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Freitag, 14. August 2015

Die Grosssche Dampftheorie in der Praxis

...oder: warum essen, trinken und dampfen zusammenpassen


Wien am Nachmittag eines sehr heißen – im Boulevard gar als „Wüstentag“ beschriebenen – Sommertages. Im Schatten des Gastgartens des Cafe Einstein – unweit des Wiener Rathauses treffen wir Bettina und Josef – die beiden Betreiber des In-Lokales.


Das Einstein – so genial es auch ist (zb: Frühstück den ganzen Tag über!) - ist aber nicht das Objekt der Begierde für diesen Beitrag unserer Artikelserie über Dampflokale und -shops, sondern ein kleiner Teil im Inneren des weitläufigen Szenelokals hat uns hergeführt: die Dampfbar.

Bettina und Josef – „g'standene“ Wirt'sleut, die ihre Gäste und deren Vorlieben kennen – erzählen mit einem fast schelmischen Funkeln in den Augen, wie sie zur Dampfbar gekommen sind.



Vor fast genau zwei Jahren haben die beiden zu rauchen aufgehört und das Dampfen für sich entdeckt.

„In der Zeit sind wir drei Mal in der Woche zur 'Liquidworld' gefahren und haben alles Mögliche ausprobiert“, erzählt Bettina, „nach dem Motto: das Erdbeerliquid möchte ich probieren, komm, fahren wir in die 'Liquidworld'!“

„Bettina hat damals schon gesagt, das sollten wir als Business mit aufnehmen - ich habe mich anfangs dagegen ein wenig gesperrt: wir wussten ja noch rein gar nichts von dem Geschäft.“, setzt Josef fort.

„Dann hat es sich ergeben, dass der hintere Teil des Lokals sowieso renoviert werden musste. Wir haben die Einrichtung so gestaltet, dass wir ohne allzu großen Aufwand diesen Teil in eine Weinbar umbauen hätten können, falls die Dampfbar nichts wird. Aber nach drei Tagen schon war das kein Thema mehr!“, lacht Josef und führt uns in die Dampfbar zum Lokalaugenschein.



Schon beim Eingang merken wir, dass hier ein Marketingprofi am Werk war und das Design und Ambiente des erfolgreichen Cafe Einstein konsequent weitergeführt hat.

Die Dampfbar wirkt, als wäre sie schon immer da gewesen, homogen in das Konzept des Einstein eingebaut – auf mich wirkt es sogar so, als wäre die Dampfbar zuerst da gewesen und das Einstein wäre drum herum gebaut worden – weil das Eine ohne das Andere nicht komplett gewesen wäre.

Es ist stimmig und passend. Nicht zu groß und nicht zu klein. Nicht überladen und eigentlich wirkt es auf mich fast wie ein begehbarer Humidor im Zentrum eines Zigarrenklubs. Ich suche instinktiv die Clubsessel aus Leder und erwarte den Geruch eines guten Cognac in der klimatisierten Luft.



In der Dampfbar finden wir Bekanntes, das wir auch in anderen Dampfshops finden: eine Testbar für die verschiedenen Liquids, jede Menge an Hardware, Zubehör und Stuff, den die Dampfer so lieben.

Aber eben anders präsentiert, eingepackt in ein erfolgreiches Konzept und umhüllt mit köstlichen Essen und hippen Getränken.

Hier bekommt „gehen wir auf ein Erdbeer?“ eine neue Bedeutung und endet vielleicht mit einem „genialem zum Quadrat“ um neun Uhr abends (das „geniale zum Quadrat“ ist sehr üppiges Frühstück).
Die Dampfbar ist auch ein Treffpunkt für Dampfer, Händler, Modder und allen, die etwas mit dieser Branche zu tun haben – und:
Die beiden sind sehr engagiert, wenn es darum geht, die Rechte der Händler und auch jene der Dampfercommunity vor dem Gesetz zu vertreten / zu verteidigen.
Sie sind Teil jenes Komplexes, der erfolgreich vor den Verfassungsgerichtshof gezogen ist, um gegen das unselige Vorhaben der Regierung („Tabakmonopolgesetz“) anzugehen.

Bettina und Josef Gross bei der öffentlichen Anhörung vor dem Verfassungsgerichtshof im Mai 2015
Und sie sind in sehr vielen Dingen Vordenker und Vorreiter: Sie haben das Einstein dereinst gänzlich als Nichtraucherlokal etabliert, in dem man dafür dampfen darf.

„Manches Mal muss ich hier aber die Notbremse ziehen, wenn sich einige Dampfer 'gehen' lassen und das Einstein mit dem Wohnzimmer verwechseln und du vor lauter dichtem Dampf den Nebentisch nicht mehr siehst: das ist schon ein Problem, an dem wir alle arbeiten müssen.“, erzählt Bettina und weiter:
„Einige Dampfer kennen hier keine Schranken und das ist dann auch mir zuviel – obwohl ich ja selbst dampfe.“
„Das ist überhaupt ein Problem und schlecht für die Community, wenn Du dann im Netz Videos findest, wo Dampfer im IKEA unterwegs sind und dort alles zudampfen.“, wirft Josef ein.

(Damit haben die beiden recht und wir werden das Phänomen „Subohm“ in einem separatem Artikel versuchen zu ergründen und warum manche Dampfer mit dem Sinken dem Widerstands im Verdampfer auch ein Sinken des guten Benehmens verbinden.)

D=VG² … "Dampfbar = Viel Gutes zum Quadrat"


Zurück zum Dampfcafe, den beiden Betreibern, Bettina und Josef und unserem Wohlbefinden – denn das hat sich mittlerweile eingestellt:

Es ist ein wenig wie nach Hause kommen – der Kaffee schmeckt, die Gäste im Einstein sind angenehm, die „Wirt'sleut“ sind Originale und die Dampfbar im Einstein hat immer wieder Überraschungen auf Lager.
So finden wir dort auch eine Eigenkreation, die – ich möchte fast sagen „wienerisch“ ist: Den „Franz“ und die „Fini“ - zwei Liquids, die eigens für die Dampfbar hergestellt werden.


Und kurz, bevor wir gehen, drückt mir Josef noch eine Neuentwicklung in die Hand und ringt mir das Versprechen ab, nicht darüber zu schreiben - aber ich kann und muss Euch sagen: da kommt etwas Großes auf uns zu!

Wie immer gebe ich an dieser Stelle keine Empfehlung für den Dampfshop, heute die Dampfbar, ab – meine Eindrücke sind subjektiv und was mir gefällt, kann für Euch schon nicht mehr passend sein – ABER:
Das „geniale zum Quadrat“ - also das Frühstück im Cafe Einstein, das du auch noch um neun Uhr abends bekommst – das empfehle ich auf jeden Fall!

Wir lesen uns nächste Woche wieder, wenn es dann heißt: zu Besuch in der Dampferhütte

Vape on!

Autor/in: Monique und Felix
Bilder: Monique und Felix



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