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bewegte Bilder - Reviews, etc

Donnerstag, 30. Juli 2015

Besuch in Hogwarts

Interview mit einem Zauberer


Für diesen Blog haben wir eine Reihe von Interviews mit interessanten Menschen rund um das Thema Dampfen geführt: Händler, Erfinder, Wissenschaftler, Dampfer und Dampferinnen haben wir mit unserer Gier nach Wissen konfrontiert und dabei nicht nur viel dazu gelernt, sondern auch einen tiefen Einblick in eine ansonsten sehr mystische Branche erhalten.

Den Anfang machen wir mit unserer Interviewreihe in Wien – an einem Ort, wo nicht weit davon entfernt und vor etwas mehr als 2000 Jahren keltische Druiden gelebt haben sollen – und vielleicht sogar für den einen oder anderen „Kessel-Mythos“ verantwortlich sind.
Das sind natürlich alles Sagen und Legenden, werden aber durchaus als literarische Vorgänger der Erzählungen um den Heiligen Gral angesehen.

Und hier spannen wir gleich den Bogen zu unserem ersten Interviewpartner: von der Sage um den Heiligen Gral und den damit verbundenen Legenden rund um Artus hin zu Merlin dem Zauberer.

Und genau diesen werde ich gleich treffen....

Der Ort der Handlung ist der Laden von Merlin und Goran: Planet Vapes in 1080 Wien, Lerchenfelder Strasse 81.

Den ganzen sehr romanesken Einstieg in dieses Interview habe ich deswegen gewählt, weil mein Interviewpartner an sich wie eine Figur aus einer Erzählung wirkt:
Seine Freunde bescheinigen ihm eine ungewöhnliche charakterliche Größe, seine Konkurrenten sprechen mit ein wenig Neid in der Stimme über ihn und alle sind sich einig, dass das, was er tut, etwas Großes ist.

Apropos: die Beschreibung „groß“ trifft auch auf Merlin selbst zu. Mit gefühlten 2 Metern Größe steht er vor mir, Arme dick wie Äste und mit runenartigen und flügelähnlichen Tattoos verziert begrüßt er mich mit einem breiten Grinsen und einer angenehmen Stimme.



Der junge Mann mir gegenüber ist eigentlich gelernter Kommunikationstechniker, ein begeisteter Hobbykoch, Ehemann und Vater eines wenige Monate alten Sohnes, heisst tatsächlich Merlin mit Vornamen (kein Künstlername!), ist erst 22 Jahre alt und drauf und dran, dem Handel mit Dampfutensilien seinen Stempel aufzudrücken!

Ich sehe mich in seinem Laden um und muss feststellen, dass ich etwas Ähnliches bisher nur aus den Hochburgen der Dampferei aus den USA und von Bildern kenne: Unmengen von stylischen und modernen Dampfuntensilien ringen um einen Platz in den gläsernen und beleuchteten Vitrinen im sehr großen Hauptverkaufsraum und noch mehr an offenbaren Einzigartigkeiten drängen sich im hinteren Verkaufsraum um den besten Platz für das Auge des Betrachters.



(Ich merke an: mein Haben-Will-Virus rotiert am Stand....)

Was mir hier noch auffällt ist eine Türe, die sehr massiv wirkt und mit zwei hochmodernen Schlössern gesichert ist. Das ist auch gleich meine erste Frage: „Wo geht es da noch hin?“

„In den Clubraum und den sterilen Bereich, wo die Liquids gemischt werden.“

Ah! Da geht’s also ins Innere von Hogwarts! Dazu muss ich dann natürlich noch einige Fragen stellen.

