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Samstag, 10. Februar 2018

Qualität – Quantität

… vom Hype getrieben oder von der Vernunft geleitet?


In den letzten Wochen gab es leider wenig Zeit für das Dampfcafe: eine neue Regierung ist eingezogen, die jede Menge an Aufmerksamkeit und Berichterstattung für meinen Brotberuf forderte und ein neues Medienprojekt ist gestartet, das ebenfalls eine Menge an Arbeit mit sich bringt.

Zeit für einen Blick hinter die Kulissen gab und gibt es trotzdem immer wieder.

Ein Thema, das bei meinen „Kamingesprächen“ mit befreundeten Händlern immer wieder aufkocht ist die Produktvielfalt und damit verbunden auch die Einkaufspolitik.

Während die DampferInnen das zumeist begrüßen – dass es immer mehr und in immer kürzeren Abständen die nächste „beste“ Hardware gibt – stellt die Produktpolitik einiger Hersteller die Marktteilnehmer im Handel auf eine ordentliche Probe.

„Ein Sauhaufen sondergleichen, wo die Dampfer als Testobjekte missbraucht werden“ ist da schon mal zu hören und tatsächlich scheint es bei einigen Herstellern Usus geworden zu sein, Produkte zu lancieren, die direkt vom Reißbrett in die Produktionsanlage gesprungen sind und dann gleich in den Handel geworfen werden. Ohne Testverfahren, ohne Feedback einzuholen und ohne Rücksicht auf mögliche Mängel im ersten Patch.

Das war zwar auch schon vor einigen Jahren so, aber nicht in dem Ausmaß, wie wir es heute beobachten können.

Ich erinnere mich an meine eigenen Erfahrungen mit der Efusion von Lost Vape:
Mein Haben-Will-Virus  und der damals noch relativ neue DNA 200 Chip haben mich zu einem regelrechten Massenankauf verführt. Das Teil musste ich haben.
Ein halbes Jahr – und etliche Reklamationen – später, war ich zumindest von dieser einen Box geheilt. Ohne dass ich etwas daraus gelernt hatte.
Produkte der Firma Lost Vape zogen wieder bei mir ein und sorgten wieder für Unmut – bis hin zur letzten Episode mit der wunderschönen, aber zickigen Paranormal mit dem DNA 75 c Chip.

Bei all diesen Produkten hatte ich immer wieder den Eindruck, dass es dem Hersteller eigentlich vollkommen egal ist, wie ich als Dampfer damit zu Recht komme und auch, dass diese Produkte wohl weder eine Testphase durchlaufen haben, noch vor Auslieferung einem ordentlichen Qualitätscheck unterzogen werden.

Acht Boxen – acht Mal Ärger und Totalausfälle.

Ich bin anscheinend lernresistent ….

Das ist nur ein Beispiel aus meiner kleinen Welt, aber wie mir meine Händlerfreunde bestätigen, scheint das ein Problem zu sein, das mehrere Hersteller und viele Produkte betrifft. Einige der Händler, mit denen ich über dieses Thema gesprochen haben, haben da auch die Notbremse gezogen und Hersteller deswegen aus dem Programm gestrichen.

„Da verkaufst Du 100 Boxen und kriegst fast hundert Prozent als Reklamation zurück – das kann nicht sein!“ resümiert ein Händler und gibt auch gleich zu, dass sich in der Einkaufspolitik einiges ändern muss und wird:
„Wir jagen da immer dem nächsten künstlichen Hype hinterher – je bunter und greller desto besser. Das ist falsch.“

Die Kunden werden immer öfter zu Testpersonen degradiert, die teures Geld dafür ausgeben, um in der Art Hardware-Lotterie mitzuspielen. Manche Teile funktionieren dann auch tatsächlich auf Anhieb und manche stellen sich schon nach kurzer Zeit als Dauerbaustelle heraus.
Klappernde Tasten, ausfallende Displays, Gehäusefarbe, die überall anders zu finden ist, nur nicht mehr dort, wo sie sein soll, und so weiter ….

Eine Entscheidung, die eigentlich nicht schwer ist ....


