Teil von KuK – einer kleinen und innovativen Mod-Schmiede aus Wien, die mit sehr ausgefallenen Materialien arbeitet – oder besser gesagt: gearbeitet hat.

Im Interview bezeichnet sich Christian selbst als „technovativ“ - schafft damit gleich einmal eine neue Wortkreation – und offen für alles, was da noch kommt.



„Christian, seit wann dampfst Du und wie hat es bei Dir angefangen?“
„Das war Anfang 2012 – ich war starker Raucher mit bis zu drei Packungen pro Tag - und: mit einer ego-T. Ich war schon immer 'technovativ' und allem Technischen gegenüber neugierig. Irgendwie war es daher logisch, dass ich die E-Zigarette probierte – und dabei geblieben bin.“

„Aber das ist ja längst nicht alles – Du bist ja nicht nur beim Dampfen geblieben...“
„Das stimmt. Ich bin mit Leib und Seele Dampfer und will meines dazu beitragen, damit möglichst viele Menschen mein Hobby teilen.“

„Deines …. da gibt’s ja viel zu erzählen, nicht wahr? Lass uns mal mit dem 'ersten österreichischen Dampfertalk' anfangen: was ist das und was soll das bringen?“
„Der Talk informiert über alle möglichen Bereiche rund ums Dampfen. Egal ob wissenschaftlich, politisch, technisch – oder was sonst immer gerade anfällt. Und wir erreichen pro Live-Sendung einige Tauend Zuseher! Wir wollen mit unseren Sendungen am deutschsprachigen Markt ein wenig für Stimmung sorgen und auch Stimmung machen – auch politisch falls es nötig ist. In der Folge sieben hatten wir den Dr. Bernd Mayer zu Gast, der uns allen unglaublich ausführlich und geduldig alle Fragen rund ums Dampfen beantwortete und mit einigen Mythen aufräumte – das war einfach nur geil!“

„Apropo geil: als wir uns das erste Mal getroffen haben, hattest Du nicht nur Deinen Bruder – das andere 'K' bei 'KuK' – mit, sondern auch ein Teil, das meinen HWV zum Rotieren brachte. Was ist damit?“

(Dabei handelte es ich um dieses Teil hier: THE CAGE, einen Akkuträger mit versenktem Verdampfer bis 25mm Durchmesser, den Evolv DNA 40 Chip, wechselbaren 18650 Akku und einer Menge an Innovationen... - zB nur 180 Gramm Gewicht mit Akku!)



„Ja, dieser Mod ist einzigartig.... und wir werden ihn nicht in Serie bauen.“
„Warum nicht?“
„Da gibt es viele Gründe: die Zeit, die dafür nötig ist – mein Bruder und ich haben das ja quasi nebenbei unserer Berufe gemacht - dann die Probleme mit den Chips: da bekommst Du fünf geliefert, von denen drei gleich mal kaputt geliefert werden und musst drei Monate auf die Nachlieferung warten, und nicht zu vergessen: die Kosten! Das Material, das wir verwendet haben, bekommst ja nicht an jeder Ecke: Alumide. Hochfest und sehr leicht und ebenso teuer. Das wird in Belgien dann nach unseren Plänen lasergesintert hergestellt. Stück für Stück – und das kostet...“

„Du hast da einen mit – darf ich?“



Die Box ist federleicht, liegt sehr gut in der Hand und gefällt sowohl vom Design, als auch von der Haptik: greift sich sehr gut an.
„Maximal Bausätze könnte es noch geben – wenn sich das dann jemand antun möchte.... Aber das waren ja nicht die einzigen Mods, die wir hergestellt haben: ganz zu Beginn haben wir Mods in Handarbeit aus Holz hergestellt. Und die sind sehr gut angenommen worden. Aber auch hier: der Aufwand steht sich kaufmännisch nicht dafür. DIe Holz-Boxen waren ja auch wieder sehr innovativ: mit 60 oder 100 Watt, 4600 oder 6400 mAh Lipo-Akkus, und so weiter - alles weit seiner Zeit voraus.“

Hier ein paar Bilder der besagten Holzmods:




„Christian, wird es 'KuK' Mods weder geben?“
„Ehrlich, das kann ich nicht sagen: ohne meinen Bruder – der das technische Know-How für die Konstruktion mitbringt – mache ich sowieso nichts in dieser Richtung. KuK gibt’s nur mit uns beiden – also.... wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“

„Wohin soll/wird Dein Weg gehen? Vom Dampfer zum Moderator/Produzenten hin zum Modder und nun...?“
„Ich seh' mich als Verbindung zwischen den Verbrauchern und den Händlern, habe das Ohr beim Kunden und höre, was gesagt, gewünscht und erwartet wird. Das versuche ich weiter zu kommunizieren und werde auch in Zukunft stärker in meinen Sendungen darauf eingehen. Auch wenn es dann vielleicht wieder heisst: es ist ja eine Verkaufsshow. Ich finde nichts schlechtes dabei, wenn wir den Leuten die neuesten Sachen zeigen und wo man sie bekommt und auch nichts schlechtes, wenn wir das Eine oder das Andere das uns selbst taugt, hervorheben. Da wir nicht dafür bezahlt werden, gehen solche Vorwürfe ohnehin ins Leere. Wir machen das, was uns gefällt und die Zahl der Zuseher gibt uns recht.“

„Christian, vielen Dank für Deine Zeit und für das Interview und viel Glück und Erfolg für Deine weiteren Vorhaben!“


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Christian Köhbach war ein Wunschkandidat von mir: er ist ein Beispiel dafür, was in dieser Branche alles möglich ist, welche unglaubliche Vielfalt hier noch verwirklichbar ist.
Ich habe ihn Ende April 2015 zufällig in einem Shop kennen gelernt, als er mit seinem Bruder auf Einkaufstour war und ich war von der Box „THE CAGE“ - die er damals 'zufällig' mit hatte, von Anfang an begeistert.


Die Idee, die innovative Kraft, die hier dahinter steckt, ist eine Botschaft, die ich allen weitergeben will: das Dampfen steckt noch immer in den Kinderschuhen. Hier gibt es Platz für jede Menge an Kreativität, unternehmerischen Geist und genug Platz, um auch mal ganz neue Wege zu gehen. Das „Rad“ ist zwar schon erfunden, aber das Design lässt noch viel Raum für phantasievolle Entwicklungen. Neue Materialien aus der Windkanalforschung (wie hier zum Beispiel Alumide), neue Technologien und noch vieles mehr, wartet nur darauf entdeckt und umgesetzt zu werden.
Und wir Dampfer werden es kaufen – keine Frage!

Als dann: Vape on!
Wir lesen uns dann nächste Woche wieder zum Thema: Klon oder nicht Klon, das ist hier die Frage!

Bilder:
Felix Huber
Christian Köhbach
K&K Mods

 

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