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Sonntag, 6. März 2016

Martinas Ritt auf der Kanonenkugel

die Legende vom MAK-Wert




Ich zitiere heute mal vorab aus einer Presseaussendung, die mir zugespielt wurde und am Montag an die Redaktionen im Lande geht.

Die Leiterin der Abteilung Stabsstelle Krebsprävention und WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle  im Deutschen Krebsforschungszentrum  (DKFZ) – Frau Dr.Pötschke-Langer wird von den Behörden immer wieder als glaubhafte Auskunftsperson benannt und wurde zuletzt als Einzelsachverständige zur Anhörung in den deutschen Bundestag geladen.

Eben dort hat die Auskunftsperson in ihrer Funktion als geladene Einzelsachverständige wissentlich die Unwahrheit gesagt, als sie von einem MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) des E-Zigaretten Liquidinhaltsstoffes Propylenglykol (PG) gesprochen und auf die angeblich immense Gefährlichkeit dieses Stoffes hingewiesen hat. (Video- und Wortprotokoll dazu liegen vor.)

Diese Aussage ist schlicht unwahr und hat leider mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Entscheidungsfindung im deutschen Bundestag beigetragen.

Es gibt tatsächlich keinen festgelegten MAK-Grenzwert für diesen Stoff, da er als unbedenklich gilt. Dieser Umstand muss Frau Dr. Pötschke-Langer als Einzelsachverständige bekannt gewesen sein. (Siehe dazu auch die Liste der MAK-Werte  im Rechtsinformationssystem des Bundes .)
Sämtliche von der Leiterin der Abteilung Stabsstelle Krebsprävention dazu genannten Grenzwerte sind deshalb auch als unwahr anzusehen.

Da es auch in der Vergangenheit immer wieder zu Kritik an den Aussagen von Frau Dr. Pötschke-Langer seitens weltweit anerkannter Wissenschaftler über den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen hinsichtlich Toxizität und Gefahrenpotential der E-Zigarette gekommen ist, muss klar festgestellt werden, dass es unzulässig ist, auch nur eine einzige Aussage von Frau Dr. Pötschke-Langer als Basis für etwaige Gesetzesentwürfe heranzuziehen.

Das Gesundheitsministerium ist nun aufgefordert, sämtliche Erkenntnisse, die auf den Aussagen von Frau Dr. Pötschke-Langer basieren, von Grund auf neu zu bewerten und jedenfalls den aktuellen wissenschaftlichen Stand anzupassen.
Mehrere hundert echte wissenschaftliche Studien und tatsächliche Experten und Wissenschaftler – auch aus Österreich - geben hierzu eine großartige Recherchebasis.

Zugleich muss auch hinterfragt werden, ob das Gesundheitsministerium – hier im Speziellen die Verfasser und Autoren des vorliegenden Gesetzesentwurfes nicht grob fahrlässig gehandelt haben:
unzählige Schreiben und Warnungen sind zu diesem Thema publiziert worden. Berechtigte Zweifel müssen vorhanden gewesen sein.
Das ist insofern von Bedeutung, als dass der vorliegende Gesetzesentwurf die um 95% weniger schädlichen E-Zigaretten (die mittlerweile vereinzelt sogar schon als harmlos eingestuft werden!) gegenüber der Tabakzigarette trotzdem als Tabakprodukt sehen möchte.

Die damit verbundene Zwangsregulierung würde nun bedeuten, dass der Zugang und der Umstieg zur weitaus weniger bis nicht schädlichen E-Zigarette für Tabakzigarettenraucher realpolitisch unmöglich gemacht wird.
Die Konsequenz daraus wäre, dass es auch weiterhin bis zu 15000 Todesopfer jährlich durch Erkrankungen durch die unmittelbaren Auswirkungen der Tabakzigarette geben wird – gegenüber einer Alternative die nachweislich um zumindest 95% weniger schädlich ist und damit auch bei gleichzeitiger Förderung der E-Zigarette dafür sorgen könnte, dass die Zahl der Todesopfer um ebenfalls 95% sinken könnte.

Der VFFED in Wien wird deshalb die Staatsanwaltschaft Wien ersuchen, in diesem Fall Ermittlungen wegen der Beteiligung am tauglichen Versuch der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen durch Unterlassung der Abwendung dieser Gefahr, obwohl die Beteiligten durch sie im besonderen treffende Verpflichtung durch die Rechtsordnung dazu verhalten sind, einzuleiten.

Quelle: Presseaussendung des VFFED

Starker Tobak ….

Nun, ich frage mich dazu, was jemanden in der Position der Leiterin der Abteilung Stabsstelle Krebsprävention und WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle  im Deutschen Krebsforschungszentrum dazu antreibt, so offensichtlich die Unwahrheit zu erzählen.

Ist es Taktik? Strategie? Oder einfach nur die Skrupellosigkeit einer Fanatikerin, die weiß, dass ihre Gegenüber bei der Anhörung mit dem Thema an sich heillos überfordert sind und alles glauben, was das DKFZ vorplappert?

