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Sonntag, 6. März 2016

Martinas Ritt auf der Kanonenkugel

die Legende vom MAK-Wert




Ich zitiere heute mal vorab aus einer Presseaussendung, die mir zugespielt wurde und am Montag an die Redaktionen im Lande geht.

Die Leiterin der Abteilung Stabsstelle Krebsprävention und WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle  im Deutschen Krebsforschungszentrum  (DKFZ) – Frau Dr.Pötschke-Langer wird von den Behörden immer wieder als glaubhafte Auskunftsperson benannt und wurde zuletzt als Einzelsachverständige zur Anhörung in den deutschen Bundestag geladen.

Eben dort hat die Auskunftsperson in ihrer Funktion als geladene Einzelsachverständige wissentlich die Unwahrheit gesagt, als sie von einem MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) des E-Zigaretten Liquidinhaltsstoffes Propylenglykol (PG) gesprochen und auf die angeblich immense Gefährlichkeit dieses Stoffes hingewiesen hat. (Video- und Wortprotokoll dazu liegen vor.)

Diese Aussage ist schlicht unwahr und hat leider mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Entscheidungsfindung im deutschen Bundestag beigetragen.

Es gibt tatsächlich keinen festgelegten MAK-Grenzwert für diesen Stoff, da er als unbedenklich gilt. Dieser Umstand muss Frau Dr. Pötschke-Langer als Einzelsachverständige bekannt gewesen sein. (Siehe dazu auch die Liste der MAK-Werte  im Rechtsinformationssystem des Bundes .)
Sämtliche von der Leiterin der Abteilung Stabsstelle Krebsprävention dazu genannten Grenzwerte sind deshalb auch als unwahr anzusehen.

Da es auch in der Vergangenheit immer wieder zu Kritik an den Aussagen von Frau Dr. Pötschke-Langer seitens weltweit anerkannter Wissenschaftler über den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen hinsichtlich Toxizität und Gefahrenpotential der E-Zigarette gekommen ist, muss klar festgestellt werden, dass es unzulässig ist, auch nur eine einzige Aussage von Frau Dr. Pötschke-Langer als Basis für etwaige Gesetzesentwürfe heranzuziehen.

Das Gesundheitsministerium ist nun aufgefordert, sämtliche Erkenntnisse, die auf den Aussagen von Frau Dr. Pötschke-Langer basieren, von Grund auf neu zu bewerten und jedenfalls den aktuellen wissenschaftlichen Stand anzupassen.
Mehrere hundert echte wissenschaftliche Studien und tatsächliche Experten und Wissenschaftler – auch aus Österreich - geben hierzu eine großartige Recherchebasis.

Zugleich muss auch hinterfragt werden, ob das Gesundheitsministerium – hier im Speziellen die Verfasser und Autoren des vorliegenden Gesetzesentwurfes nicht grob fahrlässig gehandelt haben:
unzählige Schreiben und Warnungen sind zu diesem Thema publiziert worden. Berechtigte Zweifel müssen vorhanden gewesen sein.
Das ist insofern von Bedeutung, als dass der vorliegende Gesetzesentwurf die um 95% weniger schädlichen E-Zigaretten (die mittlerweile vereinzelt sogar schon als harmlos eingestuft werden!) gegenüber der Tabakzigarette trotzdem als Tabakprodukt sehen möchte.

Die damit verbundene Zwangsregulierung würde nun bedeuten, dass der Zugang und der Umstieg zur weitaus weniger bis nicht schädlichen E-Zigarette für Tabakzigarettenraucher realpolitisch unmöglich gemacht wird.
Die Konsequenz daraus wäre, dass es auch weiterhin bis zu 15000 Todesopfer jährlich durch Erkrankungen durch die unmittelbaren Auswirkungen der Tabakzigarette geben wird – gegenüber einer Alternative die nachweislich um zumindest 95% weniger schädlich ist und damit auch bei gleichzeitiger Förderung der E-Zigarette dafür sorgen könnte, dass die Zahl der Todesopfer um ebenfalls 95% sinken könnte.

Der VFFED in Wien wird deshalb die Staatsanwaltschaft Wien ersuchen, in diesem Fall Ermittlungen wegen der Beteiligung am tauglichen Versuch der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen durch Unterlassung der Abwendung dieser Gefahr, obwohl die Beteiligten durch sie im besonderen treffende Verpflichtung durch die Rechtsordnung dazu verhalten sind, einzuleiten.

Quelle: Presseaussendung des VFFED

Starker Tobak ….

Nun, ich frage mich dazu, was jemanden in der Position der Leiterin der Abteilung Stabsstelle Krebsprävention und WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle  im Deutschen Krebsforschungszentrum dazu antreibt, so offensichtlich die Unwahrheit zu erzählen.

Ist es Taktik? Strategie? Oder einfach nur die Skrupellosigkeit einer Fanatikerin, die weiß, dass ihre Gegenüber bei der Anhörung mit dem Thema an sich heillos überfordert sind und alles glauben, was das DKFZ vorplappert?

Jedenfalls konnte sie davon ausgehen, dass niemand der vor Ort anwesenden Abgeordneten die MAK-Tabelle im Kopf oder auch nur zur Hand hatte.
Das Professor Dr. Bernd Mayer hier nicht sofort darauf reagiert hat, ist der völlig unerwarteten Dreistigkeit dieser Aussage Pötschke-Langers geschuldet, die damit alle nicht nur belogen, sondern auch vor den Kopf gestoßen hat.

Fakt ist: es gibt weder die Zahlen, die sie genannt hat, noch den MAK-Eintrag überhaupt. Alles schlicht erfunden.
(der Link zum Rechtsinformationssystem des Bundes: MAK-Werte)

Aber was bringt diese Verteufelung der E-Zigarette eigentlich und wem hilft es?

Tja, da wird es perfide:

Tabakzigaretten bringen rund 50% mehr an Steuereinnahmen.
(kurzfristig denkende Politiker auf Stimmenfang sind seit Jahren in Mode – vorausschauende dagegen die absolute Seltenheit...)
Krebskranke Menschen bringen Milliardeneinnahmen aus Medikamenten, Therapien und Behandlungen.
(Bedenke: gesunde Menschen sind der Pharma Tod...)
Lungenfachärzte mit leeren Wartezimmern.....
Ein ganzer Industriezweig in der Betreuung, Entwöhnung,Verwaltung und Verwahrung tabaksüchtiger KonsumentInnen und krebskranker Menschen wäre in Gefahr.

Zugegeben, das ist zynisch – und dennoch die Realität.

Und es geht noch zynischer:

Der Argumentation, das gesunde Menschen weniger Krankenstände verursachen, länger arbeiten könnten und weniger Kosten in der Krankenfürsorge verursachen, steht die Tatsache gegenüber, das wir zu wenig Arbeitsplätze haben, zu wenig Geld, um jedes Jahr weitere 15000 Menschen als Pensionsbezieher tragen zu können und die Kosten für das alles bei sinkender Steuereinnahme nicht tragbar sind.

Zu zynisch?

Hm, ich denke sogar, dass es noch ein Stück weiter geht: die EU will 2017 eine Art von genereller Steueranhebung für E-Zigaretten einführen. Zum Schutze aller wohlgemerkt, wobei hier das Totschlagargument noch nicht festgelegt ist – man wackelt zwischen 'Abschreckung durch hohe Preise' bis hin zu '...wird noch beraten'.

Bleibt die Frage: warum kommt Pötschke-Langer so locker damit durch....

Auch das ist simpel zu erklären:
Weil es einfach ist etwas zu verwalten ('never change a running system') und zu erhalten, als neu zu schaffen.
Weil die Industrie es immer verstanden hat, Angst und Druck auszuüben (siehe die Bankenrettungen der letzten Jahre...) und perfektes Lobbying zu betreiben.
Weil die Entscheidungsträger – die etwas ändern könnten – von Wahlzahlen abhängig sind und auf Geldmittel (Steuern) angewiesen sind.
Weil die selbsternannte Kreuzritterin jahrelang schalten und walten konnte, ohne Gegenwind fürchten zu müssen: Wissenschaftler publizieren für gewöhnlich nicht in Massenmedien – Pötschke-Langer hatte damit kein Problem populistisch zu arbeiten und auch keine Gegenwehr zu erwarten.
Weil die Community bis vor kurzen noch das Abbild eines in sich kollabierenden schwarzen Loches aus Arroganz, Halbwissen, Ignoranz und Selbstherrlichkeit gepaart mit zerstrittenen Fraktionen gezeigt hat.
Und schließlich:
Weil Geld und Macht eine Rolle spielen und die Multimilliardenkonzerne hier entscheidende Vorteile hatten.