Der Händler erklärt mir auch, warum das Nachjagen nach dem nächsten bunten und grellen Hype für sein Unternehmen gelinde gesagt suboptimal ist und warum er diese Reise nicht mehr mitmacht:

„Es sind ja nicht nur die Dampfer, die sich mit halbfertigen Teilen herumschlagen und ärgern müssen. Auch wir leiden darunter, wenn wir solche Ware auf dem Markt lassen. Die Kunden sind zurecht sauer, wenn sie 80 oder 100 Euro in ein Gerät investieren, dass außer bunt zu blinken nur Stress macht. Die Zeit die wir dann investieren müssen und der Aufwand, den wir betreiben müssen und der notwendig ist, um das Vertrauen wieder herzustellen – das steht in keiner Relation. Wir wollen zufriedene Kunden, keine Reklamationen und nicht den Kopf für Hersteller hinhalten, die nicht gewillt sind, gute Qualität abzuliefern.“

Er erzählt dann auch, dass sich viele auf dem Markt von der Geiz-ist-geil Mentalität haben anstecken lassen und billige Produkte den Markt überschwemmen.
Billig bedeutet hier: man kauft dann zweimal. Einmal billig und unter Umständen bunten Ramsch und einmal dann Qualitätsware, die sich bewährt hat.

„Das will ich ausschalten. Besser einmal etwas teurer gekauft und Ruhe in der Hütte – für die Dampfer und auch für mich.“

Es scheint, als würde sich der Markt ein wenig konsolidieren und Boden unter die Füße bekommen.
Das wäre wünschenswert: mehr Qualität, weniger Ramsch.

Vape on!


Text: Felix Huber

Sonntag, 20. August 2017

Wenn Gearbest nicht mehr liefert

... „Schutzverbände“ abmahnen und die Regierung nicht mehr regiert ...



Dann wird wohl auch dem letzten Zweifler langsam klar werden:
In Österreich ticken die Uhren etwas anders.

fünf vor zwölf?


Als die nationale Umsetzung der TPD2-Richtlinie im Parlament beschlossen wurde, reagierte die Community teilweise wundersam:
Da gab es zum Beispiel diejenigen DampferInnen die lautstark postulierten: "Mir wurscht, ich hab' gebunkert ohne Ende und überhaupt - ich bestell' sowieso in China!" und andere wieder, die das Elend der völlig unsinnigen Überregulierungswut der Regierung klein zu reden versucht haben: "Mit der SPÖ [Regierungspartei, Anm.] kann ich reden, da kenne ich viele aus der Gewerkschaft - das werden wir schon ändern können....".
Es gab auch Händler und Hersteller, die im Glauben an das eigene Halbwissen sich selbst eingeredet haben, dass die "Anderen" (wer immer das auch sein mag) das schon regeln werden.

"Experte"


Jo eh ....

Mal abgesehen davon, dass die angeblich "guten Kontakte" zur Kanzlerpartei erwartungsgemäß maßlose Selbstüberschätzung einiger (weniger) Wichtigtuer waren (obendrein ist die SPÖ/ÖVP Regierung geplatzt und Neuwahlen stehen ins Haus) und das Bunkern wohl nur bei Basen mit Nikotin einen (fragwürdigen) Sinn gemacht haben könnte, ist auch die Klage des Händlerverbandes vor dem VfGH gegen das Versandhandelsverbot mit durchwegs fragwürdigen Argumentationen als Kniefall vor der Regierung abgelehnt worden.

Ich nehme hier als plakatives Beispiel mal die Argumentationslinie betreffend dem Jugendschutz heraus:
Obwohl die „Gatewaytheorie“ längst widerlegt ist – also klar wissenschaftlich herausgearbeitet wurde, dass das Dampfen bei Jugendlichen nicht dazu führt sich dem Rauchen von Tabakzigaretten zuzuwenden – beharrt der Gesetzgeber unnachgiebig darauf, dass wir die Kinder vor dem Dampfen schützen müssen.
Das ist eines der Hauptargumente für das Versandhandelsverbot.
Dieses Verbot bestimmt, dass die davon betroffenen Produkte nicht nach Österreich, nicht innerhalb Österreichs und nicht von Österreich an VerbraucherInnen ins Ausland versendet werden dürfen.
Wegen dem Jugendschutz.....
Österreichische Händler sind also auch für den Jugendschutz in Puerto Rico in die Verpflichtung genommen worden.... oder für den Jugendschutz in den USA, Russland, Japan, den Fidschi-Inseln, etc...
Österreichische Händler und Hersteller sind damit zu globalen Rettern und Verfechtern des weltweiten Jugendschutzes verdammt worden.