Jedenfalls konnte sie davon ausgehen, dass niemand der vor Ort anwesenden Abgeordneten die MAK-Tabelle im Kopf oder auch nur zur Hand hatte.
Das Professor Dr. Bernd Mayer hier nicht sofort darauf reagiert hat, ist der völlig unerwarteten Dreistigkeit dieser Aussage Pötschke-Langers geschuldet, die damit alle nicht nur belogen, sondern auch vor den Kopf gestoßen hat.

Fakt ist: es gibt weder die Zahlen, die sie genannt hat, noch den MAK-Eintrag überhaupt. Alles schlicht erfunden.
(der Link zum Rechtsinformationssystem des Bundes: MAK-Werte)

Aber was bringt diese Verteufelung der E-Zigarette eigentlich und wem hilft es?

Tja, da wird es perfide:

Tabakzigaretten bringen rund 50% mehr an Steuereinnahmen.
(kurzfristig denkende Politiker auf Stimmenfang sind seit Jahren in Mode – vorausschauende dagegen die absolute Seltenheit...)
Krebskranke Menschen bringen Milliardeneinnahmen aus Medikamenten, Therapien und Behandlungen.
(Bedenke: gesunde Menschen sind der Pharma Tod...)
Lungenfachärzte mit leeren Wartezimmern.....
Ein ganzer Industriezweig in der Betreuung, Entwöhnung,Verwaltung und Verwahrung tabaksüchtiger KonsumentInnen und krebskranker Menschen wäre in Gefahr.

Zugegeben, das ist zynisch – und dennoch die Realität.

Und es geht noch zynischer:

Der Argumentation, das gesunde Menschen weniger Krankenstände verursachen, länger arbeiten könnten und weniger Kosten in der Krankenfürsorge verursachen, steht die Tatsache gegenüber, das wir zu wenig Arbeitsplätze haben, zu wenig Geld, um jedes Jahr weitere 15000 Menschen als Pensionsbezieher tragen zu können und die Kosten für das alles bei sinkender Steuereinnahme nicht tragbar sind.

Zu zynisch?

Hm, ich denke sogar, dass es noch ein Stück weiter geht: die EU will 2017 eine Art von genereller Steueranhebung für E-Zigaretten einführen. Zum Schutze aller wohlgemerkt, wobei hier das Totschlagargument noch nicht festgelegt ist – man wackelt zwischen 'Abschreckung durch hohe Preise' bis hin zu '...wird noch beraten'.

Bleibt die Frage: warum kommt Pötschke-Langer so locker damit durch....

Auch das ist simpel zu erklären:
Weil es einfach ist etwas zu verwalten ('never change a running system') und zu erhalten, als neu zu schaffen.
Weil die Industrie es immer verstanden hat, Angst und Druck auszuüben (siehe die Bankenrettungen der letzten Jahre...) und perfektes Lobbying zu betreiben.
Weil die Entscheidungsträger – die etwas ändern könnten – von Wahlzahlen abhängig sind und auf Geldmittel (Steuern) angewiesen sind.
Weil die selbsternannte Kreuzritterin jahrelang schalten und walten konnte, ohne Gegenwind fürchten zu müssen: Wissenschaftler publizieren für gewöhnlich nicht in Massenmedien – Pötschke-Langer hatte damit kein Problem populistisch zu arbeiten und auch keine Gegenwehr zu erwarten.
Weil die Community bis vor kurzen noch das Abbild eines in sich kollabierenden schwarzen Loches aus Arroganz, Halbwissen, Ignoranz und Selbstherrlichkeit gepaart mit zerstrittenen Fraktionen gezeigt hat.
Und schließlich:
Weil Geld und Macht eine Rolle spielen und die Multimilliardenkonzerne hier entscheidende Vorteile hatten.

Aber jetzt geschieht plötzlich etwas Unerwartetes:
Menschen, Einrichtungen und Institutionen verbinden sich – legen Streitigkeiten bei und sprechen mit einer Stimme.
Viele Menschen überwinden politische Grenzen und werden plötzlich wahlentscheidend.
Lügen und Unwahrheiten werden aufgedeckt und zur Anzeige gebracht – die Verursacher zur Rechenschaft gezogen.
Die Community beginnt erwachsen zu werden, geht den Schritt von der Onlinewelt hinaus in die Realität und beginnt zu kämpfen. Mit Klagen, mit Wahlempfehlungen, mit Geldmittel und viel persönlichem Einsatz.
Plötzlich ist es nicht mehr so leicht für die Fanatiker der Dampfgegner.
Auf einmal beginnt der mündige Bürger sich seiner Kraft und demokratischen Möglichkeiten zu besinnen und sich gegen die Bevormundung zu wehren - damit hatte niemand der Gegner gerechnet.

Martinas letzter Ritt auf der Kanonenkugel, war einer zu viel.


In diesem Sinne: vape on!

Wir lesen uns demnächst wieder, wenn es dann heisst: was ist V.I.E.L.D. ??


Text: Felix Huber
Bilder: Felix Huber



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