Aber jetzt geschieht plötzlich etwas Unerwartetes:
Menschen, Einrichtungen und Institutionen verbinden sich – legen Streitigkeiten bei und sprechen mit einer Stimme.
Viele Menschen überwinden politische Grenzen und werden plötzlich wahlentscheidend.
Lügen und Unwahrheiten werden aufgedeckt und zur Anzeige gebracht – die Verursacher zur Rechenschaft gezogen.
Die Community beginnt erwachsen zu werden, geht den Schritt von der Onlinewelt hinaus in die Realität und beginnt zu kämpfen. Mit Klagen, mit Wahlempfehlungen, mit Geldmittel und viel persönlichem Einsatz.
Plötzlich ist es nicht mehr so leicht für die Fanatiker der Dampfgegner.
Auf einmal beginnt der mündige Bürger sich seiner Kraft und demokratischen Möglichkeiten zu besinnen und sich gegen die Bevormundung zu wehren - damit hatte niemand der Gegner gerechnet.

Martinas letzter Ritt auf der Kanonenkugel, war einer zu viel.


In diesem Sinne: vape on!

Wir lesen uns demnächst wieder, wenn es dann heisst: was ist V.I.E.L.D. ??


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber



Freitag, 20. November 2015

Vogel Strauss und seine Jünger

Die namenlosen Opfer der Ignoranz: die DampferInnen 


Der heutige Artikel wird ein sehr kritischer werden – und weil zu diesem Thema eigentlich schon alles auf dem Tisch liegt und es keiner weiteren Erklärung mehr bedarf: die TPD2. Ich werde mich also nicht mit dem einhundertsten Erklärungsversuch aufhalten, sondern nur ein paar Eckpunkte – quasi als 'Erinnerung' anführen:

  • Nachfüllbehälter bis maximal 10ml Liquid Fassungsvermögen.
  • Nikotin: Konzentration bis maximal 20mg je 1ml Liquid.
  • Einweg-Dampfgeräte, sowie Einwegkartuschen mit nikotinhaltigem Liquid mit maximal 2ml Liquid Fassungsvermögen.
  • Dampfgerät und Nachfüllbehälter müssen einen Mechanismus haben, der ein Auslaufen beim Nachfüllen verhindert, Technische Spezifikationen werden von der Kommission definiert. Wer sie dann national prüft ist noch nicht festgelegt.
  • Dampfgeräte müssen kindergesichert und manipulationssicher sein.
  • Es muss sichergestellt werden, dass elektronische Zigaretten während des Gebrauchs und Nachfüllens nicht brechen oder auslaufen.
  • Werbeverbot für Dampfgeräte: keine Webseiten, Blogs, Reviews und wenn es sehr streng ausgelegt wird: auch keine Onlineshops mehr.
mehr als 20mg Nikotin pro 1ml Liquid/Base (fürs bunkern...): verboten

nicht auslauf- und nicht bruchsicher: verboten

 mit Nikton und 30ml Inhalt: verboten

Da stehen wir nun also: die TPD2 kommt nicht nur, sie ist schon da. Und zwar seit dem Jahre 2014 schon.
Die Richtlinie ist schon beschlossen – es fehlt nur mehr die nationale Umsetzung/Erhebung in den Gesetzesrang.

Dampfen wie wir es jetzt kennen: wenn wir nichts unternehmen, dann ist das Geschichte!

Und wie bei einigen schon weitaus mehr bekannten Richtlinien (ich denke da an die Krümmung der Gurke/Banane, etc..), hat die EU auch hier weit über das Ziel hinaus geschossen und in vielen Belangen auch auf falschen, bzw. längst überholten wissenschaftlichen Ergebnissen entschieden.
(Das ist aber auch der eigentliche Ausweg aus dieser Misere, denn die Kommission hat in der Richtlinie gleich zu Beginn festgelegt, dass immer nach den neuesten wissenschaftlichen Ergebnissen entschieden werden muss und da hat sich ja Gott sei Dank einiges getan in den letzten Jahren.)

Nun, mehr als ein Jahr später und nur mehr sechs Monate vor dem Inkrafttreten dieser Richtlinie in Österreich haben wir:

Nichts.

Ok, das stimmt jetzt nicht so ganz, denn eine Menge an heißer Luft ist schon produziert worden.
Echt jetzt: bis auf ein paar Einzelkämpfer, die unermüdlich aufzeigen und aufschreien gibt es in Österreich keine gemeinsame Bewegung, die mehr macht, als im besten Fall darüber zu lamentieren wie schlimm das alles ist, oder wie in den meisten Fällen, die Realität einfach ignoriert und so tut, als würde ohnehin nichts passieren.
Der ÖDC ist bemüht und hat gute Ansätze, steht aber teilweise allein auf weiter Flur - der VFFED hingegen muss sich wohl erst zu einem schlagkräftigem Instrument entwickeln.
Ehrlich: bei meinen Interviews in den letzten Wochen habe ich keinen einzigen Händler/Hersteller getroffen, der sich inhaltlich und thematisch mit der TPD2 völlig auseinandergesetzt hätte!
Bis vor kurzem habe ich als Antwort auf meine Fragen zur TPD2 sogar zu hören bekommen: ich glaube nicht, dass die so kommt.....

Was da alles als Ausrede gekommen ist... Bis hin zur Argumentation, dass man dann halt zusperrt.

Geht's noch?

Ich schreibe es mal frei hinaus:
Wir bezahlen mit unseren Einkäufen (und da sprechen wir von einigen Millionen Euros jedes Monat!) nicht nur die Ware, die wir kaufen, sondern auch das Einkommen der Händler/Hersteller, derer Mitarbeiter und derer Familien.

Deshalb halte ich es für legitim zu verlangen, dass wir nicht hören müssen: wird schon nix passieren....

In Gegenteil – dafür verlange ich, dass die Komfortzone endlich verlassen wird und man in die Gänge kommt – dafür bezahle ich nämlich auch mit jedem Enkauf!

Es kann schlicht NICHT die alleinige Aufgabe der Dampfer sein, sich darum zu kümmern, dass die Händler/Hersteller ein feines Leben ohne Stress haben. Ganz im Gegenteil: will man unser Geld haben, dann muss mehr getan werden, als Bestellungen aufzugeben, Ware in Empfang zu nehmen und die dann an uns zu verhökern!

Bevor sich jetzt jemand persönlich angegriffen fühlt: es betrifft wohl jeden Hersteller/Händler, der/die nicht aktiv etwas unternimmt, damit wir auch in Zukunft die Vielfalt des Dampfens legal in Anspruch nehmen können - insofern habe ich jetzt entweder alle beleidigt/angegriffen, oder man nimmt es sportlich und professionell als Kritik und arbeitet damit. Wie auch immer, da ich nicht auf Freundessuche bin und diese Plattform hier ohnehin kein Diskussionforum ist, kann ich damit leben, wenn der/die Eine oder der/die Andere HändlerIn/HerstellerIn 'verschnupft' reagieren würden.

Seit Monaten ist allgemein nicht nur unter den Dampfern bekannt, dass die EU-Richtlinie spätestens Mitte 2016 auch in Österreich umgesetzt werden muss.
Abgesehen davon, dass seitens Händler/Hersteller (weder im Alleingang, noch vereint) bis vor wenigen Tagen nicht einmal ein Konzept am Tisch gelegen ist, was die TPD2 eigentlich bedeutet und wie man damit umgehen muss (das hat sich mittlerweile Gott sei Dank ein wenig geändert...), gab es in keinem einzigen Shop (weder online, noch offline) den ich aufgesucht habe, eine Information für uns Dampfer, wie wir dazu beitragen könnten, dass sich hier eben nicht das Damoklesschwert senkt: eine Informationsbroschüre, oder gar eine Liste wo man sich für eine Petition eintragen hätte können, die habe ich schmerzlich vermisst.

Die privaten Initiativen, die zur Zeit zum Beispiel via Facebook kursieren (E-Petitionen, etc...) sind nett und sicherlich besser als gar nichts. Aber sie sind auch nicht zielführend in ihrer Einsamkeit!
Statt dessen hätte ich erwartet und verlange es auch, dass bei allen Händlern Informationsmaterial aufliegt und tatsächlich bei jedem Verkauf, bei jeder Beratung wir Dampfer dazu angehalten werden, Initiativen zu unterstützen.
Der Glaube, dass eine geschlossene Facebook-Gruppe irgend etwas erreichen kann und man jetzt ohnehin nicht mehr machen muss, der geht einher mit dem Glauben, dass das Berühmtsein auf Facebook etwas wert ist. Dabei ist das genauso viel wert, wie reich zu sein bei Monopoly....

Was ich nicht leiden kann:

Sich über die TPD2 schlau zu machen ist keine Bringschuld irgendeiner Regierung, sondern eine Holschuld der Händler und Hersteller – ganz sicher nicht der Verbraucher alleine!
Ich bin sauer, weil die ganze Zeit über – seit die TPD2 bekannt ist – Vogel-Strauss-Politik betrieben wird: Kopf in den Sand und die Welt ist schön.
Der Pötschke-Langer geben wir die Schuld für alles und dass sie eben so ist, wie sie ist und Dinge sagt, die nicht nur unserer Meinung nach falsch sind.