Damit ist die - mit Verlaub gesagt - wahnsinnige Überregulierung des Dampfens einmal in Stein gemeißelt worden.
Mit einem vorgeschobenem Argument, das durch zahllose wissenschaftliche Arbeiten längst als Propagandalüge entlarvt ist.

Spätestens an dieser Stelle müss(t)en allerorts die Alarmglocken schrillen.

Spätestens hier müsste eigentlich der Keim des berechtigten Zweifels an der Aufrichtigkeit über die Sorge der Regierung um unser Wohlergehen aufgehen und die Betroffenen (DampferInnen, HändlerInnen, HerstellerInnen, …) sich klar werden:
Ups, da geht’s ja um was ganz anderes …. um's Geld nämlich.

Nun aber haben wir einen Status, der an sich schon Sorgen bereitet, aber noch viel mehr nicht ausgesprochenes Schadenspotential beinhaltet:

Das Versandhandelsverbot, die Begrenzung beim Nikotininhalt, die Mengenbegrenzung bei Liquids generell, die Anmeldepflicht neuer Waren und die sechs Monate Wartepflicht bei neuer Hard- und Software (Liquids) bevor sie in den Handel übernommen werden dürfen, etc...... sind in Kraft getreten und werden natürlich auch kontrolliert (AGES, Finanzpolizei, etc...) und mit den im Gesetz geregelten Strafen bei Verstößen geahndet.

Die Händler, die auch weiterhin tatsächlich illegale Ware verkaufen (und auch versenden), werden ohne Zweifel – nachdem die Aufsichtsbehörden einen geeigneten Modus zur Durchsetzung des gesetzlich geregelten Auftrages gefunden haben (Personal muss geschult werden, Abläufe definiert und koordiniert werden, etc....) - beinhart zur Verantwortung gezogen werden.
Das mag ein Jahr, vielleicht auch zwei Jahre dauern, bis alles ineinander greift, aber der gelernte Österreicher weiß, dass die Behörden langsam Fahrt aufnehmen, dafür dann aber umso rigoroser – siehe Parkraumüberwachung...

Die Community hat auf das Versandhandelsverbot teilweise wieder erstaunlich reagiert:

Anstatt die Händler im eigenen Land zu unterstützen, bestellen die Einen in China und die Anderen haben "ja eh" gebunkert  - also was soll's.....
Geiz ist geil und ich bin schlau – mich erwischt eh keiner ….
Aber nicht nur die VerbraucherInnen, sondern auch einige Händler haben da auf Durchzug geschaltet. Diese Händler verkaufen einfach lustig weiterhin nicht angemeldete Waren, versenden trotz Verbotes und mokieren sich dann auch noch über Mitbewerber, die diese Verstöße melden, oder zur Anzeige bringen.
Dass sie dadurch Teil des Problems und nicht der Lösung werden - so viel Einsehen gibt es da nicht.

Dazu gesellt sich gleich eine neue Industrie: die Abmahnindustrie in Form von lustigen Anwälten und "Schutzvereinen", die so ziemlich jeden anpflaumen und abmahnen, der auch nur eine Webseite als Händler betreibt.
Im ernst: momentan grassieren Anschreiben eines "Schutzverbandes", in denen Händler abgemahnt werden, die eine Webseite betreiben und darauf Produkte ausweisen (zum Beispiel Onlineshops, auf denen man zwar nichts bestellen kann, die aber Preise abbilden....).

Währenddessen versuchen die meisten Händler, die sich an das Gesetz halten, ein Netz an Dampfshops zu etablieren, um den Nachteil des verloren gegangenen Versandhandels zu kompensieren und den DampferInnen ein gutes Service anzubieten: Fachberatung vor Ort, klare Garantiebestimmungen, die auch durchsetzbar sind für die Kunden, und noch viele Vorteile mehr, die ein Offliner in Österreich zum Beispiel gegenüber den Onlinern in China bietet.