Zurück zum Interview:

„Merlin, Du bist erst 22 Jahre alt und hast Dir hier schon ein kleines und sehr feines Imperium aufgebaut. Dein Kunden kommen aus der ganzen Welt! Was ist Deine Vision?“


Lacht und sagt: „Als Marktführer den Menschen die beste Ware verkaufen, die es gibt – so einfach.“ Dabei greift er in eine der Vitrinen nimmt eine schwarze Box heraus und zeigt sie mir: „Solche mechanischen Akkuträger zum Beispiel, die teilweise noch in Handarbeit auf den Philippinen hergestellt werden und wo ich einzigartige Kontakte zu den Herstellern habe: High-end und high-performance Geräte für den Profi. - Oder hier, Liquids aus den USA, die es teilweise auch nur bei mir gibt.“

„Nun, das sind dann wahrscheinlich Premiumgeräte, die sich nicht jeder leisten kann?“

„Nein, im Gegenteil: ich habe viel Zeit in den Aufbau eines Netzwerks gesteckt, das es mir ermöglicht, zu sehr fairen Preisen anbieten zu können. - Außerdem biete ich zusätzlich etwas an, das ich bei vielen anderen Händlern vermisse: die besten Basen und Aromen aus den USA.
Und natürlich führe ich auch die ganze Palette von Einsteigergeräten, die gängigsten Tankverdampfer, geregelte Boxen bis hin zu den neuesten Erscheinungen am Makrt, die ich oft schon in der Auslage habe, wo die Kollegenschaft noch in der Vorbestellugnsphase ist - weil ich auch zu den chinesichen Herstellern sehr gute Kontakte pflege.
Dazu kommen noch die High-end Utensilien, wie spezielle Watte und Drahtlegierungen für die Profidampfer." 



„USA, Philippinen – warum gerade von dort? Die Lieferkosten sind ja enorm, soviel ich weiß?“

„Weil es in diesen Ländern eine vergleichsweise lange Tradition und viel mehr an Know-How zum Thema Dampfen gibt. Schau, die erste echte E-Zigarette wurde 1963 von einem Amerikaner erfunden und zum Patent angemeldet und die ersten mechanischen Akkuträger kommen von den Philippinen. Da lag es nahe, dass ich mich am besten Markt orientiere.“

Und Merlin hat recht: hier das Patent der ersten E-Zigarette, die von Herbert A. Gilbert entwickelt wurde.

Originalpatentanmeldung von Herbert A. Gilbert

Der Mann kennt sich aus, das kann schon mal gesagt werden. Und er hat ein klar definiertes Ziel.

Nächste Frage:

„Der sterile Raum unterhalb des Verkaufsraumes, wozu brauchst Du den?“

„Ich mische selbst meine eigenen Liquidlinien. Handmade in Österreich, in hochwertigen Verpackungen, perfekt gemischt. In einzelnen Liquids findest Du bis zu 15 verschiedene Aromen und da nehme ich nur die besten, die es am Markt gibt.“

„Die werden dann wie teuer sein?“

„In etwa in dem Bereich, wo sich jetzt auch die üblichen Verdächtigen tummeln – halt mit mehr an Qualität und aus Österreich.“

„Und der Club-Raum – wofür ist der gedacht?“

„Dort finden Seminare statt: richtig mischen, wickeln und noch vieles mehr, was Dampfer wissen sollten und auch wollen – die Nachfrage ist unglaublich groß. Ich halte nichts davon, mit dem Wissen hinterm Berg zu halten: die Menschen – egal ob Kunden von mir oder nicht – sollen alles das wissen, was ich auch weiß. Je mehr, desto besser.“


In einer kurzen Pause beim Interview, kann ich eines seiner neuen Liquids testen und bin jetzt noch hingerissen von der Komposition: den Beinamen „der Zauberer“, den hat er offenbar nicht zu Unrecht bekommen.

Eine Empfehlung geben wir an dieser Stelle nicht ab – genauso wenig, wie wir das auch in Zukunft bei anderen Händlern, Entwicklern und Herstellern machen werden:
Es sind sehr subjektive Eindrücke, die wir gewinnen und was uns zusagt, kann für jemanden anders schon wieder völlig falsch sein.

Aber eine persönliche Meinung, die gibt’s schon: Hogwart ist tatsächlich in Wien zu finden – ohne Harry Potter zwar, aber dafür mit Merlin dem Zauberer als Druide und sympathischen Dampfer.
Der Besuch hat Spaß gemacht und für mich steht fest, dass ich wieder komme – als Kunde.

Vape on!

Nächste Woche: „die Drei von der Dampfstelle“

Autor: Felix



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