Dann muss ich aber fragen:

Warum wird dann nichts dagegen getan (außer einem kleinen Shitstorm auf FB)? Wieso regt sich jeder auf, wie schlimm die Dame doch ist, aber entgegnet öffentlich nichts? Wieso wird im Gegenzug keine Werbung in den Tagesmedien inseriert und damit die Vorzüge des Dampfens beworben?
In den letzten Wochen musste ich auch zur Kenntnis nehmen, dass es eine Art von Unwillen gibt, sich damit auseinanderzusetzen, dass die Politik in diesem Fall nicht auszugrenzen ist, sondern – so unangenehm das auch sein mag – in die Lösung der Herausforderung TPD2 mit eingebunden werden muss.
Dieser Unwillen ist für mich in der Sache schlicht nicht nachvollziehbar – genauso wenig, wie die Tatsache, dass juristischer Beistand zur Lösung des Problems bis vor kurzem noch nicht einmal angedacht war....
Man wusste auf Händler-/Herstellerseite zum Beispiel auch nicht, dass es in Österreich im Parlament noch keine aktive Arbeitsgruppe zu dem Thema 'E-Zigaretten' gibt und man hier noch gesetzeskonformen Einfluss nehmen kann: durch Gutachten, neueste wissenschaftliche Ergebnisse, Vorsprachen, etc...
Dabei wäre diese Information ganz leicht online abrufbar gewesen...
Es gibt noch viele 'Informationsversäumnisse' mehr, die ich allen denjenigen zum Vorwurf mache, die aufgrund ihrer Position zumindest in der Lage gewesen wären, sich diese Informationen zu beschaffen.

Wir erleben in unseren Nachbarländern gerade, wie unverantwortlich manche Politiker agieren: seht Euch den Referentenentwurf aus Deutschland an!
Wenn Ihr den dann gelesen habt, dann wisst Ihr ziemlich genau, was unsere Regierung demnächst wieder einmal kopieren wird. Weil es eben keine aktive Arbeitsgruppe in unserem Parlament gibt, die sich mit der Umsetzung der TPD2 auseinandersetzt und schließlich im Mai nächsten Jahres nichts anderes tun wird, als bereits vorhandene Entwürfe aus dem Nachbarstaat und die Richtlinie an sich an österreichische Formalien anzupassen.

Seht Euch aber auch das System und die Entscheidungsgrundlagen in England an – das ist ein gutes Beispiel wie man argumentieren könnte – auch wenn das Gesundheitssystem in Großbritannien ein anderes ist, als hier zu Lande.

Nehmt endlich Geld für die wichtigen Dinge in die Hand, bezahlt Anwälte, die Euch helfen, füttert die Medien mit dem nötigen Kleingeld in Form von Inseraten und Werbung (solange es noch erlaubt ist!), tretet wenn nötig den richtigen Organisationen bei, um politischen Rückhalt zu bekommen (Ihr zahlt ja alle brav einen Kammerbeitrag – da muss Druck gemacht werden) und ruht Euch nicht  weiterhin auf einem Urteil des VfGH aus, welches nur wenige zu Ende oder überhaupt aufmerksam gelesen haben: dieses Urteil ist kein Freibrief!

Ja das kostet alles Geld und Energie. Und es ist alternativlos – es sei denn, man nimmt das Szenario als Alternative, dass in Zukunft die Vielfalt des Dampfens ein zu Tode reguliertes Ende hat und alle Händler mehr oder weniger dieselbe Ware im Geschäft haben wird.
Die Annahme, dass die großen Hersteller von sich aus tätig werden würden und auf die TPD2 Rücksicht nehmen werden, das halte ich für eine äußerst gewagte Ansicht der Dinge: die Märkte für die Hersteller bestehen nicht nur aus denen in der EU und die gesamte Branche ist erst am Entstehen. USA und der gesamte asiatische Raum bringen genug 'Spielraum' um etwaige Rückgänge in der EU mehr als nur zu verkraften. Es sei denn, man gibt den großen Herstellern eine Perspektive in Form eines umsetzbaren Konzepts für die Entschärfung der TPD2.

Was ich übrigens auch nicht mehr hören kann sind Aussagen wie: da verschwinden wenigstens die 'Badewannenmischer', etc...
Warum? Weil viele von uns zu diesen Mischern werden könnten, wenn die TPD2 so kommt, wie in Deutschland angedacht..... Ich bin zum Beispiel nicht bereit, in Zukunft zehn 10ml Flaschen eines Liquids zu kaufen und dafür zehn Mal den Einzelpreis dafür zu bezahlen. Da unterstelle ich nicht einmal, dass hier vielleicht einige Händler mit einem angenehmen 'Nebeneffekt' in Form von mehr Umsatz pro Liter rechnen könnten und das gar nicht sooo unangenehm ist (habe ich tatsächlich in einem Interview als Argument für die TPD2 zu hören bekommen!) ….
Nehmt die Hersteller (Liquids, Hardware, etc...) stattdessen in die Pflicht, sich mit Know-How und auch finanziellen Mitteln an den Herausforderungen zu beteiligen und informiert endlich die Dampfer direkt in den Shops über die TPD2 und was man als Dampfer/DampferIn dafür tun kann, dass es in der Umsetzung zu möglichst wenig Nachteilen kommt.

Aber bitte nicht die nächste Onlinepetition mit der nächsten 'Bewerbung' in der hundertsten geschlossenen Dampfergruppe lancieren und darauf hoffen, dass sich die Facebook-User tatsächlich in großer Zahl beteiligen, sondern in der Realität eine gute Beratung, Aufklärung und auch das Veranstalten von Aktionen im richtigen Leben anbieten und organisieren. Demos, die einen Sinn machen, koordiniert sind, etc....

Dann wird das Business 'Dampfshop' und die Leidenschaft Dampfen eine Zukunft haben, die nicht über die Maßen eingeschränkt und nieder-reguliert ist.
Ein heißer Tipp noch am Schluss: Dr. Bernd Mayer steht mit seinem Wissen sicher zur Verfügung ….

Wir lesen uns nächste Woche wieder: temperaturgeregeltes Dampfen - welchen Sinn hat es und braucht Dampferin das?

Vape on


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber

Btw: Ich habe gerade einen interssanten 'Kommentar' zu diesem Post in einem Forum gelesen, den ich hier unterbringen muss, weil er ein Paradebeispiel für gelebte Ignoranz ist:

"Und ich Idiot klicke auch noch auf diesen Jammerbeitrag.....Mad Da leidet wohl jemand an ADHS.
Was anderes fällt mir dazu nicht ein."

Den Idioten unterstreiche ich - da sind wir einer Meinung ;-)

Auch das mit dem "nichts dazu einfallen" - das entspricht wohl auch der Tatsache ;-)

Dienstag, 20. Oktober 2015

Der politische Boulevard - die grausame Realität

Dampfer sind Wähler und Steuerzahler – schon vergessen? 


Dass in der Politik gelogen und betrogen wird, dass sich die Balken biegen, wissen wir ja nicht erst seit den vielen Verurteilungen von Politikern aller Couleur und anhand der unzähligen gebrochenen Wahlversprechungen.
Das sollte ja nichts Neues sein....

Und eigentlich interessiert uns das ja nur am Rande. Politikverdrossenheit ist das neue/alte Schlagwort. Eine billige Ausrede für alle, die sich nicht mit ihren alltäglichen politischen Lebenssituationen auseinandersetzen wollen.
Wir raunzen zwar und meckern ein wenig – oh ja, wir wählen manches Mal sogar aus ein wenig Protest heraus nicht das, was unsere Eltern schon seit 40 Jahren gewählt haben – aber wir ändern nichts.
Wir sagen: was sollen wir denn tun? Wir können doch nichts dagegen tun!

Weil die meisten Themen für uns sehr abstrakt sind: Steuergeschichten werden nicht sofort spürbar schlagend (noch keine Geldbörse hatte aufgrund einer Entscheidung im Nationalrat auch im selben Augenblick weniger, oder gar mehr Inhalt....) und dann gewöhnen wir uns daran, Angelegenheiten der EU sind soweit weg für uns, dass wir uns das oft nur schwer in der Realität vorstellen können (oder kann sich tatsächlich jeder vorstellen, was TIPP für uns alle bedeutet?) und die meisten Gesetze gehen sowieso an uns vorbei.

Gerade einmal die wenigen Bereiche, die uns vom Boulevard tagtäglich vorgehalten werden, finden Eingang in unser Bewusstsein (Hypo, Flüchtlingsthemen, Wahlen, etc...).