Die Community dankt das zum Teil nur bedingt: einige "Geiz-ist-geil"-Anhänger werfen dann schon mal vor, dass der Offliner um ein gutes Stück teurer verkauft, als der Chinaladen.
Dass der Gesetzgeber hier aber wenig Spielraum lässt und die Finanz und das Gesundheitsministerium (!) bei jedem Stück, bei jedem Liquid die Kralle aufhält, interessiert wenig bis gar nicht.
Dass eine Menge Arbeitsplätze geschaffen wurden - die erhalten werden wollen - interessiert ebenfalls nur am Rande - wenn überhaupt.

Nun allerdings wendet sich das Blatt ein wenig:

Gearbest versendet Waren, die vom Versandhandelsverbot betroffen sind, schon mal nicht mehr nach Österreich.
Nun ist der Händler aus Shenzhen kein Leichtgewicht, sondern ein Big Player im Handel mit Dampfwaren und man muss schlicht davon ausgehen, dass weitere große Händler aus China dem Beispiel von Gearbest folgen werden.

Wundert das?

Nein, kann es gar nicht, denn Gesetze werden ja nicht dazu geschaffen, um nicht umgesetzt zu werden.
Ich erinnere da an das Interview mit dem Zoll, der unmissverständlich klar gemacht hat, dass künftig Lieferungen aus China, den USA und bereits bekannten Destinationen, aus denen Dampfwaren zu erwarten sind penibelst unter die Lupe genommen werden.
Offizielle Begründung: „Zum Schutz der heimischen Wirtschaft!“ - echt jetzt.
Also auch keine Überraschung.

Ebenfalls wenig überraschend ist wohl die tatsächliche Motivation der Regierung, die hinter der wirklich maßlos überzogenen Umsetzung der TPD2-Richtlinie in nationales Recht steht:

Geld.
Geld fürs Budget, Schutz „eingesessener“ Industriezweige (Pharma) und deren finanzielle Interessen, etc...

Dieser Antrieb gepaart mit einem gesundem Maß an Unkenntnis ist – und nicht nur im Bereich des Dampfens – trägt Schuld an der überzogenen Reaktion der Regierung auf das Phänomen Dampfen.

Es ist keine Verschwörungstheorie, wenn man die Interessen gegenüberstellt:

Auf der einen Seite gibt es den tatsächlichen Verlust an Tabaksteuermillionen, die durch den Versuch, das Dampfen in das Tabakmonopol einzugliedern hätte ausgeglichen werden sollen.
Dieser Versuch ist nicht nur großartig 2015 durch eine Entscheidung des VfGH (Danke an den VFFED!) gescheitert, sondern hat der Regierung auch weitere geplante Maßnahmen unmöglich gemacht.
Auf der anderen Seite gibt es die unbestrittenen Verbindungen der Pharmaindustrie in die Politik, wo zum Beispiel der Gesundheitssprecher der (noch-)Regierungspartei ÖVP eine leitende Funktion bei einem Pharmaunternehmen innehat, das sich der Entwicklung neuartiger Krebstherapien (eine Zusammenfassung der Redaktion) verschrieben hat und der wiederum – wen wundert's – ein erklärter Gegner des Dampfens ist.
Ohne jetzt einen Missbrauch des Mandats unterstellen zu wollen, ist wohl jedem klar, dass eigene Interessen und Überzeugungen nicht immer im Einklang mit tatsächlichen wissenschaftlichen Ergebnissen liegen müssen und eine Besonderheit des freien Mandats ist es ja, nur dem eigenen Gewissen verpflichtet zu sein und nicht dem Wähler, der Partei, etc...

Dazu noch ein paar wenige karrieregeiler leitende Beamte des Gesundheitsministeriums in den Topf geschmissen und schon haben wir die Ursuppe für eine ganze Reihe von Entscheidungen, die flankiert von der selektiven Unwissenheit der Entscheidungsträger in der Regierung zu dem Kuriosum namens „Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz“ geführt haben.

Selektive Unwissenheit deshalb, weil es eine Reihe von PolitikerInnen gibt (leider nicht in den Regierungsparteien), die aufgrund derselben Informationsstruktur eine ganz andere Meinung vertreten und auch immer versucht haben, die Regierungsparteien zum Einlenken zu bewegen.