So merken wir auch nur bei diesen wenigen Themen, die in der Öffentlichkeit behandelt werden, dass Politiker eigentlich genauso viel oder auch genauso wenig Ahnung haben von den einzelnen Bereichen wie jeder von uns.
Einige Politiker haben zwar Reden gelernt, aber wenn man sich dann mit den Inhalten der Reden dieser Politiker kritisch auseinandersetzt und die vielen „Ähm“ und „Hm“ herausfiltert, dann bleibt unter dem Strich oft nur sehr wenig bis gar kein lebensnaher Inhalt übrig.


Politiker haben tatsächlich nur ein Ziel – auch wenn sie sich selbst immer wieder etwas anderes vorhalten und uns erzählen: wieder gewählt zu werden. Und diesem Faktum ist alles andere geschuldet.


Die Tagesmedien haben da einen großen Anteil daran, dass wir die Nachrichten so serviert bekommen, wie ihn die Politik wünscht. Manches Mal sind die großen Medien auch tatsächlich politisch meinungsbildend – obwohl das nicht sein sollte. Und dann entstehen dabei seltsame Symbiosen, wo sich diese beiden Einrichtungen Tagespolitik und Tagesmedium, in einer mitunter euphorischen Erkenntnisspirale gegenseitig hochschaukeln und der tatsächliche Inhalt längst verloren gegangen ist und es nur mehr darum geht, eine – wenn auch falsche – Botschaft zu senden.

Und da sind wir dann beim politischen Boulevard, der sich kaum mehr von der Klatschpresse unterscheidet.

Schlecht recherchierte Artikel werden dann plötzlich in politischen Diskussionen quasi als Referenz hervorgeholt und als „Wahrheit“ präsentiert – weil das Medium XY hat es ja so geschrieben.

In solchen Momenten entstehen dann die Sternstunden von Menschen wie Dr. Pötschke Langer.

Mit einer für Laien beeindruckenden Stellenbeschreibung:

Deutsches Krebsforschungszentrum Stabsstelle Krebsprävention
WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle
Abteilungsleitung:
Dr. med. Martina Pötschke-Langer

gelingt es ihr immer wieder, den Eindruck zu erwecken, dass sie die einzige Kompetenz in Sachen E-Zigaretten sei.
Sie lässt es auch unwidersprochen stehen, wenn man sie als Wissenschaftlerin bezeichnet. Und das, obwohl keine einzige wissenschaftliche Abhandlung oder gar eine Forschungsarbeit von ihr zu finden ist.
In Ihrem Lebenslauf finden wir zwar das Studium der Deutschen Geschichte und Germanistik an der Uni Heidelberg und danach das Studium der Humanmedizin (ebenfalls an der Uni Heidelberg), sowie die darauf folgende Approbation als Ärztin, aber dann wird es ein wenig dunkel rund um Forschungen oder Forschungsarbeiten. Einzig, dass sie 1997 als „wissenschaftliche Mitarbeiterin“ in das Deutsche Krebsforschungszentrum gewechselt ist und mehrere „wissenschaftliche“ Publikationsreihen veröffentlicht hat, hat zumindest am Rande mit Wissenschaft zu tun.

Das reicht dann den meisten Medien und auch den völlig uninformierten Politikern, um die Aussagen von Frau Dr. Pötschke-Langer als unumstößliche Wahrheit zu präsentieren.

Dabei stimmen viele Aussagen nicht, sind bewusst aus dem Zusammenhang gerissen, stellen nur ein abstraktes Teilsubstrat der gesamten Materie dar und dienen einzig der Polemik.

Und mittlerweile ist ihr ständiger Kampf auch sehr verbissen geworden, wie uns die letzten Geschehnisse rund um die Klage des DKFZ gegen iSmokeSmart nur zu deutlich aufzeigen.

Ein Kampf, der sinnbefreit ist und entgegen dem hippokratischen Eid, den Frau Dr. med. Pötschke-Langer zwar nicht mehr leisten musste, der als ethische Richtlinie aber durchaus noch in medizinischen Diskussionen angeführt wird: jedes Jahr sterben mehrere Millionen Menschen an den unmittelbaren Folgen von Raucherkrankheiten.
Millionen!
Dagegen: nach vielen Jahren des Dampfens und mehr als zehn Millionen Ex-Rauchern und nunmehrigen Dampfern in Europa gibt es keinen einzigen Fall von Tod durch Dampfen....

Das sind Tatsachen, die auch die selbsternannte Apostelin des DKFZ kennt – und verschweigt. Das nenne ich dann eine klassische Lüge.
Die Ausreden, dass das noch nicht genug erforscht wäre und dass ja sein „könnte“ und „möglicherweise“ und nicht „auszuschließen“ ist …. diese pamphletartige (Pamphlet = Schmähschrift, überspitzt und/oder polemisch) und gebetsmühlenartige Wiederholung von Halbwahrheiten – all diese Hilfsargumentationen zählen hier nicht mehr: Tatsache ist, dass Dampfen Leben rettet. Punkt.
Sich dagegen zu stellen bedeutet nichts anderes, als aktiv am Tod mehrerer Millionen Menschen tatenlos zuzusehen, obwohl eine realistische und in der Praxis bereits millionenfach erprobte Methode existiert, um die Zahl der Todesopfer die durch Raucherkrankheiten zu beklagen sind, erheblich zu senken.
Public Health England – quasi die britische Gesundheitsbehörde – empfiehlt mittlerweile Rauchern die aufhören wollen, den Umstieg zum E-Dampfgerät zu empfehlen und zu erleichtern.

Und auch der ehemalige Direktor der WHO, Derek Yach (Yach war lange Jahre Leiter der Tabakkontroll-Kommission der Weltgesundheitsorganisation ) spricht sich klar für E-Dampfgeräte aus.

Was völlig verschwiegen wird ist die Tatsache, dass eben jene selbsternannte Kreuzritterin der WHO vor nicht allzulanger Zeit in mehreren Interviews selbst noch ganz klar und unmissverständlich die Meinung kund getan hat, dass E-Zigaretten um ein Vielfaches gesünder sind als herkömmliche Glimmstengel.
Was den Sinneswandel herbeigeführt hat? Wer weiß - vielleicht ganz einfach die Urangst nicht mehr gebraucht zu werden, wenn man/Frau zugeben muss, dass es tatsächlich eine funktionierende Möglichkeit gibt, um Raucher zu entwöhnen? Vielleicht die Erkenntnis, dass man/Frau dann auch zugeben müsste, dass das selbst ausgerufene Kreuzrittertum vielen Menschen völlig falsche Informationen zukommen hat lassen, was dazu geführt hat, dass dadurch ebenso vielen Menschen eine realistische Chance genommen wurde, gesünder zu leben?
Oder vielleicht ist es ganz einfach nur der Verlust von Geldern, die die Staaten durch fehlende Einnahmen bei der Tabaksteuer schmerzen und eine Art von vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Staatsmacht und dem Fiskus?

Wer weiß schon, was solche Menschen antreibt, die Ängste schüren und nur im Konjunktiv argumentieren und ihre scheinbar (aber nur scheinbar) wichtige Position dazu gebrauchen, um medienwirksam längt widerlegte und haltlose Ergebnisse und Schätzungen, Theorien und Halbwahrheiten zu platzieren.

Der Vollständigkeit wegen sei hier noch explizit erwähnt, dass sämtliche Aussagen zum Dampfen natürlich immer im direkten Vergleich zum Tabakrauchen zu sehen sind. Dampfen soll und ist ja auch die bislang einzig bekannte nachhaltig wirkende Möglichkeit der Tabakzigarettensucht zu entkommen.

Nun zu Beispielen aus unserer Politikerszene, wie mit dem Thema umgegangen wird:

Christian Köhbach vom 1. Österreichischen Dampfertalk hat zu einer Mailaktion aufgerufen, wo die verschiedenen Parteien mit einem vorgefertigten Text angeschrieben werden sollten.
Das hat dann auch eine ganze Reihe von Dampfern gemacht – und Antworten bekommen.

Hier ein paar Auszüge davon:

Antwort der GRÜNEN  - Grüner Klub im Parlament


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine gesundheitlich und jugendschutztechnisch so weit reichende Materie wie E-Zigaretten hinsichtlich all ihrer Aspekte betrachtet werden muss. Es ist auch darauf hinzuweisen, dass gerade in Sachen Jugendschutz sowohl Medienberichte als auch Zahlenmaterial auf ein Gefährdungspotential schließen lassen. 

und:

Grundsätzlich ist eine Regelung von E-Zigaretten notwendig – seit Mai diesen Jahres [sic!] ist die EU-Richtlinie 2014/40 (=TPD2) in Kraft, welche ebenfalls – im Unterschied zu Gesetzgebungen aus dem 20. Jahrhundert – nicht mehr rein auf den Verbrennungsprozess in der Zigarette (o.ä) abstellt sondern auch sehr stark auf die „Tabakähnlichkeit“ und Nikotin im Produkt eingeht. Ersteres zielt darauf ab, dass mit E-Zigaretten Verhaltensmuster angelernt werden könnten, die zu einem leichteren Umstieg auf konventionellen Zigaretten führen. Zweiteres wiederum bezieht sich auf das Suchtpotential von Nikotin - dieses ist unabhängig von der Aufnahmeform (egal ob geraucht oder gedampft) gegeben.

Antwort der SPÖ:


Es muss klar festgehalten werden, dass E-Zigaretten gesundheitsschädlich sind und nicht einfache Inhalatoren sind. Denn unabhängig davon, ob E-Zigaretten, E-Shishas oder ähnliche Produkte Nikotin enthalten oder nicht, ist von folgenden Gesundheitsgefährdungen auszugehen …. (es folgt eine Aufzählung der Aussagen des DKFZ...)

herauszuheben ist dabei dieser Absatz:

Speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Aromen (z. B. Zuckerwatte, Bubblegum, Gummibärchen, Marshmallows etc.) machen E-Zigaretten besonders für junge Generationen attraktiv und täuschen Harmlosigkeit vor.
Im Aerosol wurden auch schädliche Metalle gefunden. Z. B. Nickel, Blei, Cadmium, Aluminium und Kupfer. Meist liegen sie in sehr geringen Mengen vor, doch bei einer Untersuchung wurde Nickel in höherer und Blei in gleicher Konzentration wie in Tabakrauch nachgewiesen, Auch in Aerosol wurden Konzentrationen von Metallen aufgezeigt.
· Feine und ultrafeine Partikel dringen tief in die Lunge ein und können dort oxidativen Stress bzw. Entzündungsreaktionen verursachen.
· Selbst in als „nicht-nikotinhältig“ deklarierten E-Zigaretten wurde bei Untersuchungen Nikotin gefunden.
· Die Heizmechanismen stehen in Verdacht, beim Erhitzen gesundheitsschädliche Stoffe wie Chrom, Nickel und Blei abzugeben.

Weiter im Text bei der SPÖ:

E-Zigaretten sind kein anerkanntes Mittel für den Rauchausstieg.
4. Insgesamt dürften die E-Zigaretten zwar weniger schädlich sein als Tabakzigaretten. Wenn RaucherInnen auf die E-Zigarette umsteigen, kann damit das Gesundheitsrisiko wahrscheinlich gesenkt werden. Raucht jedoch einE NichtraucherIn E-Zigaretten, so steigt sein Gesundheitsrisiko.
5. Passivrauchproblematik: Durch den Gebrauch von E-Zigaretten kommen viele der Substanzen auch in die Raumluft und schädigen so jene, die sich in der Umgebung eines/-r Dampfers/-in aufhalten.
Der Unterschied bei Rauchverboten zu anderen Genussmitteln ist, dass Tabakwaren und auch verwandte Produkte (wie E-Zigaretten) Passivrauch bzw. Passivdampf verursachen und eine Schädigung gegenüber Dritten (allen voran Kinder, Jugendliche, chronisch Kranke und ArbeitnehmerInnen in der Gastronomie) vorliegt.

FPÖ, NEOS und ÖVP haben dazu aus der Bundespolitik nicht geantwortet – auf Länderbasis kamen von der ÖVP aus Oberösterreich ähnliche Wissensfragmente, wie von den Grünen.

Wie man unschwer erkennen kann, ist der Wissensstand unserer Politiker auf diesem speziellen Gebiet erschreckend gering – um nicht zu sagen: nicht vorhanden.
Hier wird ungeprüft das nachgeplappert, was in den Tagesmedien im Boulevard zu finden ist und die haben ihre Halbwahrheiten und teilweise auch Lügen wieder aus der intelligenzbefreiten Zone aus Heidelberg.

Unwahr ist:

Nikotin ist ein Suchtgift das zu schweren Abhängigkeiten führt.

Wahr ist:

Vergleiche von Tierstudien und Studien über menschlichen Drogenkonsum zeigen auf, dass pures Nikotin kein Suchtpotenzial im Gegensatz zum Tabakzigarettenrauch aufweist. Vielmehr scheinen eher andere Inhaltsstoffe verbrannten Tabaks diese Wirkung zu erzeugen. Acetaldehyd ist hier der wahrscheinlichste Kandidat.

Unwahr ist:

Passivdampfen ist schädlich.

Wahr ist:

bereits 2012 wurde bekannt, dass keine Giftstoffe im Dampf von elektrischen Zigaretten nachgewiesen wurden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wessling Laboratoriums in Altenberge. Das Labor testete auf vier typische Schadstoffe, die beim Verbrennen von Tabak entstehen und sich auch im Zigaretten-Qualm nachweisen lassen. Außerdem wurde untersucht, ob sich in der Atemluft eines eZigaretten-Dampfers Spuren des Liquid-Bestandteils Propylenglykol befinden. Das Resultat des Gutachtens: Alle getesteten Stoffe liegen unterhalb der Nachweisgrenze und stellen somit keine Belastung für die Raumluft oder Nichtraucher in der Umgebung dar.

Unwahr ist:

Dampfen begünstigt den "Gateway-Effekt"

Wahr ist:

Le Parisien berichtete über die jährlich durchgeführte Untersuchung zum Rauchverhalten unter Jugendlichen - in der Studie wurden 13.000 Jugendliche zwischen 16 und 19 befragt. Den von Dampfgegnern oft herbeigezauberten Gateway-Effekt (durch Dampfen zum Rauchen kommen) gibt es laut dieser Studie nicht! Im Gegenteil ist keine inziger Fall dokumentiert, wo durch das Dampfen jemand zum Tabakraucher geworden wäre (das ist auch lebensnahe: niemand der dampft will rauchen).

Wahr ist:

Die Feinstaubbelastung durch das Aerosol beim Dampfen ist ungefähr 30 Mal niedriger als die Feinstaubbelastung durch die Umgebungsluft in den Innenstadt.

Und noch eine Wahrheit, die gerne verschwiegen wird:
Täglich geht dem Fiskus nur in Österreich durch den Wechsel der Raucher zum Dampfen eine geschätzte Million Euro an Tabaksteuer verloren - Tendenz steigend.


Warum schreiben dann die Medien eigentlich so einen Mist und pushen eine sektenartige Verbreitung von Unwahrheiten?

Ich fasse es mit einem Satz eines liebgewonnen Journalistenkollegen zusammen:

„Die Trafiken sind unser Hauptabsatzmarkt – da können wir nicht dagegen schreiben.“

Und was können / sollen / müssen wir nun tun?

Als erstes das Gewissen wecken: Millionen Todesopfer durch Raucherkrankheiten versus gesündere Menschen und keine Toten durch das Dampfen!
Dann muss eines klar nach außen hin kommuniziert werden:
Wenn Ihr uns unsere Gesundheit nicht wieder zurückholen lässt, dann verliert ihr auf einen Schlag 300.000 Wähler!

Trefft die Entscheidungsträger dort, wo es schmerzt: gefährdet ihre Arbeitsplätze. Zeigt Protest, geht auf die Straße, organisiert Euch!
Wir zahlen Steuern und bezahlen die Politiker damit -  jetzt müssen wir einfordern, dass sie für uns und nicht für das DKFZ arbeiten!

Das ist meine Meinung.

Bis demnächst, wenn es dann heißt: der 'dampfende Reporter' – ein Kollege auf Fact-findig Tour unterwegs.

Bilder und Text:
Felix Huber

Samstag, 10. Oktober 2015

Klon oder kein Klon – das ist hier die Frage

... das Original – der teurere Nachbau? 


Ich will gleich am Anfang dieses Artikels die Frage in der Überschrift beantworten – damit sich die Anzahl der aufgeregten Leser in Grenzen hält:

Nein, natürlich nicht.

Alles wieder gut? Blutdruck bei den Verfechtern von Originalität wieder auf Normalniveau?

Gut, denn hier kommt die nächste Überschrift:

der Klon – der Ruin für die Hersteller...


Und jetzt bitte auch die Fraktion der Klon-Besitzer wieder durchatmen und zur Ruhe kommen – sonst versäumt ihr die dritte Überschrift:

Klon oder Original – egal! Hauptsache es dampft!


Und das liebe Leserinnen und Leser, das ist es, was Dampfer im Großen und Ganzen interessiert.

Wenn ich bei einer lustigen Runde ein wenig Feuer machen will, dann reicht es für gewöhnlich, wenn ich das Gespräch auf das Thema „Klone“ lenke.
Da spalten sich dann nicht nur Meinungen und erhitzen sich Gemüter: manches Mal habe ich den Eindruck, als würden Atome gespalten und Kilometer von Claptons aufgeheizt – so emotional wird da debattiert.

Und mit was für Argumenten....
Plötzlich machen sich Dampfer Sorgen um die Hersteller (?), weil die dann ja fast verarmen würden und zusperren müssten.
Fälschungen seien das (die Klone) und angezeigt muss das werden und überhaupt: Händler die Klone verkaufen sind ja so was von schlecht.
Quatsch, sagen die Klone-Befürworter: wer sich das Original um € 200,00 nicht leisten kann und sich deswegen einen Klon kauft, ist ohnehin kein Kunde für  das teurere Original.