Als Beispiel möchte ich hier einen Entschließungsantrag vom 21.09.2016, der unter der Zahl 1854/A(E) XXV. GP im Parlament abrufbar ist, nehmen:

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG
des Abgeordneten Peter Wurm
und weiterer Abgeordneter
betreffend Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG)

Die Errichtung des Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz hat für die österreichischen Raucher, aber auch die Gastronomen, Trafikanten und die E-Zigarettenhändler sachpolitisch und wissenschaftlich nicht zu rechtfertigende massive Einschränkungen gebracht, die weit über das Vorsorgeprinzip hinausschießen. Das absolute Rauchverbot in der Gastronomie, aber auch die weitergehende Einschränkungen der Berufsausübung für Trafikanten und E-Zigarettenhändler gefährden und vernichten Arbeitsplätze, bringt aber im Hinblick auf den Gesundheits- und Jugendschutz tatsächlich keine Verbesserungen, wie die letzten unabhängigen Umfragen zur Wirksamkeit der „Schockbilder“ auf Zigarettenpackungen beweisen. Auch die von der EU selbst beauftragten Umfragen und statistischen Erhebungen belegen unmissverständlich das enorme Potential der E-Zigarette, wo innerhalb kürzester Zeit mehr als neun Millionen Menschen vom Tabakrauchen auf die um 95 Prozent weniger schädliche Alternative des Dampfens umgestiegen sind. Vor diesem Hintergrund muss das weit überschießende und nur den Lobbyisten der Pharmaindustrie dienende Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz umgehend geändert werden. Damit soll für die österreichische Rauchkultur und den betroffenen Konsumenten- und Berufsgruppen ein in einer westlichen Demokratie und Gesellschaftsordnung entsprechender Freiraum geschaffen werden. Gleichzeitig soll auch den umsteigewilligen Raucherinnen und Rauchern von herkömmlichen Zigaretten ein möglichst einfacher Zugang zur Alternative des Dampfens ermöglicht werden. Der bisher eingeschlagene Weg einer fortgesetzten Verbotskultur muss umgehend gestoppt werden.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, dem Nationalrat eine Regierungsvorlage zuzuleiten, die das Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG) dahingehend abändert, dass insbesondere die Möglichkeit des Umstiegs auf die E-Zigarette als Alternative zur Tabak-Zigarette nicht behindert wird. Gleichzeitig soll in dieser Regierungsvorlage den E-Zigarettenhändlern und den Trafikanten ermöglicht werden, ihre Handelsgeschäfte mit E-Zigaretten ohne willkürliche Schikanen gegenüber den Konsumenten betreiben zu können.“

Antrag Ende.

Nationalratsabgeordneter Peter Wurm (FPÖ) erklärt dem Plenum die MY von "von Erl"


Der Antrag wurde leider wie zu erwarten mit den Stimmen der Regierungsparteien abgeschmettert.
Viele weitere Anträge folgten noch – untermauert mit wissenschaftlich erarbeiteten Studien und Expertisen – mit ebenso vielen Ablehnungen.
Immer mit denselben Argumenten: der Jugendschutz, das Nichtwissen (?), ungeklärte (?) Risken...

Zu Beginn hatte sich die Regierung noch auf die „Erkenntnisse“ des DKFZ berufen und als dann ruchbar wurde, dass da doch nicht alles wahr war, was vermittelt wurde, ist man einfach auf das Prinzip der Vorsorge umgeschwenkt: man müsse vorsorglich darauf achten, dass nichts schädliches zugelassen wird, etc...

Alles schön und (weniger) gut, allerdings ist das nicht einmal im Ansatz die Wahrheit, warum unsere Regierung derart missglückt die historische Chance für die Einschränkung des Tabakzigarettenkonsums (und damit dem Hauptverursacher verschiedener Krebsarten) verrissen hat.

Dieses Versagen fusst tatsächlich auf ganz einfachen – menschlichen – Mechanismen:
Ignoranz, Angst und (Fehl-)Interpretation.

Die Regierungsparteien waren die letzten drei Jahre hauptsächlich damit beschäftigt, sich selbst bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit an den Karren zu fahren.
Das zeigt sich nicht nur an unserem Beispiel mit dem Thema Dampfen, sondern auch in nahezu allen anderen wichtigen Bereichen, wo Entscheidungen hätte getroffen werden müssen, um auch zukünftig für die kommenden Herausforderungen gerüstet zu sein (Bildung, Gesundheit, Sicherheit, etc...).
Die Regierungsparteien waren zu einem Großteil ihrer Zeit damit beschäftigt, die Obmänner der Reihe nach zu verheizen und Fehlentscheidungen zu verteidigen.