Und dann mach ich so meinen Blick in die Runde und sehe da einen Flash V3 Nachbau, dort einen Kayfun Clone, und bei dem, der am lautesten gemeckert hat, finde ich gleich mal  einen MK2 Nachbau – den er dann auch schon mal „super“ findet.

Was sagen die Hersteller dazu?
Ich habe mit einigen geredet und die Meinungen sind dort genauso unterschiedlich, wie bei den Dampfern selbst:
einigen sind die Klone ein Dorn im Auge und die bieten dann sogar Prämien in Form von Originalware an, wenn man einen Händler meldet, der Klone der eigenen Ware verkauft und andere wieder sehen es als zusätzliche Werbung und finden, dass die Klientel, die billigere Klone kauft, in Zukunft vielleicht sogar zur Originalware greifen wird.

Wie sieht's da eigentlich rechtlich aus? Ist es verboten, Klone zu verkaufen?
Nein. Solange klar gemacht wird, dass es sich bei der angebotenen Ware um einen Nachbau handelt und nicht um das Original, gibt es rechtlich keinen Grund, den Nachbau nicht zu verkaufen.
Wenn der Nachbau allerdings als Original angeboten und als Original verkauft wird, dann könnte man hier sogar den kausalen Zusammenhang von Täuschung und Schädigungsabsicht herausarbeiten und dann wäre es schlicht Betrug.
Und natürlich ist es auch verboten, patent- oder markenrechtlich geschützte Produkte zu fälschen und in den Verkauf zu bringen. Allerdings gibt es da nicht besonders viele Hersteller und noch viel weniger Produkte, die unter solch einen Schutz fallen, wie die Recherchen gezeigt haben.

Das hängt auch ein wenig mit der extrem schnellen Entwicklung zusammen, die wir erleben: nahezu wöchentlich kommen neue, innovativere und „bessere“ Produkte auf den Markt. Oft ist es sogar so, dass Händler ein neues Produkt bestellen, dann bis zu sechs Wochen auf die Lieferung warten müssen und während der Wartezeit vom Hersteller eine verbesserte Variante, oder sogar schon der Nachfolger präsentiert wird.

Das betrifft vor allem die Hersteller aus China, die hier richtig inflationär wöchentlich mit dem nächsten neuesten Teil in den Startlöchern stehen.

Das Reich der Mitte ist zudem auch der größte Umschlagplatz für Klonhersteller, die dann über Plattformen wie Fasttech, oder auch Gearbest an die DampferInnen gebracht werden.

Die zufällige Nähe der Standorte von Original- und Klonherstellern hat in China fast schon Tradition und nicht selten gibt es auch eine Art von Gentlemen's Agreement, aus denen dann beide Parteien einen Nutzen ziehen.

Anders verhält es sich bei Herstellern aus den USA, den Philippinen und aus Europa.
Während amerikanische Hersteller zu einem großen Teil sofort vor Gericht ziehen, wenn sie eines Nachbaus gewahr werden, kümmern sich die meisten Modhersteller des fünftgrößten Inselstaates der Welt wenig bis gar nicht um Klone. Einige davon stellen sogar – quasi nebenbei – selbst Klone anderer Hersteller her.
Und Europa ist wieder anders.
Hier gibt es eine Reihe von Herstellern, die ihre Produkte marken- und patentrechtlich geschützt haben und bedacht darauf sind, dass ihre Produkte nicht kopiert und als Originale verkauft werden.

Aber was hilft das alles?

Sehen wir uns das Beispiel des neuen und hochgelobten Genius² Verdampfers an, dann muss ich feststellen, dass es schon wenige Tage nach der offiziellen Auslieferung an die Händler, einen Nachbau gab, der nur ein Achtel des Preises des Original kostet.
Der trägt den Namenszusatz „Style“ und sieht im Design zumindest so ähnlich aus, wie der Edelverdampfer von German Stil Vapor. Der Händler führt dazu auch aus, dass es sich um einen 1:1 Klon handeln soll.

Und ich darf dazu einen Eintrag aus einem Forum zitieren:

„Wir haben ihn sogar schon bestellt letzte Woche - da wir ja an die Originale nicht dran kommen..“

Und aus einem anderen Forum:

„Gibt es schon einen clone von dem genialen GENIUS²? Würde gerne erst einen Clone testen, bevor ich viel Geld für das Original ausgebe.
Das mir diese Frage nicht alle zu Freunden macht, ist mir schon klar.
Aber ich bin noch in der "Findungsphase" und kann nicht 200€ für einen Verdampfer ausgeben, außer er überzeugt mich vollkommen.
Der Genesis V2 MkII hat es geschafft, da kommt jetzt ein Original. Der Kayfun V4 hingegen nicht. Hier hätte ich mich sehr geärgert ein Orignal gekauft zu haben. Daher will ich erst Testen, dann Geld ausgeben. “


Und das spiegelt sehr schön den tatsächlichen Umgang der Community mit dem Thema Klone wieder: schmerzfrei.

Wie stehen die Händler dazu, die ich schon interviewt habe (einige Interviews sind noch nicht veröffentlicht...)?
Auch hier gibt es eine Bandbreite von „geht gar nicht“ bis hin zu „die Kunden wünschen das so“.

Hm, das ist mir alles keine Hilfe. Die Frage, ob Klon oder nicht Klon lässt sich wohl nicht so einfach beantworten. Da gibt es nicht nur schwarz und weiß, oder gut und schlecht.

Ich selber habe auch zwei Klone in meiner Sammlung. Nachbauten von mechanischen Mods, die im Original nicht mehr hergestellt werden und einfach nicht zu kriegen waren. Das Design gefällt aber so gut, dass ich mir bei meinem Händler Tipps geben habe lassen, welche Klonhersteller gut verarbeiten und welche man besser auslassen sollte. Und dann habe ich die beiden Mods gekauft.
Was soll ich sagen? Mittlerweile sind die beiden nicht nur mehr Vitrinenstücke: ich habe sie auch regelmäßig in Gebrauch. Die Verarbeitung passt, da klemmt nichts, klappert nichts und sie liefern Strom an den Verdampfer.

Und ehrlich: meine originale Nookie habe ich um eine Menge Euros bekommen – Wochen später habe ich einen Nachbau gesehen, der erstens nur ein Fünftel gekostet hat und Fehler, die meine originale Box hat, einfach nicht mehr hat. Dass das Endfinish beim Klon tatsächlich meilenweit vom Original entfernt ist und (das sagt zumindest mein Händler des Vertrauens) der Reinheitsgehalt des Kupfers beim Klon nicht so toll sein wird – na ja, da kann ich dann schon verstehen, dass der eine oder andere Verbraucher das in Kauf nimmt.

Und eines ist für mich klar:

Wenn ein Klon dafür quasi verantwortlich sein könnte, dass es einen Zigarettenraucher weniger gibt – und damit auch ein potentielles Mordopfer der Tabakindustrie – dann bin ich ein überzeugter Befürworter von Nachbauten.

Ich bin aber auch genauso klar gegen alle jene Händler, die Nachbauten als Originale verkaufen.

Solange unmissverständlich darauf hingewiesen wird, dass es sich um Nachbauten handelt, eventuelle Nachteile gegenüber dem Original (von der Garantie weg bis hin zur Funktionsweise) offen erklärt werden und eine mögliche Gefährdung von Verbrauchern durch Benutzung eines Nachbaus ausgeschlossen wird, werden wir mit den Klonen leben.

Klon, oder nicht Klon bleibt daher eine individuelle Entscheidung sowohl der Händler (wenn sie sich an die Spielregeln halten) als auch der DampferInnen.

Es gibt von mir zwar keine Empfehlung für Klone, aber Verständnis.

Wir lesen uns in Kürze wieder, weil die TPD2 zu einem Sorgenkind auch im Bewusstsein der Community geworden ist und erste Reaktionen sowohl von den Händlern, als auch von den Verbrauchern darauf schließen lassen, dass endlich Bewegung in die Sache kommt.

Beachtet bitte die Aktion des 1. Österreichischen Dampfertalks, der eine Mailaktion gestartet hat, die sehr interessant zu werden verspricht..... (link zu der Aktion: Mailaktion 1.ÖDT)

Nächste  Woche gibt es jedenfalls ein von mit mit Spannung erwartetes Interview mit Thomas Baburek: „O Captain! My Captain!“ - viele Opfer für eine gute Sache – aber mit einem guten Ausgang?

Bilder:
Felix Huber
Amazon

Freitag, 2. Oktober 2015

KuK – Innovatives - made in Austria

... ein Käfig voller Dampf 

Mein heutiger Interviewpartner:

180 kg verteilt auf 1m 96cm, getragen von zwei Säulen, die in Schuhen mit der Größe 47 1/2 untergebracht sind. Dazu ein knallrotes Shirt, das Mühe hat, den Giganten einzuhüllen.
Hände, so groß, dass meine X Cube II darin aussieht, als wäre es eine Miniaturversion eines Mini-iSticks.
Ganz klar:
Christian in da House!



Christian Köhbach, 34, arbeitet bei der ÖBB und ist zuerst einmal: Dampfer. Und Produzent/Co-Produzent des „1. Österreichischen Dampfertalk“ - einer Sendung von und für Dampfer (Eigenbeschreibung auf Facebook), die in regelmäßigen Abständen live (!) über die Bühne geht, dann ist da noch sein Engagement bei einigen Händler und Herstellern, wo er sich als eine Art Mediator zwischen Verbrauchern und dem Vertrieb sieht und nicht zuletzt:

Er ist Teil von KuK – einer kleinen und innovativen Mod-Schmiede aus Wien, die mit sehr ausgefallenen Materialien arbeitet – oder besser gesagt: gearbeitet hat.

Im Interview bezeichnet sich Christian selbst als „technovativ“ - schafft damit gleich einmal eine neue Wortkreation – und offen für alles, was da noch kommt.



„Christian, seit wann dampfst Du und wie hat es bei Dir angefangen?“
„Das war Anfang 2012 – ich war starker Raucher mit bis zu drei Packungen pro Tag - und: mit einer ego-T. Ich war schon immer 'technovativ' und allem Technischen gegenüber neugierig. Irgendwie war es daher logisch, dass ich die E-Zigarette probierte – und dabei geblieben bin.“

„Aber das ist ja längst nicht alles – Du bist ja nicht nur beim Dampfen geblieben...“
„Das stimmt. Ich bin mit Leib und Seele Dampfer und will meines dazu beitragen, damit möglichst viele Menschen mein Hobby teilen.“

„Deines …. da gibt’s ja viel zu erzählen, nicht wahr? Lass uns mal mit dem 'ersten österreichischen Dampfertalk' anfangen: was ist das und was soll das bringen?“
„Der Talk informiert über alle möglichen Bereiche rund ums Dampfen. Egal ob wissenschaftlich, politisch, technisch – oder was sonst immer gerade anfällt. Und wir erreichen pro Live-Sendung einige Tauend Zuseher! Wir wollen mit unseren Sendungen am deutschsprachigen Markt ein wenig für Stimmung sorgen und auch Stimmung machen – auch politisch falls es nötig ist. In der Folge sieben hatten wir den Dr. Bernd Mayer zu Gast, der uns allen unglaublich ausführlich und geduldig alle Fragen rund ums Dampfen beantwortete und mit einigen Mythen aufräumte – das war einfach nur geil!“

„Apropo geil: als wir uns das erste Mal getroffen haben, hattest Du nicht nur Deinen Bruder – das andere 'K' bei 'KuK' – mit, sondern auch ein Teil, das meinen HWV zum Rotieren brachte. Was ist damit?“

(Dabei handelte es ich um dieses Teil hier: THE CAGE, einen Akkuträger mit versenktem Verdampfer bis 25mm Durchmesser, den Evolv DNA 40 Chip, wechselbaren 18650 Akku und einer Menge an Innovationen... - zB nur 180 Gramm Gewicht mit Akku!)



„Ja, dieser Mod ist einzigartig.... und wir werden ihn nicht in Serie bauen.“
„Warum nicht?“
„Da gibt es viele Gründe: die Zeit, die dafür nötig ist – mein Bruder und ich haben das ja quasi nebenbei unserer Berufe gemacht - dann die Probleme mit den Chips: da bekommst Du fünf geliefert, von denen drei gleich mal kaputt geliefert werden und musst drei Monate auf die Nachlieferung warten, und nicht zu vergessen: die Kosten! Das Material, das wir verwendet haben, bekommst ja nicht an jeder Ecke: Alumide. Hochfest und sehr leicht und ebenso teuer. Das wird in Belgien dann nach unseren Plänen lasergesintert hergestellt. Stück für Stück – und das kostet...“

„Du hast da einen mit – darf ich?“



Die Box ist federleicht, liegt sehr gut in der Hand und gefällt sowohl vom Design, als auch von der Haptik: greift sich sehr gut an.
„Maximal Bausätze könnte es noch geben – wenn sich das dann jemand antun möchte.... Aber das waren ja nicht die einzigen Mods, die wir hergestellt haben: ganz zu Beginn haben wir Mods in Handarbeit aus Holz hergestellt. Und die sind sehr gut angenommen worden. Aber auch hier: der Aufwand steht sich kaufmännisch nicht dafür. DIe Holz-Boxen waren ja auch wieder sehr innovativ: mit 60 oder 100 Watt, 4600 oder 6400 mAh Lipo-Akkus, und so weiter - alles weit seiner Zeit voraus.“

Hier ein paar Bilder der besagten Holzmods:




„Christian, wird es 'KuK' Mods weder geben?“
„Ehrlich, das kann ich nicht sagen: ohne meinen Bruder – der das technische Know-How für die Konstruktion mitbringt – mache ich sowieso nichts in dieser Richtung. KuK gibt’s nur mit uns beiden – also.... wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“

„Wohin soll/wird Dein Weg gehen? Vom Dampfer zum Moderator/Produzenten hin zum Modder und nun...?“
„Ich seh' mich als Verbindung zwischen den Verbrauchern und den Händlern, habe das Ohr beim Kunden und höre, was gesagt, gewünscht und erwartet wird. Das versuche ich weiter zu kommunizieren und werde auch in Zukunft stärker in meinen Sendungen darauf eingehen. Auch wenn es dann vielleicht wieder heisst: es ist ja eine Verkaufsshow. Ich finde nichts schlechtes dabei, wenn wir den Leuten die neuesten Sachen zeigen und wo man sie bekommt und auch nichts schlechtes, wenn wir das Eine oder das Andere das uns selbst taugt, hervorheben. Da wir nicht dafür bezahlt werden, gehen solche Vorwürfe ohnehin ins Leere. Wir machen das, was uns gefällt und die Zahl der Zuseher gibt uns recht.“

„Christian, vielen Dank für Deine Zeit und für das Interview und viel Glück und Erfolg für Deine weiteren Vorhaben!“


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Christian Köhbach war ein Wunschkandidat von mir: er ist ein Beispiel dafür, was in dieser Branche alles möglich ist, welche unglaubliche Vielfalt hier noch verwirklichbar ist.
Ich habe ihn Ende April 2015 zufällig in einem Shop kennen gelernt, als er mit seinem Bruder auf Einkaufstour war und ich war von der Box „THE CAGE“ - die er damals 'zufällig' mit hatte, von Anfang an begeistert.


Die Idee, die innovative Kraft, die hier dahinter steckt, ist eine Botschaft, die ich allen weitergeben will: das Dampfen steckt noch immer in den Kinderschuhen. Hier gibt es Platz für jede Menge an Kreativität, unternehmerischen Geist und genug Platz, um auch mal ganz neue Wege zu gehen. Das „Rad“ ist zwar schon erfunden, aber das Design lässt noch viel Raum für phantasievolle Entwicklungen. Neue Materialien aus der Windkanalforschung (wie hier zum Beispiel Alumide), neue Technologien und noch vieles mehr, wartet nur darauf entdeckt und umgesetzt zu werden.
Und wir Dampfer werden es kaufen – keine Frage!

Als dann: Vape on!
Wir lesen uns dann nächste Woche wieder zum Thema: Klon oder nicht Klon, das ist hier die Frage!

Bilder:
Felix Huber
Christian Köhbach
K&K Mods

Mittwoch, 23. September 2015

Artikel 20 – ein Regulierungswildwuchs

... Martinas neues Testament 



Der Artikel 20 der EU-Richtlinie 2014/40/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 03. April 2014 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen und zur Aufhebung der Richtlinie 2001/37/EG hat das Zeug dazu, nicht nur zur heiligen Schrift der Abteilungsleiterin des Deutschen Krebsforschungszentrums - Stabsstelle Krebsprävention und WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle zu werden (man verzeihe mir hier bitte die langatmige Bezeichnung), sondern – und das noch viel mehr – zu einer weiteren Regulierungsabsurdität abseits der Krümmung der Banane zu werden.




Ich denke, damit habe ich schon einmal ganz gut meine grundsätzliche Einstellung gegenüber der mit Mai 2016 in Kraft tretenden EU-Richtlinie zum Ausdruck gebracht.
Und eigentlich könnte ich hier schon wieder aufhören und statt einem langatmigen Text schöne Bilder von schönen Menschen mit Dampfgeräten reinstellen, ein paar Wortkreationen unter Anführungszeichen stellen, damit es wieder ein wenig Aufregung gibt und gut ist's …...