Regierungsarbeit?


Viele zu treffende – und in den Wahrnehmungen der Politiker nicht sooo wichtige Entscheidungen – wurden entwedre auf die lange Bank geschoben oder gleich wegadministriert – wie in unseren Belangen an die zweite und dritte Reihe der Beamten im Gesundheitsministerium, das natürlich nicht parteifrei agiert, sondern durch und durch mit Mitgliedern der Regierungsparteien besetzt ist.

Was soll da dann anderes rauskommen, als Vorschläge in vorauseilendem Gehorsam?

Richtig: ein Versandhandelsverbot zum Beispiel, mit dem sich der Erschaffer dann auch noch stolz brüstet, wie weit voraus Österreich hier doch ist....


Wir müssen beginnen zu akzeptieren, dass es andere Besen im hohen Haus geben könnte, um Änderungen herbeizuführen, die uns nicht zum Nachteil gereichen.

Alternative gibt es – und eine Möglichkeit in wenigen Wochen auch.

Nächste Woche werden wir über den letzten Gang zu den Parteien berichten.
SPÖ, ÖVP, NEOS und GRÜNE haben wir ja schon befragt und darüber berichtet.
Wir werden sie noch einmal befragen – Klinken putzen gehen in den Parlamentsklubs – und dann werden wir die FPÖ befragen, was die für Antworten auf unsere Fragen hat.

Es wird spannend ;-)

Vape on!


Text: Felix Huber
Bilder: FH, reporter.co.at

Samstag, 10. Juni 2017

Dampfen ist mehr …

… als Erdnussbutterblaubeerlimettenwolken zu verblasen 


Während sich Teile der virtuellen Dampferwelt wieder einmal im gefühlt hundertsten Dampfweltuntergang befindet und nach dem „Ausweg“ - aus was auch immer – sucht, ist es an der Zeit, mal die Kanten wieder glatt zu bügeln, den Deckel wieder auf den Topf zu klatschen und den Teil oberhalb des Halses wieder seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen: dem Denken ;-)

lasset uns denken .... ;-)


Was da alles in den letzten Wochen durch das soziale Netz gepresst wurde ….
Dark Burner zum Beispiel mit der wunderbaren Aufführung von „Denkste“ in mehreren Akten, oder der Aufschrei, weil ein Offliner einen anderen abgemahnt hat, und und und und ….

Dabei sind das alles nur Nebenschauplätze und wohl nur für diejenigen tatsächlich wichtig, die davon unmittelbar betroffen sind.

Was uns alle - zumindest in Österreich - trifft ist die schlichte Tatsache, dass nun die leidige Überregulierung namens „Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz“ mit all ihren unappetitlichen Beigeschmäckern voll umgesetzt ist. Samt der vielen Rechtsunsicherheiten, Mängeln, etc....

Ein Gesetz, das so verabschiedet wurde, weil der Gesetzgeber einer sehr einfachen Prämisse folgt: ich mache das, weil ich es kann.

So werden Gesetze gemacht ... basta!

Und nicht etwa, weil es besonders klug, ausgewogen, zukunftsorientiert und logisch ist, oder gar uns in den Kram passend.
Es ist sogar müssig, darüber streiten zu wollen, warum unsere Regierung so einen Topfen zusammengeschustert hat und dann auch noch stolz darauf ist, in Europa mit dieser harten Vorlage ganz alleine an der Spitze zu stehen: da ist niemand, der mitstreiten würde.
Der Regierung sind alle Argumente pro Dampfen am Allerwertesten vorbeigegangen.
Am liebsten wäre es Pietsch und Co gar gewesen, wenn die Abstinenz gesetzlich verabschiedet worden wäre, ganz nach der SPÖ-Prämisse: alles was dampft und man sich in den Mund stecken kann, muss verboten werden (O-Ton der leider verstorbenen SPÖ Gesundheitsministerin Oberhauser).
Und so folgt der rote Bullterier Pietsch brav seinem Herrchen SPÖ im Gesundheitsministerium und setzt blind um, was von „oben“ gewünscht wird.

Nun, jetzt gibt es vorgezogene „Neu“-Wahlen und eines ist jetzt schon sicher: denselben politischen Komödiantenstadl wie zuvor wird es nicht mehr geben.
Was dann genau für eine Farbmischung kommt weiß natürlich noch niemand, aber rot-schwarz (SPÖ-ÖVP) wie bisher, das schließt jeder aus, der mit dem Parlamentarismus in unserem Land auch nur halbwegs auf Du ist.
Das bedeutet auch, dass es tatsächlich eine Möglichkeit gibt, im Vorfeld mal auszuloten, wie die sich zur Wahl stellenden Parteien und Kleingartenvereine zum Dampfen stehen.
Nicht nur, aber auch.
Also, ich meine, da muss schon viel mehr passen, als ein Bekenntnis zum Akkuträger, damit eine Partei – oder eben ein Kleingartenverein – wählbar wird, aber trotzdem: nachbohren schadet nicht und gehört auch zur Lobbyingarbeit.

Also haben wir einmal alle im Parlament vertretenen Parteien (und Kleingartenvereine) angeschrieben und ein paar einfache Fragen gestellt – weil auch auf den offiziellen Seiten keine oder nur Blabla-Unterlagen zu finden sind. Nix mit Fleisch auf den Knochen und so ….
Das ganze offiziell, von der Pressestelle aus, einen vierseitigen Folder als factsheet dazu und durch unsere offiziellen Kanäle über die sogenannten Parlamentklubs laufen lassen.

Wir wollten vorrangig wissen, welches Programm die Parteien denn so generell auf Lager haben, wie die sozialpolitischen Herausforderungen und die des Arbeitsmarktes gelöst werden sollen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden sollen, was sie für unsere Sicherheit auf Lager haben und welche Bildungsmaßnahmen in der Schublade warten, etc …. und auch, wie sie mit uns DampferInnen und unseren Wünschen gedenken umzugehen.

Wir wissen natürlich, dass es nicht bei einem Anschreiben bleiben kann und werden unsere Neugier fortgesetzt in den nächsten Wochen auf die Spitze treiben: Besuche in den Klubs, Vorsprachen, Vorträge, etc... . Gott sei Dank haben wir durch unsere Arbeit im Parlament ganz gute Kommunikationslinien und viel Geduld ;-)

Also: Anschreiben raus und siehe da:

Zur großen Überraschung kam dann schon nach zwei Tagen die erste Antwort eines Parlamentklubs!
Über diese Antwort möchte ich kurz schreiben, weil sie für unser Empfinden schon etwas einzigartig blödes hat....

(Die restlichen Antworten der Parteien und Kleingartenvereine arbeiten wir in den nächsten Wochen Stück für Stück auf.)

Das war (gekürzt) unsere Anfrage:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Unerfreulicherweise stehen uns im Oktober vorgezogene Neuwahlen ins Haus.
Wir …....(Erklärung, wer wir sind, etc...) …. das sind zur Zeit etwas mehr als 270.000 Wählerstimmen, deren Anliegen in den letzten Jahren ignoriert wurden.

Wir werden das nun ändern und eine klare Wahlempfehlung an unsere Mitglieder und Kunden abgeben.

Wir ersuchen daher zeitnahe um einen Gesprächstermin, um Informationen einzuholen, bzw. auszutauschen, wohin die Reise für Österreich und damit auch für uns, unsere Mitglieder und Kunden in den nächsten Jahren gehen soll.
Dabei spielen natürlich nicht nur unsere ureigenen Interessen rund um das Thema Dampfen eine Rolle, sondern vor Allem auch, was Ihre Partei generell für Ziele für uns Bürger umsetzen möchte.
(Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit, Sicherheit, Wirtschaft, etc....)
Leider gibt es dazu keine öffentlich einsehbaren Unterlagen zu Programmen, Projekten, etc... die aussagekräftig genug wären, um sich daran zu orientieren.

Anbei dürfen wir Ihnen zur Information ein factsheet zum Thema Dampfen vs Rauchen übersenden.
Diese Unterlage soll vorab Informationen liefern und aufzeigen, dass die E-Zigarette / das Dampfen helfen kann, den Tabakkonsum nachhaltig zu reduzieren.

Mit der Bitte um eine zeitnahe Rückmeldung und Terminvereinbarung für ein sachdienliches Gespräch senden wir
beste Grüße...“

Hier der Text der Antwortmail des Klubs der NEOS:

„Guten Tag!

viele Dank für Ihre Nachricht.