Eigentlich …

Weil es offenbar ohnehin allen egal ist, was da für ein Schwachsinn auf uns Dampfer, Händler und Hersteller in Österreich zukommt.
Wohl gemerkt: in Österreich ….
Wie ich auf diese Feststellung komme? Ganz einfach:
Seit April – genauer gesagt seit dem 03.04.2015 ist dieser Regulierungswahnsinn offiziell verlautbart und für jeden, der sein Business ernst nimmt und nicht nur auf den schnellen Euro aus ist – also auch das vorauszusetzende betriebswirtschaftliche Interesse für eine zukunfts- und marktorientierte Unternehmensführung mitbringt – offen und ohne Barrieren sogar in deutscher Sprache einsehbar.
Und seit nunmehr fünf Monaten gibt es - außer ein paar gut gemeinter Ansätze zu Diskussionen zu dem Thema: nichts.

Konstruktive Vorschläge? Keine.
Eine professionelle Aufarbeitung der Richtlinie durch anwaltlichen Beistand: Fehlanzeige.
Politisches Lobbying: nicht einmal im Ansatz.
Zusammenfassung und Bindung von Ressourcen für ein gemeinsames Vorgehen der Händler: ein Wunschdenken.

Zur Zeit ist es tatsächlich so, dass die Händler in Österreich im Allgemeinen zu Beitragstätern bei der regulierten Abschaffung des eigenen Handelsplatzes für Dampfgeräte und Liquids mit Nikotin geworden sind. Die wenigen Ausreißer aus dieser allgemeinen Lethargie und geradezu bedingungslosen Kapitulation vor einer eigentlich in sich schon zum Scheitern verurteilten Richtlinie sind an einer Hand abzählbar und finden sich im Moment wohl nur am Wiener Rathausplatz wieder, wo zumindest versucht wird, eine Linie, eine Strategie zu entwickeln.

Dabei sind die notwendigen Informationen, um diesem Irrsinn entgegen treten zu können nicht einmal schwer zu finden. Als Beispiel sei hier der lesenswerte Blog von Jens Mellin (blog.rursus.de) erwähnt, oder auch die Beiträge auf liquid-news.com, die den Inhalt des Artikel 20 der TPD2 schön einfach aufbereitet haben.
Das wäre zumindest schon einmal ein Rechercheansatz, der weiter führt. Zu Dr. Mayer zum Beispiel, der ebenfalls gute Ansätze dazu hat, oder auch dazu, dass es zwar viel Arbeit, aber keine unlösbare Aufgabe ist, sich dem Wildwuchs der Regulierungswut der EU zu stellen und dagegen anzugehen.



Es muss ja nicht gleich eine Anfechtungsklage sein, wie gerade von Totally Wicked vorgezeigt: das kostet eine Menge an Geld und Ressourcen, die man erst einmal haben muss.
Und auch die französische Lösung, wo in einer eigenen Art von Regulierungsvorschlag gleich auch einmal der Durchmesser der Einfüllöffnungen bei den Verdampfern vorgeschlagen wird, ist nicht die Lösung für unseren Markt, für unsere Gesetzgebung.

Vielmehr kann und sollte es ein aktives Zugehen auf den österreichischen Gesetzgeber sein, der ja völlig uninformiert und auch desinteressiert an der Ausarbeitung einer eigenen nationalen Richtlinie ist. Eine eigene, nationale Richtlinie – die dann die Richtlinie der EU interpretieren könnte – das wäre das Wunschziel.

Wir Dampfer können das nicht. Wir können nur unterstützend tätig sein – am besten durch Käufe, damit der Markt und die Händler leben können und uns wieder und weiter mit Boxen, Mods, Verdampfern, Liquids und Aromen versorgen können.

Anders gesagt:
Die Händler haben hier eine große Holschuld, die noch nicht bedient worden ist. Noch wird vereinzelt theoretisiert, statt gemeinsam praktisch gehandelt.
Dieses Manko gilt es jetzt – und nicht übermorgen – auszumerzen und den tatsächlich drohenden Todesstoß der Missgeburt des Artikel 20 der TPD2 in eine Chance für den Markt und auch uns Dampfern zu wandeln.

Ein Denkanreiz:

Aromen fallen unter das Lebensmittelrecht
Liquids sind Genussmittel
Nikotin ist kein Suchtgift
Dampfgeräte, Liquids und Aromen sind keine Tabakwaren
Kennzeichnung und Auszeichnung für Lebensmittel sind obligat und erprobt
Hersteller müssen in die Pflicht genommen werden und ihren Teil dazu beitragen, dass ihre Waren verkauft werden können.

Ich bin der Meinung, dass es falsch ist, darauf zu hoffen, dass schon irgendjemand Anderer irgendwas lösen wird. Oder anders gesagt: es kann sein, dass Totally Wicked für Gericht recht bekommt – es kann aber genauso gut sein, dass das Gegenteil eintritt.
Im besten Falle bedeutet das, dass die Richtlinie auf den Stand von 2012 zurückgesetzt wird und die EU aus ihren Fehlern lernen wird. Im schlimmsten, dass wertvolle Zeit mit Warten auf Godot vergeudet wurde, die dann schlicht fehlt, um eigene kreative Vorschläge professionell auszuarbeiten.
Es bleiben nur mehr wenige Monate, um hier aus eigener Kraft Vorschläge auszuarbeiten, mit Gutachten zu untermauern, eine Sachverständigen zu benennen und politisches Lobbying zu betreiben, um einen eigenen praktikablen Vorschlag zur Umsetzung der TPD2 einzubringen.

Die Händler müssen verstehen lernen, dass sie gerade Teil von etwas völlig Neuem sind – dass hier ein neuer Markt am Entstehen ist, der so gewaltig ist, dass er Regierungen auf den Plan ruft und milliardenschwere Industriezweige gemeinsam mit 28 Finanzministerien am Spieltisch sitzen, die nur ihre eigenen Interessen vertreten.
Ein neuer Markt, der nun mit einem ersten Regulierungsversuch umgeordnet werden soll.
Und das mit allerlei kreativen Ansätzen – von der angeblichen damit zu behebenden Unsicherheit von Herstellern, Händlern und Verbrauchern über die Jugendschutz-Keule, den in Wahrheit nicht erklärbaren gesundheitlichen Bedenken bis hin zu fiskalpolitischen Erwägungen, die in noch kreativeren Wortschöpfungen versteckt werden.

Kleingeistige Streitereien, meist um des Kaisers Bart, unter den Händlern – wer wann wie oft wo erwähnt wird, sollten der Vergangenheit angehören und dürfen zukünftig keine Rolle mehr spielen. Einigkeit muss dort Platz greifen, wo der Futterneid am (noch erreichbaren) vollen Trog vorherrscht.
Sonst gibt es schlicht keinen Trog mehr.....

Der Artikel 20 der TPD2 war nicht mehr und nicht weniger als ein Muss:
Die Händler und Hersteller haben es verabsäumt, eine der Grundregeln der Marktwirtschaft zu befolgen und haben ihr Produkt, ihre Branche schlicht nicht beworben – und zwar, wo es darauf ankommt.
Jahrelang wurde es unterlassen, einen Teil des Umsatzes dafür aufzuwenden, um das allen Dampfern bekannte Gute am Dampfen unter die Leute, in die Medien und in die Politik zu bringen.
Statt dessen wurde dieser Platz der unheiligen Martina überlassen, die Tun und Lassen konnte, wie es ihr gefiel.
Das gesamte Auftreten nach außen hin hat man schlicht ein paar engagierten Bloggern überlassen, die dafür auch nicht gerade viel an Dank erfahren haben.
Deshalb hat das Dampfen auch den negativen Medienwert, den es jetzt eben hat - weil nichts dafür getan wurde, das anders berichtet wird und genau deswegen war es ei Muss, das die EU derart überzogen reagiert: weil das Dampfen dank Martina und Co derart verrufen ist, dass einem übel wird.

Mein Rat an dieser Stelle und meine große Bitte an die Händler und Hersteller – weil ich nicht in fünf Jahren einer kriminellen Handlung beschuldigt werden möchte, wenn ich dampfe:

Rund 300.000 Dampfer in Österreich müssen sich auf Euch verlassen – also kommt endlich in die Gänge, verdient Euch Euer Geld und reguliert Euch den Markt selbst! Jetzt habt ihr noch die Chance, aktiv mitzuwirken und mitzugestalten.
Nach dem Mai 2016 seid ihr nur noch Beifahrer und wir Dampfer diejenigen, die mit Euch leiden werden – obwohl wir Euch dafür bezahlen, dass wir unser Liquid und unsere Hardware uneingeschränkt kaufen können.

Das könnte in wenigen Monaten unerreichbar werden für uns:





Wir lesen uns nächste Woche wieder, wenn es dann heißt: zwei Brüder und die Idee zu einem außergewöhnlichen Stück Handwerkskunst – KuK – fast schon ein wenig Dampfermonarchie

Vape on!

Autor: Felix
Bilder: Felix, google
Links:

Amtsblatt der Europäischen Union zur TPD2




 

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