Wir sprechen uns klar dagegen aus, dass E-Zigaretten  unter das Tabakmonopol fällt. Das Argument, dass bei Trafiken ein besserer Jugendschutz gewährleistet wäre, können wir nicht nachvollziehen. Ausweiskontrollen sind schließlich in jedem Geschäft möglich. Wir sehen auch keinen Grund, das Produkt der Monopolverwaltung zu unterstellen. In diesem Geschäftssegment haben sich bereits in Österreich bereits an die 50 Unternehmer mit ca. 250 Mitarbeiter_innen selbstständig gemacht. Ihnen gebührt unsere Aufmerksamkeit, wir dürfen ihnen nicht mittels Gesetz die Geschäftsgrundlage entziehen.
Neue Steuern kommen außerdem überhaupt nicht in Frage. Es bringt nichts, zusätzliches Wasser in ein Fass ohne Boden zu schütten. Zuerst muss gespart werden - und zwar bei den Staatsausgaben.

Sollten Sie weitere Fragen haben oder sich ein persönliches Gespräch wünschen, können Sie gerne bei uns in der NEOSphäre vorbeikommen.“

Ok ….. das haben wir tatsächlich so nicht erwartet.....

Ich meine: abgesehen von typischer Politiker Rhetorik, die gemeinhin viele Worte verwendet um nichts zu sagen, zeigen hier die NEOS ganz klar dass sie Ahnung studiert haben – und davon nicht viel.
Im Ernst: diese Antwort ist mit Verlaub eine in die Fresse und das mit Anlauf!
Das Tabakmonopol? Häh?
Das ist schon seit dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshof im Jahre 2015 kein Thema mehr! Dampfwaren können und werden schlicht nicht in das Tabakmonopol kommen – egal, welchen Schnaps man auch säuft und welchen Baum man da auch umarmt: dieses Ding kommt nicht mehr und ist gegessen. Punkt.
Gerade die NEOS sollten das ganz genau wissen, denn deren Abgeordneter Loacker ist ein Fürsprecher fürs Dampfen …..

Nun gut, beim Dampfen sind sie halt Auslasser – aber was ist mit:
Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit, etc....?
Nix? Nada?

Schön langsam bedaure ich den Bauunternehmer, der sein Geld in den Aufbau dieser Bewegung gesteckt hat, ein wenig.
Außer einem baumumarmenden, flügellahmen Mini-Ikarus im Kleingartenverein ist da nicht viel los, wie es scheint.
Nicht Einmal Oberflächlich Sinnhaft halt ...

Wir haben deshalb noch weitere Mails geschickt und werden die Einladung in die NEOSphäre natürlich annehmen. Die Erwartungshaltung hat sich allerdings ein wenig verändert: es wird mühsamer …..

How ever, das ist einmal ein kleiner Einblick gewesen, was so im Hintergrund seit vielen Monaten von einer ganzen Reihe engagierter Menschen gearbeitet wird:
Anschreiben und Erklärungen verschicken, Aufklärung betreiben, Klinken putzen, Vorträge halten und wieder von vorne......

Ein mühsamer, aufwendiger, aufreibender und manches Mal auch nervtötender – aber auch wichtiger Bestandteil eines größeren Ganzen: das Vorhaben, Dampfen vom Rand weg hin zu einer Mitte in der Betrachtung und Beobachtung zu führen - zu einem Thema zu machen, über das gesprochen und nicht gerichtet wird.
Klappt das?
Wer weiß das schon. Eines ist aber gewiss: ein Nein haben wir ja schon – ein Ja können wir bekommen.

Also dran bleiben: Morgen ist ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten ;-)

Über die Antworten der anderen Parteien und generell vom Fortschritt der Gespräche – und sollte es mehr geben, etwa eine tatsächliche Mitsprache, dann werdet ihr das hier als erstes erfahren ;-)

Nächste Woche geht es weiter mit: „Ich mache nur, was mir der Gesetzgeber aufträgt – die Ausflüchte eines Parteisoldaten. Die SPÖ."


Text: Felix Huber
Bilder: FH und Google ;-)

Vape on!
 

Impressum

Erstellung und Verantwortlich für den Inhalt:
ÖFJ - Österreichische Fotojournalistinnen und Fotojournalisten
Zuständigkeit: Landespolizeidirektion Wien, Referat Vereins-, Versammlungs- und Medienrechtsangelegenheiten
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